So., 19. April 2020, 20:00 Uhr
HELFERKREIS ASYL WORMS: Alternative Unterbringungsmöglichkeiten für Risikogruppen unter Flüchtlingen angemahnt
Rasche und konkrete Antworten erbeten
Worms schützt sich gegen den Corona-Virus – werden auch Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften ausreichend gegen die Infektionsgefahr geschützt? Diese Frage bewegt den Helferkreis Asyl Worms e.V., der seit mehr als 6 Jahren Flüchtlinge in Worms konkret und im Einzelfall hilft, Probleme auch öffentlich thematisiert und dabei Konflikte mit zuständigen Behörden nicht scheut. Mit einer Bürgeranfrage an die Stadtratssitzung am 22. April stellt die ehrenamtliche Initiative detaillierte Fragen zur Situation von Flüchtlingen in den Wormser Gemeinschaftsunterkünften und warnt davor, dass mit einer raschen Verbreitung des Corona Virus in Gemeinschaftsunterkünften ein Infektionsherd für die Gesamtbevölkerung in Worms entstehen könnte.
Insbesondere die Fragen nach dem notwendigen Mindestabstand von 1,50 Metern in Zimmern, Gemeinschaftsküchen, sanitären Anlagen, die Ausstattung mit Desinfektionsmittel und Mundschutz sowie der Schutz von Menschen mit Vorerkrankungen (Risikopersonen) stehen im Mittelpunkt der Anfrage. Bei der Initiative haben sich Flüchtlinge mit Hepaptis B, Nieren-und Herzerkrankungen gemeldet und um Unterstützung gebeten. Die Sprecherin der Initiative, Angelika Wahl, weist darauf hin, dass die rheinland-pfälzische Landesregierung bereits zahlreiche Risikopersonen aus Erstaufnahme-Einrichtungen – gemäß der EU-Aufnahmerichtlinie vom 23. Juni 2013 – in geschützte kommunale Räume verteilt hat.
Auch in Worms stehen leerstehende Hotels, Pensionen, die Jugendherberge, das ehemalige Hochstift für eine alternative Unterbringung der Risikopersonen zur Verfügung. Der Helferkreis Worms e.V. hofft angesichts der Brisanz auf rasche und konkrete Antworten der Wormser Parteien und zuständigen Behörden.