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  • Mo., 02. Dezember 2019, 12:42 Uhr
    Betrüger geben sich weiterhin als Enkel und Polizeibeamte aus

    Polizei warnt vor Betrugsmasche

    Anrufe durch falsche Polizisten und vermeintliche Enkel bleiben in Rheinland-Pfalz weiterhin aktuell. Erst kürzlich schlugen die falschen Polizisten zu und konnten eine Seniorin um 40.000 Euro betrügen. Vorwiegend ältere Menschen werden als Opfer ausgewählt und mit ständig neuen Tricks und erfundenen Geschichten unter Druck gesetzt, um Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände herauszugeben. Es wird neuerdings festgestellt, dass die Täter ihre Vorgehensweise anpassen und erweitern.

    Mit folgenden Maschen versuchen die Betrüger am Telefon ihre Opfer abzuzocken:

    Falscher Polizeibeamter: Die erste Kontaktaufnahme verläuft über das Telefon. Die Betrüger geben sich dabei als Amtsperson, oft als Polizeibeamte aus. Häufig
    nutzen die Straftäter eine spezielle Technik, die auf dem Telefondisplay der Angerufenen die Notrufnummer 110, die der örtlichen Polizeidienststelle oder des
    Bundeskriminalamtes anzeigt. Unter einem Vorwand wie beispielsweise, die Polizei habe Hinweise auf einen geplanten Einbruch, gelingt es den Betrügern immer
    wieder, glaubwürdig zu vermitteln, dass Geld und Wertsachen im Haus nicht sicher seien. Daher müsse alles in Sicherheit gebracht werden und einem Polizisten in
    Zivil ausgehändigt werden, der vorbei käme.

    Enkeltrick: Selbstsicher und überzeugend geben sich die Täter am Telefon als Verwandter, Enkel oder guter Bekannter aus. Die Einstiegsfrage ist oft: "Weißt
    du wer dran ist?" oder "Ich bin's!", um einen Namen zu erhalten. Stimmveränderungen werden mit Erkältung oder der schlechten Verbindung (Handy) erklärt. Rhetorisch geschickt wird eine ausgeklügelte Geschichte erzählt, um das Vertrauen der meist älteren Menschen zu gewinnen. Hierbei wird eine finanzielle
    Notlage, wie z.B. eine Notoperation, der Kauf einer Immobilie oder eines Autos vorgetäuscht. Die Situation wird immer als äußerst dringlich dargestellt. Zudem
    wird wiederholt bei den Opfern angerufen, um diese vermehrt unter Druck zu setzen. Der angebliche Enkel oder ein anderer vermeintlicher Verwandte gibt an,
    dass jemand anderes das Geld abholen komme, da er selbst verhindert sei.

    Besonders häufig wurden potentielle Opfer durch sogenannte „Falsche Polizeibeamte" angerufen. 2018 wurden 4682 Anrufe gemeldet. Hierbei kam es in 53
    Fällen zu einem finanziellen Schaden. In 1.182 Fällen gaben sich die Täter als Enkel aus. Bei 26 davon waren die Täter leider erfolgreich mit ihrer Masche und
    konnten Geld erbeuten.

    „Erweiterung des Enkeltricks"

    Da die Präventionsarbeit der vergangenen Jahre gegriffen hat, sprich die älteren Menschen die einzelnen Betrugsmaschen kennen und kaum noch darauf hereinfallen,
    denken sich die Betrüger immer wieder neue Varianten aus, um die älteren Menschen zu verunsichern und letztlich doch an ihr Geld zu gelangen. So ist seit
    einiger Zeit eine Kombination der Betrugsmaschen "Enkeltrick" und "Falscher Polizeibeamter" festzustellen: Ein Täter meldet sich völlig aufgelöst am Telefon und sagt beispielsweise „Oma, ich habe einen Unfall gebaut und dabei eine Frau und ein Kind verletzt. Ich brauche dringend 30.000 Euro." Die Geschädigte fragt daraufhin, ob ihr Enkel "Paul" am Telefon sei. Egal welcher Name hier genannt wird, es erfolgt eine Bestätigung durch den Anrufer. Im Anschluss wird das Telefon an einen
    angeblichen Polizeibeamten übergeben. Dieser fragt daraufhin, ob Geld oder Wertgegenstände im Haus seien. Die weitere Masche läuft wie gewöhnlich ab.

    Eine besonders perfide „Erweiterung" des „Enkeltricks": Nachdem die Geschädigten den Telefonhörer aufgelegt hatten, weil sie den Betrugsversuch durchschaut
    hatten und sich bei der Polizei vergewissern wollten, dass sie nicht betrogen wurden, erreichten sie nicht die Polizei, sondern die Täter. Der angebliche Polizeibeamte gibt an, dass er das Gespräch mitgehört hätte und die Täter, die alte Menschen betrügen, fassen möchte. Dazu wäre aber Geld als "Köder" erforderlich, welches der Angerufene unmittelbar zurückerhalten würde. Das Geld wird vom falschen Polizisten abgeholt und ist weg.

    Die Tour vermasseln

    Außer den hier geschilderten Maschen, gibt es zahlreiche weitere Variationen, wie die Betrüger versuchen, an Geld zu kommen. Mit den folgenden Tipps können
    Betroffene falschen Enkeln und Polizeibeamten die Tour vermasseln:

    - Man sollte seine Angehörigen über die Betrugsmaschen aufklären

    - Die Polizei wird niemals um Geldbeträge bitten oder dazu auffordern, Geld oder Wertsachen herauszugeben

    - Die Polizei ruft niemals unter der Polizeinotruf-Nummer 110 an

    - Bei verdächtigen Anrufen: Sofort den Telefonhörer auflegen! Das ist keinesfalls unhöflich!

    -Betroffene sollten sicherstellen, dass das Telfefonat richtig beendet und die Verbindung wirklich abgebrochen ist

    - Angerufene sollten misstrauisch sein, wenn sich jemand am Telefon mit den Worten meldet „Rate mal, wer hier spricht!" oder ähnliche Formulierungen verwendet, ohne sich selbst namentlich vorzustellen

    - Auf telefonische Geldforderungen nicht eingehen

    -Man sollte den Enkel unter der bekannten Nummer anrufen, um die Echtheit des Anrufers zu klären

    - Wer Opfer der Betrugsmasche geworden ist, soll Anzeige bei der Polizei erstatten

    - Nicht die Rückwahltaste nutzen! Bei Rückfragen an die Polizei sollte die Telefonnummer der örtlichen Dienststelle selbst über
    die Tasten eingegeben werden

    Weitere Informationen gibt es im Internet unter https://www.polizei.rlp.de/de/aufgaben/praevention/kriminalpraevention/aktuelle-betrugsmasche-falsche-polizeibeamte/

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