50 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Worms und Auxerre werfen ihre Schatten voraus
Planungen für „Goldene Hochzeit” haben begonnen
In einer Ehe würde man von einer Goldenen Hochzeit sprechen: Ganze 50 Jahre alt wird die Städtepartnerschaft zwischen Worms und Auxerre im März 2018. Der seit vielen Jahren überaus engagierte Partnerschaftsbeauftragte Hans Steinberger steckt bereits mitten in den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten im nächsten Jahr. Vor wenigen Tagen besuchte auf seine Initiative hin eine Delegation aus Auxerre Worms, um Details zu besprechen.
Gemeinsam mit Oberbürgermeister Michael Kissel, der städtischen Partnerschaftsbetreuerin Tatjana Lösch, Wolfgang Neidhöfer von der Musikschule, der Wirtschaftsförderung und Andrea Wensch von der IHK Rheinhessen lotete die Gruppe nicht nur mögliche Termine für die Jubiläumsfestivitäten aus, sondern auch Möglichkeiten einer künftigen wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Wormser und französischen Betrieben. „An diesem Punkt sind die Planungen noch nicht konkret geworden, doch wir haben intensiv darüber beraten“, berichtet OB Kissel. Andrea Wensch werde sich des Themas annehmen.
Musikfestival in Planung
Als drittes Projekt stand ein Musikfestival im Juli 2018 in Auxerre auf der Tagesordnung, an dem auch Schüler der Wormser Musikschule teilnehmen sollen. Bei dem Festival „Jeune Euro Musiques“ kommen jugendliche Musiker der Partnerstädte von acht Gemeinden im Umkreis von Auxerre zusammen, um gemeinsam einen Konzertabend zu gestalten. „Dieses Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, den langfristigen Fortbestand der Idee der Städtepartnerschaften im europäischen Rahmen zu sichern. Die Begegnungen unter den Jugendlichen sollen vor allem der vertiefenden Wahrnehmung Europas dienen“, erläutert OB Kissel, der gerne für diese einmalige Idee wirbt.
Generell seien sich die Verantwortlichen in Worms und Auxerre einig, dass der Europäische Gedanke bei dem 50-jährigen Jubiläum eine zentrale Rolle spielen solle. „Wir haben im Geiste des Élysée-Vertrages von 1963, der die Epoche der „Erbfeindschaft“ beendete und die deutsch-französische Freundschaft begründete, im Jahre 1968 diese Partnerschaft geschlossen und konnten sie über all die Jahre hinweg lebendig halten. Dies haben wir vor allem dem großen bürgerschaftlichen Engagement auf beiden Seiten zu verdanken“, unterstreicht der Wormser Stadtchef. Die Aussöhnung zwischen den Völkern als ursprüngliches Ziel hätten die Städtepartnerschaften erreicht, doch gerade in Zeiten von aufkeimendem Nationalismus und Unsicherheit im Hinblick auf die Europäische Union sei es essentiell, ein solches Jubiläum auch dafür zu nutzen, den Europäischen Gedanken in den Fokus zu rücken.
OB Michael Kissel (Mitte) in der Planungsgruppe für das Städtepartnerschaftsjubiläum.