
Ein Ausflug der besonderen Art durften die Pfeddersheimer LandFrauen in diesem Jahr erleben, Ziel war Wolpertshausen im Hohenloher Land. In wunderschöner Lage gründete sich hier 1984 die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall, ausgehend von dem hier ansässigen Landwirt Rudolf Bühler. Er erreichte den Zusammenschluss vieler kleinbäuerlicher Betriebe und gemeinsam begannen sie mit der Zucht des einst hier häufig anzutreffenden „Schwäbisch-Hallischen Landschweins“, das aber mittlerweile aus der Mode gekommen war. Es darf gern etwas fetter sein, wird unter idealen Bedingungen, auf der Waldwiese, länger gemästet als die meisten anderen Schweine, deren Fleisch mager und preiswert sein soll.
Für das besonders schmackhafte Fleisch der „Mohrenköpfle“, die mit selbst erzeugtem Getreide und 20% Eichelschrot gefüttert werden und ohne betriebsfremde Futtermittel oder Antibiotika auskommen, können die Erzeuger einen wesentlich höheren Preis erzielen und damit ein „Auskommen mit dem Einkommen“ haben.
Eine weitere Besonderheit ist die hier erzeugte Heumilch. Dabei sind besondere Kriterien zu erfüllen, die Kühe bekommen beispielsweise keine Silage sondern Grünfutter und Heu. Aus der Heumilch werden spezielle Käsesorten und auch Eis erzeugt. Damit lassen sich wesentlich bessere Preise erzielen als mit herkömmlicher Milch. Aus den Anfängen mit dem Zusammenschluss von etwa 100 wurden mittlerweile 1.000 Höfe, die sich das Konzept zu Eigen gemacht haben.
Doch nicht nur für die heimischen Betriebe mit Milch und Fleischerzeugung sorgte Rudolf Bühler, 2001 gründete er „Exoland Herbes und Spices“ im ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Sonnenhofs. Auf ca. 1.800 m² wurde hier eine Gewürzmanufaktur eingerichtet. Dieses Projekt beinhaltet inzwischen den Vertrieb biologischer Gewürze und Gewürzmischungen. Die Gewürze kommen aus kleinbäuerlichen Betrieben in Indien, Serbien, Sansibar aber auch aus Hohenlohe.
Die Kleinbauern aus den exotischen Ländern werden speziell von Rudolf Bühler ausgesucht und arbeiten nach biologischen Richtlinien auf kleinen Flächen. Mehrere Besuche im Jahr sichern die Vermarktung der fairen Produkte, für die die Erzeuger einen garantierten Preis bekommen, der 50-100% über dem Weltmarktpreis liegt.
Den Absatz all dieser Produkte garantiert unter anderem der „Regionalmarkt Hohenlohe“ in Wolpertshausen. Gästeführer Wieland betreute die LandFrauen über den ganzen Tag und führte sie auch durch den Regionalmarkt und machte auf die Besonderheiten der Produkte aus der Region, wie Fleisch, Käse, Säfte, Honig, Obst, Brot, Schnäpse und Liköre und vieles mehr aufmerksam. Im angegliederten Restaurant konnte man sich beispielsweise vom Geschmack eines Koteletts vom Schwäbisch Hallischen Landschwein und anderen Köstlichkeiten überzeugen und so manches „Mitbringsel“ landete in den Kühltaschen der LandFrauen.
Ein Besuch im Schloss Kirchberg an der Jagst, welches von der Bäuerlichen Erzeugergenossenschaft vor ein paar Jahren übernommen wurde um darin Fortbildungen durchzuführen, rundete die Exkursion ab und ein eindrucksvoller Tag fand bei Kaffee und Kuchen oder Heumilcheis seinen Abschluss im Schloss-Café.
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