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  • Mo., 21. September 2020, 11:37 Uhr
    Nibelungen-Festspiele: „Das Herbstprogramm“ bringt hochkarätige Künstler zurück auf die Wormser Bühnen und gewährt einen Ausblick auf die kommenden Spielzeiten

    Prominent besetzte, einmalige Veranstaltungsreihe

    Ildikó Gáspár gehört zu den wichtigsten Vertreterinnen der jungen ungarischen Theaterszene. Als Regisseurin arbeitet sie in Schweden, Litauen, Serbien und Deutschland. Außerdem ist sie Autorin und Übersetzerin. Foto: Judit Horvath


    In diesem Sommer konnten die Nibelungen-Festspiele aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Dennoch wurde für den Herbst 2020 eine einmalige Veranstaltungsreihe mit hochkarätigen Künstlern konzipiert. Vom 31. Oktober bis zum 2. November präsentieren die Nibelungen-Festspiele im Wormser „Das Herbstprogramm“. Im Mittelpunkt steht die Uraufführung des Autorenwettbewerbs „Wind von Norden“ gemeinsam mit dem Nationaltheater Mannheim, ein Ausblick auf die beiden Uraufführungen vor dem Wormser Kaiserdom der nächsten Festspieljahre, Vorträge der Nibelungenliedgesellschaft sowie eine musikalische Lesung mit der Sängerin und Schauspielerin Wiebke Puls. Der Vorverkauf startet ab sofort.

    Intendant Nico Hofmann findet es: „Großartig, dass wir das Herbstprogramm noch in diesem Jahr so prominent zusammenstellen konnten“. Sein großer Dank geht an die Geldgeber und Organisatoren, die intensiv an der Umsetzung gearbeitet hätten. Theater und künstlerischer Austausch seien und blieben extrem wichtig. „Mehr denn je wird sich Worms gesellschaftlich und politisch relevant positionieren, hier gibt das Herbstprogramm einen Vorgeschmack“, so Hofmann. Nicht nur die Pandemie bewegten einen, auch politische Ereignisse, wie zuletzt der Eingriff des Staates Ungarn in die Freiheit von Kunst und Kultur verstärkten den Anspruch, „gesellschaftspolitisch mit unserem Programm zu reagieren“. 

    Für Geschäftsführer Sascha Kaiser ist es „nicht selbstverständlich in Zeiten der Pandemie, in der die Kulturbranche besondere Einschränkungen erfährt“. Die Nibelungen-Festspiele könnten auf einen großen Rückhalt von Seiten des Wormser Oberbürgermeisters Adolf Kessel und des Wormser Stadtrats zählen. „Ohne die Unterstützung vom Land Rheinland-Pfalz, von unseren Sponsoren und Förderern, die ein großes Vertrauen in uns haben, sowie vom Freundes- und Förderkreis der Nibelungen-Festspiele wäre dies alles so nicht möglich“, unterstreicht Kaiser. Das zeige einmal mehr, „dass die Nibelungen-Festspiele ein wichtiger Leuchtturm im kulturellen Leben der Stadt Worms und der gesamten Region sind“. 

    Der künstlerische Leiter Thomas Laue bedauert zwar, dass, die große Inszenierung vor dem Dom in diesem Sommer nicht stattfinden konnte, doch man dürfe nicht aufhören, „Theater zu machen!“ Nicht nur, weil derzeit zahllose Künstlerinnen und Künstler ohne Arbeit seien, sondern vor allem auch, weil das Theater als gemeinschaftsstiftender Moment für diese Gesellschaft lebenswichtig sei: „Wo sonst kommen wir so intensiv zusammen, um uns mit den Themen unserer Zeit auseinanderzusetzen?“ 

    Für Petra Simon als künstlerische und technische Betriebsdirektorin habe alle in den letzten Monaten vor große Herausforderungen gestellt. „Ende April mussten wir mitten in den Vorbereitungen die Nibelungen-Festspiele für den Sommer absagen“. Wie sehr Kunst und Kultur vermisst werde, wenn sie nicht mehr stattfinde, habe der große Zuspruch von des Publikums nach der Absage gezeigt. „Wir wünschen uns nichts sehnlicher als wieder wundervolle und aufregende Theater-Momente mit unserem Publikum gemeinsam und live zu erleben“, so Simon.

