WORMS: Historisches Gräberfeld und weitere Gräber beschädigt / Bitte der Friedhofsverwaltung um Mithilfe
Randalierer wüten auf dem Hauptfriedhof
Die Kreuze des historischen Gräberfeldes einfach wieder fest zuschweißen, wird nach Angaben der Stadt Worms wohl nicht möglich sein. Foto: Stadt Worms
Es macht schier sprachlos, was Betriebsleiterin Christina Jung berichtet: Eine regelrechte Vandalismusschneise hätten sie und ihr Team auf dem Hauptfriedhof vorgefunden. Bisher unbekannte Täter wüteten mutmaßlich in der Nacht von Freitag auf Samstag (8. auf 9. September) auf der „Hochheimer Höhe“, dem Hauptfriedhof der Stadt. Am Samstag meldete ein Friedhofsbesucher den Vorfall. Die Täter beschädigten entlang des Hauptweges Grabschmuck, zerstörten Blumenschalen, versetzten oder demolierten Grablichter und beschädigten das Holzkreuz eines noch frischen Grabes. Ihren Höhepunkt erreichte die Zerstörungswut offenbar auf der Rasenfläche mit den 270 Eisernen Kreuzen. Dort brachen die Randalierer mehrere der Eisernen Kreuze ab.
Die Geschichte dieses Gräberfeldes reicht bis ins Jahr 1902 zurück: Kurz nach der Eröffnung des Friedhofs wurde mit der Belegung des Feldes begonnen. Gewidmet ist es den Veteranen des Deutsch-Französischen Krieges 1870 bis 1871. Fast 40 Jahre lang, bis 1941, wurden an dieser Stelle ehemalige Soldaten beigesetzt. Die Kreuze einfach wieder fest zuschweißen, wird wohl nicht möglich sein – wie der Schaden tatsächlich behoben werden kann, lässt sich derzeit noch nicht sagen.
Die Polizei hat bereits die Ermittlungen aufgenommen. Da sich jedoch nicht alle zerstörten Gegenstände bestimmten Gräbern zuordnen lassen, werden Friedhofsbesucher gebeten, sich umgehend mit der Friedhofsverwaltung unter Telefon 06241/8536081 in Verbindung zu setzen, sollten sie Vandalismusschäden an ihren Gräbern entdecken.
Vor nicht allzu langer Zeit, im Frühjahr dieses Jahres, war es eine Toilettenanlage auf dem Hauptfriedhof, die Vandalen zum Opfer fiel: Mehrmals fanden Mitarbeiter dort diverse Schäden und zuletzt sogar Fäkalienschmierereien vor.