Die Grünen möchten als ersten Baustein eines Wormser Radschnellwegnetzes die Strecke vom Pfeddersheimer Bahnhof in die Kernstadt zügig realisieren
Radschnellweg von Pfeddersheim nach Pfiffligheim
Wo jetzt noch ein landwirtschaftlich genutzter Feldweg von Pfeddersheim nach Pfiffligheim führt, könnte schon bald der erste Wormser Radschnellweg entlangführen. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Grünen möchten in der Nibelungenstadt ein Radschnellwegenetz aus fünf Trassen realisieren, welches die Radler rasch von Pfeddersheim, Rheindürkheim, Abenheim, Heppenheim und aus der Karl-Marx-Siedlung in die Kernstadt bringt. Die Radschnellwege sollen neu gebaut werden, vier Meter breit und asphaltiert sein sowie möglichst über eine Beleuchtung verfügen. Das Kernelement ist aber, dass sie nur Nutzern mit Fahrrad oder E-Bikes zur Verfügung stehen. Dies bedeutet eine kreuzungsfreie Leichtlauftrasse ohne Fußgänger, Autos, Skater oder Motorroller. Radschnellwege werden zurzeit bundes- und europaweit realisiert. Besonders Berufspendler sollen bewegt werden, Distanzen zwischen 5 und 15 Kilometern mit dem Rad statt dem Auto zurückzulegen. Lesen Sie dazu auch unseren ausführlichen Bericht in der Nibelungen-Kurier-Ausgabe von Mittwoch, dem 22. März 2017.
Von Pfeddersheim nach Pfiffligheim
Der erste Baustein dieses Radschnellweges soll die Strecke von Pfeddersheim nach Pfiffligheim sein. Richard Grünewald (Grüne) erklärte dazu, diese Trasse würde sich anbieten, da eine gute und rasche Verbindung von Pfeddersheim aus nach Worms fehlt. Zurzeit könne der Velo-Freund, wenn er auf Asphalt fahren wolle, nur auf der B 47 fahren, was brandgefährlich sei, oder er müsse den Umweg über Leiselheim machen. Eine weitere, aber ebenfalls unzweckmäßige Alternative sei der Weg entlang der Pfrimm. Dieser Pfad sei für Radler aber denkbar ungeeignet, da er unbeleuchtet sei, nur lose geschottert und mit vielen Schlaglöchern durchsetzt ist. Bei Nässe würde er matschig und zudem nutzten ihn auch Spaziergänger, Jogger und Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern. Ein rasches, ganzjähriges Vorwärtskommen sei so unmöglich. Mit Radschnellwegen wolle man aber ja gerade für ein kreuzungsfreies und zügiges Vorankommen sorgen. Mit vier Metern sollen die Trassen zudem so breit sein, dass auch ein Überholen möglich ist. Die Grünen schlagen daher eine völlig neue Strecke von Pfeddersheim zunächst einmal nach Pfiffligheim vor, die sich an den Bahngleisen orientiert. Der Startpunkt ist am Bahnhof Pfeddersheim, dann wird die bestehende Straße entlang der Gleise bis zum Ortsausgang Pfeddersheim genutzt. Ab dort müsste der existierende Wirtschaftsweg auf einer Breite von vier Metern asphaltiert werden. Auf dieser quasi schnurgeraden Strecke ginge es bis zum Ortseingang Pfiffligheim (siehe Foto).
Landgrafenstraße halbseitig als Radweg
Der Radschnellweg würde am Bahnübergang in Worms-Pfiffligheim „rauskommen“. Von dort aus gibt es die Überlegung, den Schnellweg weiter über die Landgrafenstraße in die Innenstadt zu führen. Richard Grünewald sagte dazu, dass die Landgrafenstraße ohnehin saniert werden müsse. So bestünde die Möglichkeit sie etwa halbseitig als Radschnellweg auszubauen und sie halbseitig für Anwohner befahrbar zu lassen. Da die Landgrafenstraße in die Donnersbergstraße übergeht, wäre es sinnvoll, auch hier den Radverkehr weiterzuführen. Weiter könnte die Trasse über die Hochheimer Straße bis in die Friedrich-Ebert-Straße gehen. Damit sei der Radler von Pfeddersheim aus kommend rasch in der City angekommen. Ergänzend fügte Richard Grünewald an, dass jetzt schon eine gute Verbindung von Pfeddersheim nach Monsheim besteht, sodass der Radschnellweg noch weiter bis ins Zellertal verwirklicht werden könnte.
Diskussion angestoßen
Richard Grünewald wies abschließend darauf hin, dass er seine Ideen für Radschnellwege nicht als „in Stein gemeißelte Pläne“ ansieht, sondern sie als Diskussionsgrundlage versteht. Gute Vorschläge seien jederzeit willkommen. Dringend notwendig sei aber in jedem Fall ein Umdenken weg von der reinen Fokussierung für Autos hin zu einem konsequenteren Ausbau des Radwegenetzes. Andere Städte und Regionen würden dies vormachen. Und E-Bikes böten ganz neue Möglichkeiten.