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  • Mo., 26. August 2019, 16:07 Uhr
    VORTRAGSREIHE: Erneut positiver Resonanz im Herrnsheimer Schloss / Dalbergakademie kooperiert mit Poleninstitut in Darmstadt / zwei polnische Filmabende bei freiem Eintritt in der Wormser Kinowelt im September

    „Polen – immer Richtung Westen"

    Nachdem die Dalbergakademie im vergangenen Jahr mit dem Thema „Die andere Türkei“ erfolgreich gestartet war, standen vom 20 bis 22. August drei Vorträge zum Thema „Polen – immer in Richtung Westen“ auf dem Programm in Schloss Herrnsheim. Hintergrund war die Aktualität von Fragen wie Pressefreiheit und Unabhängigkeit der Justiz im europäischen Diskurs. Beides machte beim Hambacher Fest 1832 Polen und Deutsche zu politischen Freunden. Der erste Vortrag von Dr. Kaluza (Poleninstitut Darmstadt) beschäftigte sich mit der politischen Landeskunde Polens nach 1989. Eine Erkenntnis war, dass sich aus der Solidarność ein liberales und ein konservatives Lager entwickelt hat mit Wahlmehrheiten im Westen, bzw. im Osten. Daran konnte auch der dritte Vortrag von Prof. Hallicka (Universität Posen) anknüpfen, die sich mit der Zeit von Polens wildem Westen, so ein Buchtitel von ihr, in der Zeit zwischen 1946 und 1949 beschäftigte. Nach der Vertreibung der Deutschen wurden hier zu großem Teil Polen aus dem Osten des Landes angesiedelt, der der Sowjetunion zugeschlagen worden war und die ihrerseits von dort vertrieben wurden. Deren Beheimatung hat in der zweiten und dritten Generation zu einem besonderen Interesse an der Geschichte ihrer neuen Heimat geführt und damit zu einer Beschäftigung mit der deutschen Vergangenheit im 19. Jahrhundert.

    Zwei polnische Filmabende

    Dr. Loew (Poleninstitut Darmstadt) erzählte die Geschichte von Polen in der Rhein-Main-Neckar-Region in den letzten 200 Jahren. Dabei fiel auf, dass die Polen hier zwar fast überall die zweitgrößte Migrantengruppe nach den Türken stellen, aber im Vergleich mit diesen eher wenig organisiert und nach außen sichtbar sind, weil viele von ihnen versuchen, sich schnell und gut zu integrieren, um nicht aufzufallen. Musikalisch begleitet wurden die Vorträge am ersten Abend von Gitarrist Piotr Zaleski und Countertenor Piotr Lykowski (Musikhochschule Breslau) mit Volksliedbearbeitungen des vor 200 Jahren geborenen Komponisten Stanislaw Moniuszko, am zweiten Abend von Kontrabassist Vitold Rek und Saxophonist Burkhard Kunkel mit jazzigen Bearbeitungen polnischer Volkslieder und Eigenkompositionen. Kulturkoordinator Volker Gallé zeigte sich erfreut über die mit etwa 130 Besuchern erneut gute Resonanz der Vortragsreihe. Die Dalbergakademie ist der Vorgeschmack auf eine der nach der Sanierung des Schlosses geplanten Nutzung. Sie schließt im September mit zwei polnischen Filmabenden bei freiem Eintritt in der Wormser Kinowelt ab. Am Mittwoch, dem 4. September, um 20 Uhr, wird der Film „Cold War“ von Oscar-Preisträger Pawel Pawlikowski gezeigt, am Mittwoch, dem 11. September, der Film „Die Spur“ von Agnieszka Holland. Weitere Informationen findet man auf www.worms.de

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