    Auftakt am 31. Oktober
    Den Auftakt des Programmes macht am Samstag, dem 31. Oktober, um 20 Uhr, im WORMSER Mozartsaal, die Sängerin und Schauspielerin Wiebke Puls mit der musikalischen Lesung „Leonard Cohen – Das Lieblingsspiel“. Cohen war einer der populärsten Singer und Songwriter der jüngsten Vergangenheit. Als Schriftsteller kennen ihn jedoch nicht viele. Die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin Wiebke Puls, Brunhild der Jahre 2004 und 2005 bei den Nibelungen-Festspielen, liest und singt aus seinem Werk. Ivica Vukelic begleitet sie an der Gitarre (Vorverkauf und Abendkasse 24 Euro)

    „Ildikó Gáspár und Lukas Bärfuss treffen Martin Luther“ – mit einer Matinée in WORMSER Mozartsaal beginnen die Veranstaltungen am Sonntag. Georg-Büchner-Preisträger und Autor der „Luther“-Uraufführung 2021 Lukas Bärfuss wird zusammen mit der aus Ungarn stammenden Regisseurin Ildikó Gáspár am Sonntagmorgen, dem 1. November, um 11 Uhr, zu Gast beim künstlerischen Leiter Thomas Laue sein. Gemeinsam mit Festspielintendant Nico Hofmann gewähren sie Einblicke in das Luther-Stück 2021 und die geplante künstlerische Umsetzung. 2021 steht nicht die Geschichte der Nibelungen im Zentrum der Festspiele, sondern Martin Luther. Zum 500. Mal jährt sich die Widerrufsverweigerung Luthers vor dem Reichstag zu Worms (Vorverkauf und Abendkasse 14 Euro).

    Ab 14 Uhr an diesem Tag im WORMSER Mozartsaal wird die Nibelungenliedgesellschaft e.V. in zwei Vorträgen Neues aus der Nibelungenliedforschung vorstellen. Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe, die seit 2002 einen festen Platz im Kulturprogramm der Festspiele hat, stehen dieses Jahr die Frauenfiguren Kriemhild und Brunhild. Der Eintritt zu den Vorträgen ist kostenfrei, eine Voranmeldung ist erforderlich unter Telefon 06241/2000-400. 

    Matthias van den Höfels Stücke kreist um Liebe und Vergeltung sowie der großen Frage, für was es sich zu leben und zu sterben lohnt. Foto: Bernward Bertram


    Uraufführung des Gewinnerstückes
    Zu einem weiteren Höhepunkt des Wochenendes zählt am Sonntagabend, dem 1. November, um 18 Uhr, sowie am Montag, dem 2. November, um 18 Uhr, die Uraufführung des Gewinnerstücks des Autorenwettbewerbs der Nibelungen-Festspiele 2019 „Wind von Norden“ in Kooperation mit dem Nationaltheater Mannheim. Der Text von dem Autor Matthias van den Höfel überzeugte im vergangenen Sommer die Jury und feiert nun als Gewinnerbeitrag seine Uraufführung. In „Wind von Norden“ hat Hagen Unterschlupf in Rom gefunden, nachdem er vor dem Gemetzel bei Hunnenkönig Etzel und der Rache Kriemhilds geflohen war. Doch schon bald steht die Königin begleitet von einem Hunnenheer vor den Toren der Stadt… Inszenieren wird Nachwuchsregisseur Till Ertener, Jahrgang 1995, der bereits mit verschiedenen Arbeiten am Schauspiel Köln überzeugte. „Wind von Norden“ wird an zwei Abenden aufgeführt. Es spielen aus dem Ensemble des Nationaltheaters Mannheim und des Schauspiels Köln: Ragna Pitoll, Annemarie Brüntjen, Eddie Irle und Elias Reichert (Vorverkauf und Abendkasse 29 Euro).

    Danach werden in einem Künstlergespräch und mit gelesenen Szenen aus dem Stück am Sonntagabend, dem 1. November, um 20 Uhr, der Autor Ferdinand Schmalz und Regisseur Roger Vontobel gemeinsam mit dem Intendanten Nico Hofmann und dem künstlerischen Leiter Thomas Laue aktuelle Einblicke über den Stand der in diesem Jahr geplanten und jetzt in das Jahr 2022 verschobenen Inszenierung „hildensaga. ein königinnendrama“ geben. In der Uraufführung erzählt Ferdinand Schmalz 2022 die Geschichte der Nibelungen aus einer anderen Perspektive: Aus der Sicht der Frauen. Regie führt Roger Vontobel, dessen Inszenierung in Worms bereits 2018 Publikum und Medien überzeugt hat (Vorverkauf und Abendkasse 14 Euro).

    Tickets ab sofort auch beim NK
    Der Vorverkauf für die Veranstaltungsreihe startet ab sofort. Ein umfassendes Hygienekonzept ermöglicht den Veranstaltungsbesuch. Details dazu unter www.nibelungenfestspiele.de Tickets gibt es u.a. Beim Nibelungen Kurier, Ptinz-Carl-Anlage 20, 67547 Worms, bei allen anderen Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen, über die Hotline 01805/337171 (0,14 Euro/Minute aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk maximal 0,42 Euro/Minute) sowie über www.nibelungenfestspiele.de bestellt werden. Aktuelle Informationen zu möglichen Verschiebungen und Absagen gibt es ebenfalls unter www.nibelungenfestspiele.de

     

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