Bürgermeister Bothe thematisierte beim Neujahrsempfang der VG Monsheim globale Krisen wie auch die heimische Entwicklung
Positive Entwicklung in unruhigen Zeiten
Die drei Ehrungen waren der Höhepunkt des Neujahrsempfangs. Von links: Oberbürgermeister Michael Kissel, Landrat Ernst Walter Görisch, Mathias Schmitt, Frank Sagadin,Frank Kiefer, Ralph Bothe, MdL Kathrin Anklam-Trapp und MdB Jan Metzler.
Von Gernot Kirch Der Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde Monsheim fand am Sonntagmorgen in der Anhäuser Mühle statt. Zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft, aber auch viele Bürger konnten begrüßt werden.
VG-Bürgermeister Ralph Bothe bot in seiner Ansprach den gewohnten, guten Mix aus weltpolitischen und lokalen Themen. Zunächst rückte er bei den Gedanken an das vergangene Jahr den grausamen Krieg in Syrien, die Flüchtlingsproblematik und den weltweiten Vormarsch der Nationalisten und Populisten in den Fokus. Im weiteren Verlauf sprach er die Europäische Union an, die am Abgrund stehe und merkte kritisch an, dass es in 2017 nicht unbedingt besser werden müsse, sondern es noch viel dicker kommen könne. Hier nannte er den Amtsantritt von Donald Trump in den USA sowie die Wahlen in Holland, Frankreich und Deutschland.
Wirtschaft boomt
Im Gegensatz zu den politischen Krisen stünde, so Ralph Bothe, die positive Entwicklung an den weltweiten Börsen und die boomende Wirtschaft. So würden 70 Prozent der Deutschen ihre persönliche Situation als zufriedenstellend oder gar als sehr gut bezeichnen. Aber trotz des Aufschwungs gebe es Verlierer, etwa Leih- oder Zeitarbeiter, die den Preis der Globalisierung zahlten, so der VG Bürgermeister. Hier sei die Politik gefordert, um Populisten nicht das Feld zu überlassen.
Verbandsgemeinde mit Dynamik
Ralph Bothe präsentierte im lokalen Teil seiner Ansprache die guten Finanz- und Wirtschaftszahlen der VG Monsheim, die es in 2016 erlaubt hätten, kräftig zu investieren und die Infrastruktur zu verbessern. Ein Schwerpunkt waren hier die Schulen, so habe die Verbandsgemeinde 550.000 Euro in die Generalsanierung der Realschule in Flörsheim-Dalsheim gesteckt. In der Grundschule Monsheim sei der erste Schritt hin zur Barrierefreiheit vollzogen worden und in der Grundschule Offstein entstand ein neuer Klassenraum. Ein weiterer Schwerpunkt sei der Ausbau des Betreuungsangebots in Kitas für unter 3-jährige mit Investitionen in Monsheim, Mörstadt und Flörsheim-Dalsheim gewesen.
Baugrundstücke gefragt
Erfreulich sei in der Verbandsgemeinde die große Nachfrage nach Immobilien. In den Neubaugebieten seien praktisch alle Baugrundstücke schon verkauft oder reserviert. Um die steigende Bedarf an Mietwohnungen bedienen zu können, habe sich die VG entschlossen, eine eigene Wohnungsbaugesellschaft zu gründen, die bereits über erste Objekte verfüge.
Neues „Gewerbegebiet Ost“
Eine ebenso positive Entwicklung wie bei den Privatimmobilien habe es bei den Firmenansiedlungen gegeben. Im Gewerbegebiet Monsheim habe sich unter anderem das Unternehmen Global Brand Concepts niedergelassen. Auch im Gewerbegebiet Flörsheim-Dalsheim fanden weitere Grundstücke ihre Abnehmer und in Monsheim beabsichtige man ein neues Gewerbegebiete zwischen der Winzergenossenschaft und der Kläranlage zu erschließen.
Drei Ehrungen
Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Ehrung für verdiente Mitbürger, die sich um das Gemeinwohl bemühten. Zunächst übergab Ralph Bothe die Urkunde und die Medaille an Frank Kiefer aus Mörstadt für dessen jahrzehntelanges Wirken im Sport- und Vereinsleben der Gemeinde Flörsheim-Dalsheim sowie für sein bemerkenswertes soziales und kulturelles Engagement.
Die nächste Auszeichnung ging an Frank Sagadin ebenfalls aus Flörsheim-Dalsheim. In der Laudatio hob Bürgermeister Ralph Bothe die gestalterische Mitarbeit in der Kommunalpolitik sowie das Wirken im Kultur- und Vereinsleben hervor.
Den Schlusspunkt setze die Auszeichung für Mathias Schmitt aus Offstein, der für seine Verdienste bei der Freiwillen Feuerwehr sowie die kirchliche Arbeit geehrt wurde.
Stilvoll, aber etwas zu lang
Insgesamt eine sehr schöne und stilvolle Veranstaltung, wenn auch mit einer Dauer alleine des offizinellen Teils mit Reden und Ehrungen von anderthalb Stunden etwas zu lang. Weniger wäre hier mehr.