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  • Fr., 22. Januar 2021, 18:55 Uhr
    BAUAUSSCHUSS: Planungsprozess für Neubau einer Sporthalle an der Karmeliter Realschule Plus kann fortgesetzt werden / 13 Bands bald ohne Proberaum – Alternativen gesucht

    Präsentation weckt Vorfreude

    Blick in die Zukunft auf den Neubau der Sporthalle an der Karmeliter Realschule Plus. Grafik: Klinger Brückmann Architekten/Stadt Worms


    VON STEFFEN HEUMANN | Dem Bauausschuss wurde die Vorentwurfsplanung für den Neubau einer 1-Feld-Normsporthalle einschließlich neuer WC-Anlagen vorgestellt und beschlossen, auf dieser Grundlage den Planungsprozess fortzusetzen. Die jetzige Sporthalle wurde wegen Schadstoffbelastung, Undichtigkeiten im Dach und gravierenden statischen Mängeln stillgelegt. Die Halle steht seit Februar 2017 leer und ist bis dato ungenutzt. Von einer Sanierung der Bestandshalle wird aus wirtschaftlichen Gründen abgeraten, auch entspricht diese nicht der Größe einer 1-Feld-Normsporthalle. Die Schüler-WC-Anlagen können ebenfalls nicht mehr wirtschaftlich und nachhaltig saniert werden. Die Schule wünscht als Ersatz, den Neubau einer 1-Feld-Normsporthalle am gleichen Standort einschließlich Schüler-WCs.

    Vom Gebäudebewirtschaftungsbetrieb der Stadt Worms wurde diesbezüglich ein Planungsauftrag an die Klinger Brückmann Architekten aus Lorsch erteilt. Das Projekt wurde Mitte des Jahres an den Bereich 6-Planen und Bauen, Abt. 6.5 Hochbau übergeben. Es wurden Änderungen hinsichtlich der Dachform und Architektur, klimabedingter Einflüsse und Materialien vorgenommen, welche sich positiv auf die Gesamtumgebung und das Gebäudeensemble auswirken. Der Vorentwurf gliedert sich in 3 wesentliche Bereiche: 1. Umkleiden einschließlich Eingangsbereich und Eingang über den Schulhof; 2. 1-Feld-Sporthalle (Norm-Sporthalle) mit Notausgängen zum Schulhof; 3. Schüler WC-Anlagen-Schule mit Behinderten-WC mit Zugang vom Schulhof

    Auf die Planung und Nutzung sowie Gebäudegestaltung wurde in der Präsentation im Detail eingegangen. Auf dem eigenen Grundstück müssen Stellplätze nachgewiesen werden, die raumbildend, links und rechts an den Stirnseiten der Halle angeordnet und eingegrünt werden. Die Dachflächen werden zur Einhaltung des sommerlichen Wärmeschutzes, des Stadt- und Raumklimas extensiv begrünt. Die Schätzkosten für den Neubau betragen 3.643.000 Euro mit 1- Feld-Normsporthalle einschließlich neu herzustellender WC-Anlagen (für Schüler-/innen der Schule) und PKW-Stellplätzen. Gefördert wird das Vorhaben mit 500.000 Euro. Im letzten Schritt muss die Schulhoffläche ergänzt sowie die Einfriedung der Gesamtanlage fertiggestellt werden. Die Schätzkosten für die Schulhoffläche und Einfriedung belaufen sich auf 250.000 Euro.

    Diplom-Architekt Klaus Klinger erklärte in seiner Präsentation, dass das Gebäude vor allem in den Kellerräumen massive Schäden aufgewies und man sich bewusst für eine Stahlkonstruktion mit begrüntem Flachdach entschieden habe, um nicht zuletzt auch das Mikroklima positiv zu beeinflussen.

    Großer Schatz im Keller und breiter Konsens

    Timo Horst (SPD) erinnerte daran, dass die Räume im Keller regelmäßig als Proberäume genutzt würden. Dezernent Uwe Franz betonte auf Nachfrage, dass es nicht möglich sei, diesen Standort für Bands beizubehalten, da sonst mindestens weitere 750.000 Euro für Sanierungsmaßnahmen aufgewendet werden müssten. Allerdings halte man nach Alternativen Ausschau. Carlo Riva (SPD) gab zu bedenken, dass etwa 13 Bands auf die dortigen Proberäume angewiesen seien und diese eine große Relevanz für die Musikkultur in der Stadt hätten. Uwe Franz ergänzte, dass es sich um keinen Rausschmiss der Bands handeln würde, zumal die Option zum Proben dort noch auf Monate gesichert sei.

    Christian Engelke (Bündnis 90/Die Grünen) unterstrich, dass die Räume, die durch eine unscheinbare Tür betreten würden, einen großen Schatz beinhalten. Als Stadt müsse man sich verpflichtet fühlen, diesen zu erhalten, führte Engelke weiter aus. Steffen Landskron (FWG/Bürgerforum) machte ebenfalls deutlich, dass ihm die Proberäume am Herzen lägen. „Die können dort mal richtig krach machen“, so Landskron, der sich ein zeitnahes Ergebnis bei der Suche nach Ersatz wünscht und das auch auf externe Räume beziehe, die man gegebenenfalls anmieten müsse.

    Timo Horst hofft auf eine innenstadtnahe Lösung. Dr. Klaus Karlin (CDU) sieht im Erhalt von Proberäumen ein wichtiges Ziel und machte deutlich, dass man einerseits Milliarden in die Lufthansa-Rettung stecke, der Kommune aber die Hände gebunden sei, um in die Wormser Kulturszene zu investieren. Alfred Koch (FDP) merkte an, dass der Wunsch nach neuen Proberäumen nicht zum Hemmschuh für das Schulhallenprojekt werden dürfe. Jens Guth (SPD) warb ebenfalls dafür, dass man die freie Musikszene nicht kaputtgehen lassen dürfe und brachte als mögliche Option die Valckenberg-Keller unter dem Weckerlingplatz ins Spiel. Dezernent Uwe Franz nahm den breiten Konsens der Befürworter zur Kenntnis und signalisierte erneut, dass die Verwaltung nach geeigneten Räumlichkeiten zum Proben Ausschau halten wird.

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