Am 22. September startet das 3. PopUp-Festival mit zahlreichen Highlights
Poesie für Demokratie – und urbane Subkultur für Worms
Der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel, Festival-Macher David Maier und Hendrik Hering (von links) bei der Pressekonferenz. Foto: Regina Urbach
VON REGINA URBACH In Worms sind die Wege kurz und Gräben überbrückbar. Das beweist das 3. PopUp-Festival, das nach 2.500 Besuchern im vergangenen Jahr sein Budget und die Unterstützung durch Stadt und Sponsoren erweitern konnte.
Sogar der rheinland-pfälzische Landtagspräsident Hendrik Hering erschien zur Pressekonferenz am Mittwoch und bekundete Interesse, an einer der Veranstaltungen teilzunehmen – trotz Wahlkampfterminen.
Denn die musikalischen Lesungen, eine Stadtführung Demokratie (23. September), die Familien-Aktion „Rettet die Wahle“ (am Bundeswahltag, 24. September), Film- und Spielabende, Konzerte, Talks und Parties und eine Ausstellung finden rund um den Wahltermin statt: in leerstehenden Geschäften, der kürzlich wiederbelebten Gaststätte „Hamburger Tor“ (Nähe Judengasse), der „Fabrik“, dem Kunstverein oder dem Dominikanerkloster. Zielgruppe sind Jüngere, die sich von offiziellen Kulturformaten wenig angesprochen fühlen.
Subkultur auf dem Weg zu breiterem Publikum
Doch 2017 bewegt sich die Subkultur auch auf ein Publikum zu, dem Highlights wie ein Konzert mit Sophia Kennedy (29. September in der Bowling Bar im früheren Bauhaus/ Nibelungencenter) oder eine Lesung mit Titanic-Autor Thomas Gsella (28. September im Kunstverein in der Renzstraße) einen Obulus wert sind. Die Guerilla-Aktionen werden weniger, bleiben aber Überraschungen.
Freunde guter Musiktexte können sich auf die musikalische Lesung zu Bob Dylan (Literaturnobelpreis 2016) und dem im letzten Jahr verstorbenen Leonard Cohen freuen, mit David Maier und dem aus Worms stammenden Regisseur Boris C. Motzki (27. September.). Zur Eröffnung des Festivals am 22. September vertonen Wigald Boning und Roberto di Gioia Stummfilme von George Méliès.
„Get together“ und Diskurs über Kultur liegen David Maier besonders am Herzen. Er schwärmte vom letztjährigen Stadtspiel „Worms-Duell“: „In dem Moment, wenn sich Menschen treffen, um gemeinsam Leben und Kultur zu genießen und zu feiern, beginnt die lebendige, demokratische Gesellschaft.“ Minister Hering schlug in dieselbe Kerbe: „Jede Freiheitsbewegung hatte ihre kulturellen Elemente“, betonte er, und „Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit“. Junge Menschen erneut für sie zu begeistern, habe sich der rheinland-pfälzische Landtag auf die Fahnen geschrieben. Gerade jetzt.
Das ganze Programm findet man unter www.popupworms.de und bei der PopUp-Facebook-Seite.
Auch Comedian Wigald Boning gehört zum Line-up des Festivals. Foto: Stefan Menne