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  • Fr., 15. September 2017, 13:39 Uhr
    Zwei Bäume stellen ein Sicherheitsrisiko dar / Fällung ist unumgänglich

    Planungen für Neugestaltung von Domplatz und Kreuzgang

    Die Planungen für die Neugestaltung von Domplatz und Kreuzgang nehmen Gestalt an. Dies berichten Propst Tobias Schäfer und Klaus Berg für die Domgemeinde. In einer Planungssitzung mit den Architekten des Berliner Büros Sinai konnten kürzlich konkrete weitere Planungsschritte besprochen werden. Bei einem von der Domgemeinde und dem Bistum Mainz ausgeschriebenen Gestaltungswettbewerb war im Mai der Entwurf des Berliner Büros Sinai mit dem 1. Preis ausgezeichnet worden. Der Verwaltungsrat der Domgemeinde hatte daraufhin dieses Landschaftsplanungsbüro mit der weiteren Planung beauftragt.


     „Eine große Herausforderung ist die Zeitachse“, berichtet Klaus Berg aus den Beratungen. „Da wir zur Tausendjahrfeier keine Baustelle um den Dom haben möchten, werden wir das Projekt in mehreren Bauabschnitten realisieren müssen und vor der Jubiläumsfeier vermutlich zunächst nur die notwendigen Anpassungen an den Domplatz vornehmen können.“ Diese sollen eng mit der Archäologie abgestimmt werden, weshalb auch die Leiterin der Landesarchäologie Dr. Marion Witteyer an der Besprechung teilnahm. Die weitere Umsetzung der Neugestaltung soll unmittelbar nach den Jubiläumsfeierlichkeiten zügig erfolgen.


     Allerdings hat uns gleich auch eine ziemliche Hiobsbotschaft erreicht“, berichtet Propst Tobias Schäfer. Der öffentlich bestellte und vereidigte Baumgutachter, den die Domgemeinde zur Vorbereitung der Arbeiten eingeschaltet hatte, brachte durch sein Gutachten an den Tag, dass zwei der insgesamt 8 Bäume auf dem Domplatz so krank seien, dass er entgegen der ursprünglichen Planung der Domgemeinde für die Platzgestaltung dringend zur Fällung dieser Bäume rät. „Wir waren zuerst schockiert über diese Nachricht, zumal wir deutlich wahrgenommen haben, wie sehr gerade die Erhaltung der Bäume in der Umfrage, zu der wir im Vorfeld des Wettbewerbs aufgerufen hatten, ein zentrales Anliegen der Bevölkerung ist.“ Die gute Nachricht sei, dass die anderen Bäume – der große, prägende Bergahorn über dem Burchard-Denkmal und die den Domplatz rahmenden 6 Kastanien – kerngesund seien. Allerdings könne man mittlerweile auch als Laie erkennen, dass die beiden Ahorn-Bäume, deren Stamm fast zusammen gewachsen ist und die unmittelbar im Zentrum des Domplatzes stehen, in der Krone deutlich erkennbare lichte Stellen und bereits sehr viel Totholz zeigen. Der Gutachter führt das auf eine Holzfäule im Stammfuß- und Wurzelbereich zurück und diagnostiziert, dass die betreffenden Bäume auch durch baumpflegerische Maßnahmen nicht zu retten sind. Er empfiehlt daher die Entfernung noch vor den geplanten Baumaßnahmen. „Wir haben natürlich sofort mit dem Grünamt der Stadt Worms Kontakt aufgenommen, das nach einem Ortstermin die Einschätzung des Gutachters teilt.“, so Propst Schäfer weiter.


     Der Baumfällantrag solle nun zügig vorbereitet und bei der Stadtverwaltung eingereicht werden. Dann müssten mit den entsprechenden Behörden die nächsten Schritte besprochen werden. Da das Totholz auf dem viel begangenen Platz eine akute Gefahr darstellt, müsse schnell gehandelt werden, weil andernfalls umfangreiche und kostspielige Maßnahmen im Blick auf die Verkehrssicherungungspflicht notwendig seien. „Baumpflegerische Maßnahmen werden die Lebenserwartung der kranken Bäume nach Auskunft des Gutachtens nicht mehr steigern. Da die beiden Bäume somit ein Sicherheitsrisiko für die Besucher des Domplatzes darstellen, ist wohl das Fällen unumgänglich“, ergänzt Klaus Berg.


     „Dass wir die Bäume nun entgegen der vorliegenden Planung fällen müssen, tut auch mir sehr weh. Andererseits eröffnet es aber auch die Chance, vielleicht doch eine immer wieder angeregte archäologische Erkundung der Johanniskirche ins Auge zu fassen“, versucht Propst Schäfer der Sache auch etwas Positives abzugewinnen. „Ich könnte mir vorstellen, dass nach dem Jubiläumsjahr die Archäologen hier graben, bevor dieser Teil des Domplatzes dann neu gestaltet wird.“ Natürlich sei das auch eine Kostenfrage. „Wir werden hier mit der Stadt und der Archäologie ins Gespräch gehen. Wenn es die Chance gibt, hier ein weiteres Stück der Geschichte von Worms zu erforschen und vielleicht auch künftig sichtbar zu machen, unterstützen wir das unsererseits gern.“ Auch die Landesarchäologie sei über die neue Entwicklung bereits informiert.


     Immer wieder würde auch gefragt, wann das Haus am Dom nun endgültig fertig werde. „Bauverzögerungen haben unseren ursprünglichen Zeitplan leider deutlich nach hinten verschoben“, erläutert Klaus Berg. Nach aktuellem Stand gehe die Domgemeinde davon aus, dass die Einweihung spätestens zu Ostern 2018 stattfinden könne.

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