Von Vera Konersmann. Wie der Nibelungen Kurier am 13. Januar im Polizeibericht online veröffentlichte, wurde in der Nacht vom Montag auf Dienstag vergangener Woche ein in Worms wohnhafter Tunesier bei einer Verkehrskontrolle in Gewahrsam genommen. Die Polizei gab an, dass einer mit zwei Beamten und einer Praktikantin besetzten Funkstreife um kurz nach 1 Uhr ein weißer Kleinwagen mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in der Cornelius-Heyl-Straße entgegenkam. Schließlich sei es nach kurzer Verfolgung gelungen, den Fahrer auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes in der Klosterstraße zu stellen. Dort hätte sich der 27-jährige polizeibekannte Mann der Kontrolle massiv widersetzt und die Polizisten attackiert, sodass er daraufhin unter Einsatz von Pfefferspray zu Boden gebracht und gefesselt werden musste. Schließlich wurde er auf die Wache gebracht, wo ihm eine Blutprobe entnommen werden sollte, da der Verdacht auf Alkohol- und Marihuanakonsum bestanden hätte. Laut Polizeibericht habe er auch die Blutprobe nur unter heftiger Gegenwehr vornehmen lassen und musste infolgedessen die Nacht in Gewahrsam verbringen. Ein Ergebnis der Probe läge der Polizei bisher nicht vor. Auch am nächsten Morgen hätte er erneut einen Polizisten attackiert. Bei dem Einsatz seien zwei Polizeibeamte so schwer verletzt worden, dass sie ihren Dienst nicht mehr fortsetzen konnten. Eine weitere Polizistin sei leicht verletzt worden.
Der Fahrer wiederum erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Polizisten. Bilel T. zufolge habe er bereits auf dem Parkplatz gestanden, um sich mit einem Bekannten, der in der Klosterstraße wohnt, zu treffen. Als die Polizisten ihn überprüfen wollten, hätte er sofort sein Auto verlassen, dabei sei auch der kleine Hund seiner Verlobten vom Rücksitz gehüpft und direkt von einer Polizeibeamtin gegen den Kopf getreten worden. Auf seine Frage, wieso sie so etwas tue, sei er unvermittelt von den Polizisten angegriffen und mit ausländerfeindlichen Äußerungen beschimpft worden. Auch auf der Wache sei es nach seinen Angaben zu Misshandlungen durch mehrere Beamte sowie zu massiven Beschimpfungen gekommen. Die Verletzungen seien schließlich so schwer gewesen, dass er nach Aussage seiner Verlobten ins Klinikum gebracht werden musste und dort noch immer behandelt würde.
Derzeit liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft. Der Nibelungen Kurier wird weiterhin berichten.