Rückgang der Arbeitslosigkeit n Worms setzt sich im Juni fort / Abnahme der Arbeitslosenzahlen weiterhin nicht konjunkturell bedingt
Quote sinkt auf 8,2 Prozent
Foto: Robert Lehr
Im Juni hat die Arbeitslosigkeit in der Stadt Worms weiter abgenommen. Allerdings ist er aktuelle Rückgang wie bereits in den Vormonaten auch im Juni nicht auf eine unmittelbare Verbesserung der Chancen am 1. Arbeitsmarkt zurückzuführen. Die Abnahme der Arbeitslosenzahlen ist seit Beginn des Jahres vielmehr auf arbeitsmarktpolitische Maßnahmen sowie einige Existenzgründungen zurückzuführen. Begünstigt wurde die Entwicklung im Juni zudem durch den späten Ferienbeginn in diesem Jahr, wodurch der Arbeitsmarkt im Berichtsmonat noch kaum durch Zugänge von Jugendlichen belastet wurde, die sich nach Beendigung von schulischen oder betrieblichen Ausbildungen arbeitslos melden mussten.
„Trotz nach wie vor hoher Kräftenachfrage in einigen Branchen hat die Aufnahmefähigkeit des regionalen Arbeitsmarktes insgesamt deutlich nachgelassen“, erläutert Tatjana Erben, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur die neuen Zahlen. Dies komme in einem geringeren Stellenaufkommen und einer deutlich verringerten Dynamik in der Beschäftigungsentwicklung zum Ausdruck. „Weil es Arbeitslose, die schon länger arbeitslos sind, über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen oder durch verschiedene Problemlagen nur eingeschränkt vermittelbar sind, derzeit besonders schwer haben, einen neuen Job zu finden, haben wir unsere Bemühungen weiter verstärkt, diese Personen durch geeignete Qualifizierungsmaßnahmen für den Arbeitsmarkt fit zu machen“, so die Agenturleiterin.
Bestehende Vermittlungshemmnisse aus dem Weg räumen
Durchlaufen Arbeitslose eine Qualifizierungsmaßnahme, um ihre Marktfähigkeit zu verbessern, werden sie nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht als arbeitslos gezählt, werden aber im Monatsbericht in der so genannten Unterbeschäftigung ausgewiesen. „Gemeinsam mit unseren Partnern aus dem Bereich der Bildungsträger nehmen wir uns der Personen an, die wir nicht direkt vermitteln können, und versuchen, bestehende Vermittlungshemmnisse aus dem Weg zu räumen. Qualifizierung ist der beste Weg, um die Vermittlungschancen zu erhöhen“, so Erben.
Im Juni waren in Worms insgesamt 3.582 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 138 weniger als im Mai aber 229 oder 6,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote verringerte sich gegenüber Mai von 8,5 auf 8,2 Prozent. Im Vorjahr war sie von Mai auf Juni von 7,9 auf 7,8 Prozent gesunken. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit entfiel zu über der Hälfte auf den Bereich der Arbeitslosengeld-II-Empfänger. Von den 3.582 Arbeitslosen im Juni wurden 934 von der Arbeitsagentur und 2.684 vom den Jobcenter Worms betreut.
Die leichte Abnahme der Arbeitslosenzahl zeigte sich bei den meisten Personengruppen. Allerdings wurden bei Jugendlichen unter 20 Jahren, bei Schwerbehinderten, Berufsrückkehrern und Akademikern einige Arbeitslose mehr gezählt als im Vormonat. Die Nachfrage nach Arbeitskräften zeigte sich im Juni verhaltener als im Vormonat und fiel auch geringer aus als im Vorjahr. Insgesamt meldeten die Arbeitgeber 173 offene Stellen, das waren 83 weniger als im Mai und 154 weniger als im Vorjahr.
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Juni betraf alle regionalen Arbeitsmärkte Rheinhessens mit Ausnahme der Stadt Mainz. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 5,4 auf 5,3 Prozent, Stadt Worms von 8,5 auf 8,2 Prozent, Landkreis Alzey-Worms von 4,6 auf 4,5 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen von 4,2 auf 4,1 Prozent. In der Stadt Mainz kam es zu einer leichten Zunahme der Arbeitslosigkeit, die Arbeitslosenquote blieb bei 5,9 Prozent stabil.