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  • Di., 30. September 2014, 15:12 Uhr
    Jahreszeitlich bedingter Rückgang der Arbeitslosigkeit in Worms / vor allem Jüngere profitieren

    Quote sinkt von 8,6 auf 8,4 Prozent

    Im September ist die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt Worms gegenüber dem Vormonat deutlich zurückgegangen. Der Rückgang fiel dabei aber etwas geringer aus als in den Vorjahren. Ausschlaggebend für den Rückgang waren vor allem der Beginn des neuen Schul- und Ausbildungsjahres. So waren es überwiegend junge Menschen, die sich im September aus der Arbeitslosigkeit abmeldeten - entweder, weil sie eine Ausbildung oder ein Studium begonnen haben oder weil sie nach Abschluss ihrer Ausbildung, den Weg in den ersten Job gemeistert haben. Wichtige Unterstützung bei diesen Entscheidungen erhalten junge Bewerberinnen und Bewerber dabei derzeit von einem speziellen Vermittlungsteam in der Arbeitsagentur.

    „Diese Vermittlungsfachkräfte kümmern sich ganz gezielt um die jungen Kundinnen und Kunden, die nach ihrer Ausbildung in den Arbeitsprozess einmünden wollen, so Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. „Denn trotz des hohen Fachkräftebedarfs läuft dies nicht immer reibungslos, fehlende Berufserfahrung wird hier nicht selten zum handicap.“ Insgesamt aber zeigten die Zahlen, dass der Markt sehr aufnahmefähig für ausgebildete Kräfte sei.

    Nach wie vor schwer hat es dagegen die Personengruppe der Langzeitarbeitslosen. Die Arbeitslosenquote lag hier um 6,8 Prozent über dem Vorjahreswert, während die Quote für alle Arbeitslosen nur noch um 1,8 Prozent über dem Wert des Vorjahres lag. „Langzeitarbeitslose seien im Schnitt geringer qualifiziert oder ihr Fachwissen veraltet“, erklärt Decker. Zudem hätten Sie häufig gesundheitliche Einschränkungen oder Betreuungsverpflichtungen, die die Beschäftigungsmöglichkeiten einschränkten. „Wir dürfen nicht nachlassen, mit Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik die Chancen dieser Menschen auf Beschäftigung zu erhöhen“, so Decker. „Gleichzeitig müssen aber auch Vorurteile gegenüber Langzeitarbeitslosen abgebaut werden.“ Ziel des bundesweiten Aktionstages, den die Jobcenter Anfang September durchgeführt haben, sei es deshalb gewesen, die Betriebe zu einer Änderung ihres Einstellungsverhaltens zu motivieren.

    Für die kommenden Monate rechnet die Agenturleiterin mit weiteren leichten Rückgängen der Arbeitslosigkeit, mindestens aber werde man das derzeitige Niveau bis Ende des Jahres halten können. Für einen kräftigen konjunkturellen Aufschwung fehlten derzeit die entsprechenden Impulse auf der Stellenseite.

    Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote
    Im September  waren in der Stadt Worms insgesamt 3.659 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 95 weniger als im August, aber 65 oder 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich gegenüber August von 8,6 auf 8,4 Prozent. Im Vorjahr hatte die Quote 8,2 Prozent betragen. Die Verringerung der Arbeitslosigkeit zeigte sich dabei hauptsächlich im Kundenkreis der vom Jobcenter Worms betreuten Bewerberinnen und Bewerber, hier wurden 73 weniger gezählt, während sich die Zahl in der Arbeitsagentur nur um 22 verringerte. Die Unterbeschäftigungsquote, die auch Personen berücksichtigt, die sich in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen befinden und daher dem Arbeitsmarkt nicht unmittelbar zur Verfügung stehen, fiel von August auf September ebenfalls und zwar von 10,6 auf 10,3 Prozent.

    Von der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt profitierten in erster Linie Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre. Ihre Quote fiel gegenüber August von 6,0 auf 5,6 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften fiel schwächer aus als im Vormonat und als im Vorjahr. Insgesamt meldeten die Arbeitgeber 664 offene Stellen, 121 weniger als im August und 195 weniger als vor einem Jahr.

    Der Abbau der Arbeitslosigkeit in Rheinhessen zeigte sich auf allen regionalen Arbeitsmärkten. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 5,7 auf 5,4 Prozent, Stadt Mainz von 6,7 auf 6,4 Prozent, Landkreis Mainz-Bingen von 4,2 auf 3,9 Prozent, Stadt Worms von 8,6 auf 8,4 Prozent und Landkreis Alzey-Worms von 4,5,auf 4,3 Prozent.

    Ausbildungsmarkt
    Am Ausbildungsmarkt zeichne sich erneut ab, dass zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben. Vor allem in den wenig nachgefragten Berufen des Hotel- und Gaststättengewerbes, aber auch in der Lebensmittelherstellung, bei den Friseuren, Elektronikern oder Anlagenmechanikern würden wohl nicht alle Plätze besetzt werden können. Agenturchefin Heike Strack ist sich dagegen sicher, dass auch in diesem Jahr wieder jedem Jugendlichen ein passendes Angebot für den Berufseinstieg gemacht werden kann. In den letzten Wochen habe es noch zahlreiche Vermittlungen quasi „auf den letzten Drücker“ gegeben. Die genauen Zahlen zum Abschluss des Beratungsjahres wird die Arbeitsagentur Ende Oktober bekannt geben.

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