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Mi., 01. März 2023, 14:32 Uhr
Radball: VfH-Duo Timo Fuhrmann und Paul Grimm schnappt sich beim Heimspieltag des VfH Worms die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft 2023 und Qualifikation fürs DM-Viertelfinale
Radball, ein Mannschaftssport „für ganze Kerle“
Timo Fuhrmann, 15 (links) und Maximilian Baus, 13 (vorne) auf der rasanten Jagd nach einem mit Rosshaar gefüllten in Leinen gehüllten Ball. Bei einem kraftraubenden Radball-Spiel ist für den Nachwuchs des VfH Worms Kondition, Geschicklichkeit und Bewegungstalent gleichermaßen gefragt. Foto: Felix Diehl
Von Jürgen Jaap > Das Warmup für den Heimspieltag des VfH Worms der U15 und U17 ist ein Besonderes. Timo Fuhrmann, Paul Grimm, Maximilian Grimm und Maximilian Baus rutschen auf dem Holzboden der Sporthalle der Karmeliter Grundschule umher. 20 etwa 30 Zentimeter hohe Banden, die das 14 x 11 Meter große Feld begrenzen, verkeilen die vier jungen Sportler des VfH Worms geschickt ineinander. Es sind nur wenige Momente, die die vier Radballer der U15 und U17 auf dem Boden ihrer heimischen Sporthalle an diesem Radball-Heimspieltag der U15 und U17 verbringen werden. Neun anstrengende Spiele über zweimal je fünf Minuten lang ist während des Turniers Bodenkontakt verboten.
Timo Fuhrmann und Paul Grimm setzen früh Signale
Der Spieltag beginnt so spektakulär, wie der Mannschafts-Radsport Radball, der enorm viel individuelles Können und Bewegungstalent abverlangt, vom ersten Anpfiff anmutet. Paul Grimm passt den 500 Gramm leichten mit Rosshaar gefüllten Leinenball vom Anstoß weg direkt zu Timo Fuhrmann, der ihn mit dem Hinterrad elegant zum Vorderrad leitet, ein Schnicker des Vorderrades, ein satter Schuss, der schon einmal 90 Stundenkilometer schnell sein kann, ein Tor. Paul und Timo haben nach wenigen Sekunden das Signal gegeben, dass an den beiden 15-jährigen Jungs des VfH Worms, die diese Saison erstmals in der U17 antreten, kein Weg bezüglich des Turniersieges vorbei geht. Gegen ihre knapp zwei Jahre jüngeren Vereinskollegen Maximilian Grimm und Maximilian Baus siegen sie 4:0 (3:0).
Große Ausdauer ist beim Radball gefragt
Überhaupt: Radball ist ein Garant für schnellen, abwechslungsreichen Mannschaftssport mit reichlich Torszenen und jeder Menge Toren. „Es passiert viel in den zehn Spielminuten“, bestätigt Göran Vögele, der Fachwart für Radball in Rheinland-Pfalz. „Jeder Spieler kann dabei als Torwart oder Feldspieler glänzen“, sagt der Mann aus Klein-Winternheim, der mit aufmerksamen Augen das Geschehen auf dem Feld in der Karmeliter-Sporthalle beobachtet. Radball sei laut Göran Vögele ein kraftraubender Sport, der „ganze Kerle abverlangt“, denn zehn Minuten zu sprinten, zu bremsen, auf der Stelle auf dem Rad im Tor zu verharren, zu passen und zu schießen, ohne dabei vom Rad abzusteigen, „das geht richtig an die Kondition und ist technisch hoch anspruchsvoll“.
„VfH-Maxis“ Baus und Grimm überzeugen
Technisch und taktisch stark, sowie flink präsentierten sich auch die beiden „VfH-Maxis“ Maximilian Baus und Maximilian Grimm im Spiel gegen RV Ebersheim U15. „Der Max macht heute mindestens fünf Tore“, drückte Marlene Baus (11) ihrem zwei Jahre älteren Bruder auf den Zuschauerrängen fest die Daumen. Die Unterstützung half. Zweimal fing Maximilian Baus einen Pass der Ebersheimer Jungs ab, sprintete los und schob ins Tor ein. Und selbst ein Vier-Meter-Strafstoß ließ Torwart Maximilian Grimm im eigenen Kasten kalt. „Halt das Ding!“, hieß es von den Rängen. Maximilian Grimm parierte. Der 2:0-Sieg war perfekt. Und dies, obwohl die beiden „VfH-Maxis“ gerade erst einmal eineinhalb Jahre beim Radball aktiv sind.
Familiäre Atmosphäre beim Radball
Überhaupt: Sportlich boten die Jungs des VfH Worms einiges auf ihren Rädern mit den markant hohen Lenkern und tief hinten befindlichen Sitzen. Zum Sitzen hatten aber ohnehin nur die Radball-Fans richtig Gelegenheit, weshalb Organisator und VfH-Radball-Fachwart Karl-Heinz Fuhrmann „eine schöne und sehr familiäre Atmosphäre“ ausmachte. Sportlich gab’s ja auch einiges zu sehen, sicherten sich doch Maximilian Baus und Maximilian Grimm den Tagessieg der U15, während die Rheinland-Pfalz-Meister U17 Timo Fuhrmann und Paul Grimm bei 38:3 Toren und sechs Siegen in sechs Spielen das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft U17 buchten. Dafür genießen die Wormser übrigens erneut Heimrecht. „Aller Voraussicht nach werden wir dazu Ende März ins Radsportzentrum in Ludwigshafen ausweichen“, ließ Karl-Heinz Fuhrmann wissen. Dort habe man zwar nicht die „gemütliche Atmosphäre“ wie in der eigenen Karmeliter Grundschule, aber deutlich mehr Platz. Und den wissen die Radball-Spieler des VfH Worms ja ganz gut auszufüllen, wie sie unter Beweis stellten.