Mo., 04. November 2013, 12:22 Uhr
Gerhard Pallaschs Bilder zur Commedia dell’Arte sind noch bis zum 1. Dezember beim Kunstverein zu sehen
Philosoph Harlekin
VON REGINA URBACH Harlekin (Arlecchino) und Pagliaccio sind Figuren der italienischen Commedia dell’arte, einer im Italien des 16.-18. Jahrhunderts sehr populären, improvisierten Theatertradition. Arlecchino ist nicht einfach der lustige „Clown“; er ist scharfsinnig und -zügig, tragisch und komisch zugleich – und er lässt sich nicht in die Karten schauen, was er wirklich denkt. Diese Welt des Theaters und der Artisten faszinierten den als Zeichner und Grafiker bekannten Wormser Künstler und Kokoschka-Schüler Gerhard Pallasch, der im Juni 90 Jahre alt geworden wäre.
Seine Witwe Rosemarie Pallasch organisierte nun im Kunstverein eine Ausstellung zu seinen Maskenbildern mit dem Titel „Commedia dell’Arte“, die schon bei ihrer Eröffnung am Sonntag auf überbordendes Interesse stieß. Jung und Junggeblieben, Jugendliche, Kinder mit ihren Eltern und Großeltern und viele kunstinteressierte Wormser erscheinen so zahlreich, dass die Räume des Kunstvereins brechend voll waren.
„Das kann ich eben gut und das geht gut.“
Der Harlekin sei seine Lebensphilosophie, hat Pallasch einmal gesagt, erzählte seine Witwe. Dr. Klaus-Michael Döll, der den Künstler seit der Kindheit gekannt hatte, würdigte sein Wirken und steuerte manch gemeinsam erlebte Anekdote bei. So habe Pallasch auf die Frage, warum er so viele Fische und Clowns male, selbstironisch geantwortet: „Das kann ich eben gut und das geht gut.“ Döll, kein Kunsthistoriker, forderte das Publikum auf, sich selbst seine Interpretation zu solchen Sätzen zu er-schauen und sich „mit der Fantasie eine Welt zu erschaffen“. Die figürlichen Darstellungen zeigen Masken und Gesichter mit intensivem, melancholischem oder rätselhaftem Ausdruck. Sie kamen beim Publikum gut an, viele ließen sich die Preisliste geben.[nggallery id=272]