Fachgespräch Tourismus nur der Auftakt für weitere Treffen
Perspektive für die Region
"Wir wollen die touristischen Angebote aus dem südlichen Rheinhessen zusammen fassen um sie gemeinsam zu bewerben", so fasste der Bundestagsabgeordnete Marcus Held (SPD) als Gastgeber des Tourismus Gipfels das Ergebnis eines fast dreistündigen Fachgesprächs zusammen. Zusammen mit mehr als 40 Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Hotelerie und Gastronomie sowie IHK und Fachhochschule Worms diskutierte der im Wirtschaftsausschuss für Tourismus zuständige Held über "Perspektiven für die Region". Wichtige Impulse für Möglichkeiten der Region zeigten Fachreferenten von TUI, Lufthansa und Fraport auf, die vor allem Märkte in Asien für Rheinhessen beschrieben. "Mit dem Drehkreuz des Frankfurter Flughafens vor der Tür haben wir hervorragende Voraussetzungen, um Menschen aus aller Welt zu einem Stop-Over in unsere wunderbare Gegend einzuladen", zog Held am Ende des Gesprächs Bilanz. Durch das konkrete Angebot von Fraport, Ausflüge und Fahrten nach Rheinhessen am Flughafen mit zu vermarkten, habe man ein konkretes Ziel vor Augen, das bis zum großen rheinhessischen Jubiläumsjahr 2016 mit Leben erfüllt werden müsse, so der Bundestagsabgeordnete.
Der runde Tisch Tourismus war nur der Auftakt für weitere Veranstaltungen, um die ersten gesammelten Ideen zu vertiefen und zusammenzufassen. Hieran könne bei einem nächsten Zusammenkommen gearbeitet werden, indem wir einen Reiseveranstalter als Anbieter finden, so Held über den sogenannten Stopover-Tourismus. Dieser wird in Frankfurt schon seit geraumer Zeit angeboten, allerdings ohne die Beteiligung von Rheinhessen. „Welcome-Center“ lautet die zentrale Anlaufstelle im Frankfurter Flughafen, wo künftig auch Rheinhessen sich in „all seinen Facetten“ präsentieren sollte, so Fraport-Vertreterin Susanne Schick. Konkret könnte es sich Schick zufolge um einen Trip in die Kultur- und Weinlandschaft Rheinhessen handeln, womit die Region auch nicht in direkte Konkurrenz zu den Frankfurter „Goethe und Äppelwoi-Tours“ treten müsse. Eine mögliche Zielgruppe könnten Besucher aus dem asiatischen Raum sein.
Denn der asiatische Markt wird in den kommenden Jahrzehnten weiter boomen, so die Prognose von Frank Püttmann. Püttmann geht aufgrund von Studien davon aus, dass Asien bis zum Jahr 2030 den größten Teil an Flugreisenden auf dem Weltmarkt ausmachen wird. „Darauf müssen wir gezielt und früh reagieren“, so der Asien-Kenner Püttmann. Den internationalen Flugmarkt nahm auch Christoph Fay thematisch auf und berichtete von den Herausforderungen aus Sicht seiner Fluggesellschaft. „Wir haben schon heute mit dem Wettbewerben aus den Golfstaaten extrem zu kämpfen“, betonte Fay. Aufgrund des starken Wettbewerbsdrucks ist die Lufthansa verstärkt in das Werben um touristische Kunden eingestiegen, was die Bedeutung der Reisebranche nochmals unterstreicht. Gleichzeitig gab der Lufthansa-Vertreter mit auf den Weg, die Hochschule Worms mit ihrem stark aufgestellten Fachbereich Tourismus in künftige Projekte miteinzubeziehen. „Wir haben mit der Hochschule auch schon viele gute Erfahrungen gemacht“, bekräftigte Fay.
Professor Dr. Adrian von Dörberg von der Hochschule griff diese Steilvorlage auf und erklärte: „Bevor wir beispielsweise das Thema Marketing angehen, müssen in einem ersten Schritt Kunden und Produktive klar definiert werden“. Ein Marketing-Thema muss in jedem Fall das beliebteste rheinhessische Kulturgut sein, der Wein. Das bekräftigte der Leiter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum, Otto Schätzel, zum Abschluss der Veranstaltung und sagte: „Dieser ist bundesweit für seine Qualität bekannt und darauf können wir aufbauen.“