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  • Di., 21. Juni 2022, 10:05 Uhr
    WORMS MASTERS: Rheinspringen – die WM 2022: Sportliche Höchstleistungen und Spaßfaktor hoch drei beim sommerlichen Mega-Event des Jahres

    Per Seemannsköpper ins Springerglück

    Tief in der Hocke beim Anlauf, perfekte Streckung beim Absprung, wie ein Vogel mit angelegten Armen in der Luft und wagemutig mit dem Kopf voraus per Seemannsköpper in den Rhein im Floßhafen: So sah der ideale Sprung von der Trappenberg-Skischanze aus, den die Springer anstrebten. Foto: Marcus Diehl


    VON JÜRGEN JAAP „Beste Werbung für die Sportstadt Worms“, frohlockte der Wormser Sportdezernent Timo Horst zu Beginn des Final-Durchganges. Der Vorsitzende des Sportkreises der Stadt Worms, Manfred Pfeiffer, sprach von „einer professionell durchgeführten Großveranstaltung“. Cheforganisator Frank Schembs lobte „das enorm gesteigerte hohe sportliche Niveau“ der 68 Springer. Benni Müller, wortgewandter Moderator des Mega-Events, machte „einen Sieg sportlichen Spaßes bei schweißtreibenden hochsommerlichen Temperaturen über eine herausfordernde Skisprungschanze“ aus – die zweite Auflage der Worms Masters im Rheinspringen und des Floßhafenfestes Worms lief da noch auf vollen Touren.

    Trappenberg-Schanze lockt die Wormser zum Floßhafenfest
    Oberstdorf hat seine Schattenbergschanze, Garmisch-Partenkirchen die Große Olympiaschanze, Innsbruck die Bergiselschanze und Bischofshofen seine Paul-Außerleitner-Schanze. Dafür sind die Orte der Vierschanzen-Tournee im olympischen Wintersport Skispringen bekannt. Worms zieht im Sommer an ungewöhnlicher Location nach. Mitten auf dem Floßhafen des Rheins auf einem riesigen Pontoon vor dem Gelände des Wassersportverein Worms schwimmend, lockte die riesige Trappenberg-Schanze mehr als 1.000 Besucher an drei Tagen am langen Fronleichnam-Wochenende zum Floßhafenfest der sechs Wassersport treibenden Wormser Vereine SSC Trappenberg, 1. WSC Poseidon Worms, Wassersportverein Worms, Faltbootclub Worms, Wiking Worms und Förderverein Sport am Trappenberg auf die Floßhafenzunge.

    Von Telemark über Krabbelkind bis Überschläger
    Nach drei Jahren Zwangspause wurde endlich wieder gesprungen beim zweiten Rheinspringen, den Worms Masters 2022. Und wie! „Welche Sprungvariationen es alle gibt, ist erstaunlich“, wunderte sich nicht nur Benjamin Müller. Ulli Stärke („Die Rheinfaller“) versuchte es mit einem breitbeinigen Telemark-Anlauf. Sebastian Bruckert von den „Woispringern“ krabbelte in der Luft einfach mal weiter. Peter Kurkofka, für die Fischerstecher am Start, überschlug seinen mit der Höchstschwierigkeit eines Seemannsköppers angesetzten Sprung in der Endphase zum Salto. Und Jan Pfeiffer („Die Flitzer“), eigenen Angaben zufolge mit dem schönstes Poppes ausgestattet, setzte jenes Körperteil bei der Landung reichlich Wasser verdrängend in das Nass des Floßhafens. Die kaum ein Plätzchen an der Böschung, auf Booten, auf den Stegen, an den Stehtischen unter den Schirmen freilassenden Zuschauer hatten ihre Freude an den 68 Schlag auf Schlag ins Wasser eintauchenden Springern.

    „Der Meister himself“ macht’s vor
    Auf den ersten perfekten Sprung, ein mit einer maximal 6,0 Punkten bewerteten Darbietung, mussten die Kiebitze am Rande allerdings bis zum Finale warten. Als „Der Meister himself“ hatte Moderator Benni Müller Frank Schembs angekündigt. Der Präsident des Ausrichters SSC Trappenberg und des Rheinhessischen Turnerbundes lieferte ab. Drückte sich vehement vom Backen ab, ging tief in die Anlaufhocke, streckte sich beim Absprung, flog mit eng an den Körper angelegten Armen durch die Luft und landete angstfrei per Seemannsköpper nach knapp über acht Metern Luftfahrt im Rhein. „Bombe! Ich bin total happy!“, bewertete der Cheforganisator und „Hansdampf in allen Gassen“ seinen Sprung und das perfekt organisierte Event im großen Überschwang der Gefühle und des Adrenalins im Körper direkt nach dem eigenen Sprung.

    Alkoholfreie Sportgenießer räumen Siegerpokal ab
    Apropos perfekt. Das Schiedsgericht mit der frischgebackenen Backfischfestbraut Kathinka Trapp, Sabine Kromm, Andrea Lutz, Sandra Schembs und Andreas Barth wertete im Minutentakt auf den Punkt genau. Die mit Abstand wenigsten Abzüge gab’s für vier Jungs des TV Leiselheim und des SSC Trappenberg – die „Alkoholfreien Sportgenießer“. Lukas Knobloch zeigte genau wie Ciaran Hendrick, der beste Einzelspringer, und seine weiteren zwei Teamkollegen den Seemannsköpper. „Wir haben 30 bis 40 Trainingssprünge absolviert“, erklärt Lukas Knobloch den Erfolg seiner jungen Mannschaft erst sachlich, um dann den hölzernen Siegerpokal in die Höhe zu strecken und euphorisch zu ergänzen: „Als Mannschaft bei so einer klasse Veranstaltung zu siegen, das ist das Schönste.“ Was uneingeschränkt auch für die insgesamt gezeigten sportlichen Leistungen beim zweiten Wormser Rheinspringen – den Worms Masters 2022 gilt.

     
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