Frühjahrshoch lässt Arbeitslosigkeit in Worms sinken / Auch Langzeitarbeitslosigkeit geht zurück
Quote verringert sich auf 7,7 Prozent
Archivfoto: Robert Lehr
Das Frühjahrshoch in der Wormser Wirtschaft hat sich auch im Mai fortgesetzt und erneut für sinkende Arbeitslosenzahlen gesorgt. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit fiel dabei etwa ebenso hoch aus wie im Vormonat. Die gute Konjunktur sorgte für zahlreiche neue Beschäftigungsmöglichkeiten, von denen - anders als im Vormonat – alle Personengruppen profitierten, darunter auch Menschen, die schon längerfristig arbeitslos waren. Einstellungen gab es vor allem im Verkauf und in der Verkehr- und Logistikbranche. Aber auch auf dem Bau, im Gartenbau und in den Bereichen Tourismus und Gastgewerbe wurden neue Kräfte eingestellt.
Dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen im aktuellen Monat gesunken ist, ist für die Leiterin der Wormser Arbeitsagentur, Susanne Decker ein Beleg dafür, dass sich Arbeitgeber zunehmend auch für diesen Personenkreis öffnen, wenn es um die Besetzung offener Stellen geht. „Wir haben unter den Langzeitarbeitslosen viele ungenutzte Potenziale, darauf weisen wir in unseren Gesprächen mit Arbeitgebern immer wieder hin“, so Decker. Die Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit ist für die Wormser Arbeitsagentur einer der Haupthandlungsschwerpunkte für das Jahr 2015. Mit der Beteiligung des Wormser Jobcenters an dem ESF-Bundesprogramm Langzeitarbeitslosigkeit hofft man nun in der zweiten Jahreshälfte weitere Erfolge in dieser Richtung erzielen zu können.
In der Ausbildungsbereitschaft nicht nachlassen
Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt appelliert Decker an die Betriebe, in ihrer Ausbildungsbereitschaft nicht nachzulassen. Noch sei am Ausbildungsmarkt Vieles in Bewegung. Sowohl Betriebe als auch Jugendliche hätten noch gute Chancen, den passenden Bewerber bzw. die passende Stelle für den Ausbildungsbeginn im Herbst 2015 zu finden. Angesichts abnehmender Bewerberzahlen und einer steigenden Studierneigung der Jugendlichen haben sich die Arbeitsagentur und die rheinhessischen Kammern im Rahmen der „Allianz für Ausbildung“ jüngst darauf verständigt, den Wert der beruflichen Ausbildung wieder stärker in der Gesellschaft zu verankern. „Die berufliche Ausbildung verdient die gleiche Akzeptanz wie eine akademische Ausbildung“, so Decker. Damit auch Jugendliche mit schwächeren schulischen Leistungen oder sozialen Problemen eine Ausbildung erfolgreich abschließen können, wurden jetzt auch die Unterstützungsmöglichkeiten für diese jungen Menschen in Form einer „assistierten Ausbildung“ erweitert.
Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote
Im Mai waren in Worms insgesamt 3.429 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 124 weniger als im April und 245 oder 6,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote verringerte sich gegenüber April von 8,1 auf 7,7 Prozent. Im Vorjahr hatte die Arbeitslosenquote bei 8,4 Prozent gelegen. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit entfiel zu etwas mehr als der Hälfte auf die vom Jobcenter Worms betreuten Arbeitslosengeld-iI-Empfänger. Auch die Unterbeschäftigung, die auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen erfasst, ist im Mai gesunken, allerdings weniger stark als die Arbeitslosigkeit. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich ein Minus von 3,4 Prozent.. Die Zahl der Stellenmeldungen aus der Wirtschaft lag über dem Vorjahreswert und zeigte mit über 290 offenen Stellen weiterhin einen hohen Bedarf an Arbeitskräften.
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Mai betraf alle regionalen Arbeitsmärkte. Die Arbeitslosenquoten änderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 5,4 auf 5,2 Prozent, Stadt Mainz von 6,6 auf 6,4 Prozent, Stadt Worms von 8,1 auf 7,4 Prozent, Landkreis Alzey-Worms von 4,4 auf 4,2 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen von 3,9 auf 3,8 Prozent.