SOZIALAUSSCHUSS: Fachstelle für Senioren und Inklusion stellt Tätigkeitsbericht 2020 vor / Mit Alternativen gegen Corona-Auswirkungen
Persönliche Begegnung oder Beratung ist durch nichts zu ersetzen
Während coronabedingt zahlreiche Angebote für Senioren nicht mehr zur Verfügung standen, ist während der Pandemie das Bewusstsein bei älteren Menschen, digitale Medien zu nutzen, gewachsen. Diese Erfahrung machte auch der Wormser Seniorenbeirat. Foto Steve Buisinne/Pixabay
VON STEFFEN HEUMANN | Die Fachstelle für Senioren und Inklusion der Stadt Worms hat einen umfassenden Tätigkeitsbericht für das Jahr 2020 vorgelegt, den der Sozialausschuss am Donnerstag zur Kenntnis nahm. Das Jahr 2020 stellte alle vor ungewohnte Herausforderungen. So verlangte die Corona-Pandemie auch von den Zielgruppen der Abteilung „Senioren und beeinträchtigte Menschen“ einiges ab, wie Abteilungsleitern Sabine Steffens berichtete. Zusammentreffen waren plötzlich nicht mehr möglich, auf viele Gewohnheiten mussten die Senioren in Worms schweren Herzens verzichten. Schwierige Bedingungen, denen das Team der Abteilung 5.07 mit großem Engagement entgegenwirkte.
Angebote den Bestimmungen anpassen
„Die Corona-Pandemie wird uns als Fachstelle voraussichtlich auch im Jahr 2021 begleiten“, schätzt Abteilungsleiterin Steffens. Abhängig von den jeweiligen Bestimmungen müssen man daher die Angebote planen und durchführen. Als Fachstelle für Senioren und Inklusion sei man von der Wichtigkeit persönlicher Begegnungen überzeugt. Das vertraute Gespräch, das gemeinsame Erleben, das gemeinsame Lachen aber auch das Austauschen von belastenden Themen, dies wolle man unter der Einhalten der jeweiligen Verordnungen ermöglichen, betonte Sabine Steffens. Das sei auch ein wesentlicher Punkt zur Gesunderhaltung der Zielgruppe, weswegen Alternativen geschaffen und unterschiedliche Medien genutzt würden, um die älteren Menschen auch in Pandemie-Zeiten zu erreichen. Neben Telefonkontakten, Briefen oder Veröffentlichungen in den Medien, würden auch Informationen über den Offenen Kanal Worms verbreitet. Viele Veranstaltungen der Fachstelle für Senioren und Inklusion seien nur in Kooperation mit den verschiedensten Abteilungen der Stadtverwaltung und aus Institutionen und Trägern außerhalb der Verwaltung möglich. Steffens Dank galt daher dem engagierten Netzwerk aller Akteure.
Gruppentreffen im Freien wieder möglich
Man hoffe und freue sich wieder auf persönliche Begegnungen und Präsenzveranstaltungen, so Sabine Steffens. Als Fachstelle wisse man, dass eine persönliche Begegnung oder Beratung für den Mensch als soziales Wesen durch nichts zu ersetzen sei. Soweit wie möglich werde das trotz Corona auch umgesetzt. Etwa bei Spaziergängen als Angebot für kleine Gruppen. Die Nachfrage nach einer Telefonbereitung sei erwartungsgemäß gestiegen, so Steffens weiter. Anlaufpunkte wie die Seniorenbegegnungsstätten, die rund 80-100 Senioren als Treffpunkt dienen, mussten aber geschlossen bleiben. Umso mehr freute sich die Fachstellenleiterin aber, dass ab der kommenden Woche wieder Gruppentreffen – allerdings im Freien – möglich sind. Sozialdezernent Waldemar Herder würdigte das Engagement der Fachstelle, die bereits zu Beginn der Pandemie Alternativen erarbeitet und unter anderem Spaziergänge mit Senioren ermöglicht hätten, „damit die Menschen nicht vereinsamen“.
Bewusstsein für digitale Medien gewachsen
Verbunden mit der Hoffnung auf eine baldige Normalisierung rückte der Ausschuss auch Migranten unter den Senioren ins Blickfeld. „Wir sind da gerne für weitere Ideen offen“, betonte Sabine Steffens und verwies auf Mohammad Islam ud-Din, der als Botschafter in dieser Sache seit längerer Zeit tätig sei. Hildegard Küper, Vorsitzende des Seniorenbeirates, unterstrich, dass insbesondere durch die Unterstützung von Sabine Drach auch um die Mitarbeit von ausländischen Mitbürgern geworben werde. Bei älteren Mitbürgern sei erst durch Corona, dass Bewusstsein, digitale Medien zu nutzen, gewachsen, merkte Küper an. Mit Unterstützung der Verwaltung durch „MS-Teams“ sei man daher durch die Zuschaltung aller Seniorenbeiratsmitglieder immer in Verbindung geblieben.
Hintergrund: Zum 31.12.2020 lebten in Worms 23.615 Menschen, die über 60 Jahre alt sind. Davon waren 10.641 männlich und 12.974 weiblich. Die Zahl der Senioren nimmt stetig zu, im Vergleich zu 2019 sind dies 399 Senioren mehr. Zum 18.01.2021 lebten in Worms 15.128 Menschen mit Behinderung (Grad der Behinderung von 20 bis 100). Davon waren 7.621 Menschen schwerbehindert. Das heißt, dass bei ihnen ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 festgestellt wurde. Von diesen schwerbehinderten Menschen waren 6.084 im Besitz eines gültigen Schwerbehindertenausweises. 2.946 (schwerbehinderte Menschen hatten das Merkzeichen G (erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr) im Ausweis.