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Sa., 07. Februar 2015, 00:52 Uhr
Mit der Verwechslungskomödie in Wormser Bühnenbildern zeigt Narrhalla im 175. Jubiläumsjahr ihre 24. Posse im Festhaus
Narrhalla-Jubiläumsposse: „Rache ist Blutworscht“
Die Freitreppe des Herrnsheimer Schlosses bildet in der Posse 2015 „Rache ist Blutworscht“ die Kulisse für ein großes Fest der „großen Gesellschaft“ in der nichts und niemand ist wie es scheint. Foto: Karolina Krüger
VON KAROLINA KRÜGER Schon die Generalprobe zeigte, dass auch die Posse „Rache ist Blutworscht“ im 175. Jubiläumsjahr der Narrhalla die Tradition leben lässt.
In der mit Spannung am Freitagabend erwarteten Premiere – in Wormser Platt und mit dem eigenen Wormser Charme gepaart – erzählt Matthias Matheis eine Wormser Variante der „Fledermaus“ von Johann Strauss: mit kleinen Anekdoten aus dem 19. Jahrhundert, als es noch Kommunikation in Echtkonfrontation, Parkplätze oder durch die Schneckenpost übermittelte Botschaften ohne Passwortzugang gab!
Dem klassischen Dreiakter wird ein Prolog vorangesetzt, der die Bloßstellung des Schuldirektors Dr. Robert Hieronymus Krake, gespielt von Rüdiger Sälzer, durch seinen Freund Gabriel von Seifenstein alias Patric Heischling zeigt, aus der die Verwicklungen und Verwirrungen des Rachegespinstes hervor gehen.
Wie alles begann. Der Ursprung des Rachegedankens in der Posse 2015 „Rache ist Blutworscht“ findet sich am Schicksalsrad. Foto: Karolina Krüger
Von Rosemarie Pallasch und ihrer Tochter Christiane Pallasch-Reitz detailgetreu gestaltete Lieblingsplätze der Wormser, bilden die Kulisse dieser 24. Mundartposse. Mit ihrem handwerklichem Geschick zaubern die Narrhalla-eigenen Bühnenbauer „unser Worms“ auf die Bretter, die die Welt bedeuten.
Es wird nicht nur Madame Rosalinde von Seifenstein sein, die den Überblick über die vielen Tanten ihres Hausmädchens verliert. Brigitte, Gitta oder doch Lotta?
Eine der Verwandten muss immer für eine kleine zusätzliche Auszeit herhalten, um den Weg zum großen Empfang des Grafen Orlofski frei zu machen. Auf dessen Fest im hochherrschaftlichem Schloss legt das Schicksal dann seine Fallstricke aus.
Als besonderes Highlight bietet dort Gastgeber Orlofski die akrobatische Tanzvorführung, die das, schon von den Damensitzungen bekannte, Ballett Heuchelheimer Strunzer zeigt.
Zum Showdown kommt es in der Kulisse des Gefängnisses. Hier, bei dem „Reigerutschte“ Direktor Karl-Michael Blank, gespielt von Gerhard Baum, und dessen Faktotum Frosch, hinter dem sich der Autor und Regisseur Matthias Matheis selbst verbirgt, treffen alle Beteiligten nacheinander ein.
Hier löst sich dann auch der Knoten und offenbart den Plan sowie den erfolgreichen Rachefeldzug der Fledermaus Krake.
Den mehr als 20 Laienschauspielern, die es meist nur alle zwei Jahre – nämlich zur Posse auf die Bühne zieht – ist durchweg eine gute schauspielerische Leistung gelungen, und „Rache ist Blutworscht“ ist ein gelungener Programmpunkt im Jubiläumsjahr.
Wer sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen möchte, bekommt für die Vorführungen am Montag, 9. Februar, Mittwoch, 11. Februar, und Freitag, 13. Februar, bei Karten Neef am Neumarkt zum Preis von 20 Euro noch Karten.