KLINIKUM WORMS: Neues endoskopisches Verfahren zur Entfernung von komplizierten Polypen und beginnenden Tumoren des Magen-Darm-Trakts etabliert
Patienten die OP ersparen
Dr. Tim Zimmermann und sein Team während einer Endoskopie. Foto: Klinikum Worms/Pakalsk
Am Klinikum Worms kommt eine neue endoskopische Methode zur Abtragung von komplizierten Polypen und beginnenden Tumoren im Magen-Darm-Trakt zum Einsatz. Durch diese so genannte „endoskopische Vollwandresektion“ kann bestimmten Patienten eine Operation erspart werden. Prof. Dr. Tim Zimmermann, Chefarzt der Medizinischen Klinik II, hat das neue Verfahren am Klinikum Worms etabliert und somit das Leistungsspektrum des zertifizierten Darmkrebszentrums um eine neue endoskopisch-therapeutische Ebene erweitert. Mehrere Patienten wurden damit bereits erfolgreich behandelt.
Im Rahmen einer Darmspiegelung
„Bei einer endoskopischen Vollwandresektion wird zunächst das erkrankte Gewebe im Rahmen einer normalen Magen- oder Darmspiegelung markiert und danach mit einer Zange in eine spezielle Kappe, welche dem Endoskop aufsitzt, mobilisiert“, erklärt der Chefarzt das neue, schonende Verfahren. „Das veränderte Gewebe in der Kappe wird anschließend mit einer elektronischen Schlinge abgetragen nachdem die Darmwand unterhalb der Schlinge im gesunden Gewebe mit einem Clip – ähnlich einer Naht – verschlossen wurde. Somit kann das kranke Magen-Darmgewebe komplett mit dem Endoskop im Gesunden entfernt und anschließend durch die Pathologie beurteilt werden. Der vollständige Eingriff erfolgt im Rahmen einer Darmspieglung, sodass eine Operation umgangen werden kann.“ Dieses neue endoskopische Verfahren verlangt großes Geschick und erfolgt nur stationär durch sehr erfahrene, speziell geschulte Endoskopiker. Neben Prof. Dr. Zimmermann führt Oberarzt Dr. Sergej Schwarz das neue Verfahren durch.
Vorsorge nutzen
Das Klinikum Worms ist als eines der Darmkrebszentren bei der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert und bietet neben der kompletten endoskopischen Diagnostik sowie den chirurgischen, radiologischen, strahlen- und chemotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten auch psychoonkologische und palliativmedizinische Therapiemöglichkeiten an. Damit Polypen nicht zu Darmkrebs führen, sollte hier die von den Krankenkassen bezahlte Möglichkeit zur frühzeitigen Erkennung mittels entsprechender Vorsorge (Dickdarmspiegelung) von der Bevölkerung in Kooperation mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten genutzt werden.