
Von Marcus Diehl › Das war so nicht geplant. Nach dem Schlusspfiff in Marienborn war schon klar, dass der Klassenerhalt sportlich nicht erreicht wurde. Spieler, Trainer, Vorstand und die Fans warteten noch auf das Ergebnis vom FK Pirmasens II. Zu diesem Zeitpunkt stand die TSG auf dem ersten möglichen Abstiegsplatz. Dann kam die schlechte Kunde aus Bodenheim: Die Pfälzer erzielten in der Nachspielzeit noch den Siegtreffer. Dadurch ist die TSG auf den fünftletzten Tabellenplatz abgerutscht. Dies könnte am Ende aber eventuell doch noch reichen, wenn erstens aus der Oberliga nur zwei Mannschaften in die Verbandsliga absteigen, dazu muss der 1. FC Kaiserslautern (U21) die Relegation gewinnen. Zweitens, der TSV Gau-Odernheim muss in die Oberliga aufsteigen. Wird nur eines davon eintreffen, steigt die TSG in die Landesliga ab.
Ausschlaggebend war das 2:2 (1:0) Unentschieden bei TuS Marienborn. Dieser eine Punkt war letztendlich zu wenig. Zu wenig war auch die Leistung der TSG vor allem in der ersten Hälfte. Gleich zu Beginn waren sie in der Defensive, zusammen mit Torhüter, noch im Tiefschlaf. Nach zwei Minuten Spielzeit die kalte Dusche durch die Gastgeber. Ein Freistoß segelte genüsslich in den Strafraum, aber nur Alae Laissar hatte Bock in Richtung Ball zu gehen und knallte ihn unter die Latte.
Dieser Gegentreffer zeigte Wirkung und die TSG brauchte sehr lange, um sich davon zu erholen. Die erste Hälfte ließ einiges zu Wünschen übrig. So wie die Gastgeber hätte die TSG agieren müssen. Bissig in den Zweikämpfen, dem Gegner keine Zeit zum Luft holen zu lassen und mit Drang nach vorne. Dazu spielte Marienborn sehr ballsicher und konnte dem Gegner mit Kurzpassspiel den letzten Nerv rauben. Nach einer halben Stunde wurde der Druck allmählich größer, ohne große Durchschlagskraft in der Offensive. Diese erste Hälfte war einfach gesagt – viel zu wenig.
Die zweite Hälfte wurde dann besser. Es war mehr Engagement im Spiel. Der Kampf wurde endlich angenommen. Zuerst mussten zwei riesige Torchancen innerhalb von Sekunden überstanden werden. Nach ca. einer Stunde hatte Fabian Herchenhan die erste Großchance der TSG auf dem Kopf. Doch Keeper Faik Baka fischte mit einer Parade den Ball aus der Ecke. Der Ausgleich durch Nico Najda war sicherlich so nicht geplant. Seine Hereingabe senkte sich an den langen Pfosten, und vom Rücken des Torhüters ging der Ball ins Gehäuse.
Nur zwei Minuten später trudelte eine Ballablage von Herchenhan die gesamte Torlinie entlang, aber keiner konnte entscheidend den Fuß an das Spielgerät bringen. Torjäger Khaled Abou Daya köpfte völlig frei über die Latte. Die TSG spielte fast alles oder nichts. Dadurch kamen die Gastgeber zu einigen Kontergelegenheiten. Die sie aber sehr stümperhaft ausgelassen haben. Bis zur 89. Minute, denn dann traf Edis Sinanovic zur erneuten Führung. In der Nachspielzeit konnte Marcel Oehler mit einem direkt verwandelten Freistoß in das Tordreieck wenigstens noch den Ausgleich erzielen.
Die Enttäuschung war allen Protagonisten anzusehen. Vielleicht konnten einige mit dem großen Druck nicht umgehen. Als die TSG fast schon von allen abgeschrieben wurde, spielte sie in dieser Saison ihren besten Fußball. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie nichts mehr zu verlieren. Wenn die TSG absteigen sollte, dann bestimmt nicht wegen dieses Unentschiedens am letzten Spieltag. Sie haben, wenn es darauf ankam, nicht liefern können. Vier Mannschaften stehen am Ende hinter der TSG. Gegen Rüssingen, Hauenstein, Baumholder und Offenbach haben sie in der Rückrunde von möglichen zwölf Zählern nur zwei holen können. Hier haben sie versäumt, das Momentum zu ihren Gunsten zu nutzen.
Jetzt hilft nur noch Daumendrücken für die TSG, dass die kleinen Roten Teufeln und Gau-Odernheim ihre Relegation erfolgreich absolvieren. Wenn nicht, steht der zweite Abstieg nacheinander in den Annalen der TSG Pfeddersheim.