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Do., 29. August 2013, 10:00 Uhr
Arbeitslosigkeit steigt in Worms leicht auf 8,5 Prozent / Schlechtere Chancen vor allem für Ungelernte
Quote in Worms liegt fast 4 Prozent über der im Landkreis
Foto: Robert Lehr
Die Zahl der Arbeitslosen in Worms hat im August entgegen der Entwicklung der Vorjahre nochmals leicht zugenommen. Wie in den vergangenen beiden Monaten belasteten auch im August zahlreiche Jugendliche, die sich nach Beendigung ihrer Ausbildung oder nach dem Abschluss von Schule oder Fachhochschule arbeitslos melden mussten, den Arbeitsmarkt. Hinzu kamen Teilnehmer arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen, die nach dem Auslaufen der Maßnahme dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehen. Auf der anderen Seite ergaben sich während der Haupturlaubs- und Ferienzeit am 1. Arbeitsmarkt keine unmittelbaren Verbesserungen, so dass im Vergleich zum gleichen Zeitraum der Vorjahre insgesamt weniger Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten.
Abstand zum Vorjahresniveau vergrößert
„Mit der schwächeren Entwicklung im August hat sich auch der Abstand zum Vorjahresniveau weiter vergrößert“, so Tatjana Erben, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. „Viele Unternehmen halten sich mit Neueinstellungen weiterhin zurück. Es bleibt abzuwarten ob und wie sich das aktuelle Konjunkturumfeld in den nächsten Wochen und Monaten auf die Arbeitsmarktdaten auswirken wird und in welchem Umfang die nach der Sommerpause allgemein übliche Herbstbelebung die Entwicklung am Arbeitsmarkt wieder positiv beeinflussen kann.“
Immer deutlicher zeige sich, dass insbesondere das Stellenvolumen für Ungelernte zunehmend kleiner werde. Daher sei vor allem die Entwicklung bei den Arbeitslosengeld-II-Beziehern negativ verlaufen. Statistisch gesehen kämen auf eine Arbeitsstelle für eine ausgebildete Fachkraft 2,7 Arbeitslose, bei den Helferstellen konkurrierten dagegen 13 Bewerber um eine Stelle. „Geringqualifizierte Menschen sind nicht nur viel stärker von Arbeitslosigkeit bedroht, sie haben auch große Schwierigkeiten, wieder dauerhaft Fuß zu fassen, wenn sie erst einmal arbeitslos sind. Untersuchungen haben ergeben, dass deutschlandweit derzeit mehr als zehn Prozent der 25- bis 35-jährigen keine abgeschlossene Ausbildung vorweisen können – und dass Ungelernte fast die Hälfte der Arbeitslosen in dieser Altersgruppe stellen“, sagt Erben. Allein in dieser Personengruppe habe die Arbeitslosigkeit in der Stadt Worms seit Jahresbeginn um 52 Personen zugenommen.
Mit der Initiative „AusBildung wird was – Spätstarter gesucht“ will sich die Arbeitsagentur daher in den nächsten Jahren verstärkt der Erstausbildung junger Erwachsener widmen. In den vergangenen Monaten wurden bereits zahlreiche Arbeitslose im Alter zwischen 25 und 35 Jahren über die Möglichkeiten einer nachträglichen Qualifizierung informiert. Erste Aus- bzw. Umschulungen konnten bereits in die Wege geleitet werden.
Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote Im August waren in der Stadt Worms insgesamt 3.725 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 25 mehr als im Juli und 244 oder 7,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote blieb gegenüber Juli unverändert bei 8,5 Prozent. Im Vorjahr hatte die Quote 8,1 Prozent betragen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit entfiel ausschließlich auf den Bereich der vom Jobcenter Worms betreuten Arbeitslosengeld-II-Empfänger, bei den von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosen kam es dagegen zu einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Von den 3.725 Arbeitslosen im August wurden 999 von der Arbeitsagentur und 2.724 vom Jobcenter Worms betreut.
Vom leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl waren im August hauptsächlich Frauen und Jugendliche unter 20 Jahre betroffen. Bei den Frauen nahm die Quote um 0,3 auf 9,4 Prozent, bei den Jugendlichen um 2,2 auf 11,5.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften zeigte während der Sommerferien weniger lebhaft als im Vormonat, bewegte sich aber auf dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt meldeten die Arbeitgeber 247 offene Stellen, 20 weniger als im Juli und 3 weniger als vor einem Jahr.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Rheinhessen zeigte sich auf allen regionalen Arbeitsmärkten. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Stadt Mainz von 6,1 auf 6,2 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen von 4,4 auf 4,5 Prozent.
Im Gesamtbezirk, in der Stadt Worms und im Landkreis Alzey-Worms blieben die Quoten unverändert bei 5,6, 8,5 und 4,7 Prozent.