Wormser Kronkorken: Ulrike Röder macht mit neuer Aktion aufmerksam auf das Thema Darmkrebs und Darmerkrankungen
Raus aus der Tabuzone
Bereits seit 2017 begleitet der Nibelungen Kurier die Aktionen von Ulrike Röder. Archivfoto: Vera Beiersdörfer
VON VERA BEIERSDÖRFER „Der Darm ist das zweite Gehirn im menschlichen Körper, wenn dieser erkrankt, gerät die Welt der Betroffenen völlig aus den Fugen“, weiß Ulrike Röder aus eigener Erfahrung. Ende 2007 wurde bei ihr die Diagnose Morbus Crohn gestellt, seither lebt sie mit der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, die durch Symptome wie heftige Bauchschmerzen und starkem Durchfall ihren Alltag schwerwiegend beeinflusst.
2018 startete sie daher eine Aktion in Worms, die sie zuvor in Nordrhein-Westfalen kennengelernt hatte. „In privaten Haushalten werden jährlich tausende Tonnen Kronkorken gedankenlos und unwissend in den Müll geworfen, doch die kleinen Blechverschlüsse können mehr als es im ersten Moment erscheint“, verrät Ulrike Röder.
Seit 2012 werden die Flaschenverschlüsse deutschlandweit gesammelt und an einen Schrotthandel verkauft. Seither kamen etliche Tonnen zusammen, deren Erlös (1.000 Euro pro Tonne) zugunsten der Patientenhilfe Darmkrebs, einer Initiative der Felix Burda Stiftung, gespendet wurde.
Unterstützung von Betroffenen
Ulrike Röder ist daher in Worms und Umgebung eifrig unterwegs, um Spender und Sammelstellen für ihre Sache zu finden. Mittlerweile würde sie sogar liebevoll als „die Kornkorken-Tante“ angesprochen.
„Ich finde das toll, das zeigt mir doch, dass das Projekt wahrgenommen wird“. Die Initiatorin verspricht, dass das Geld 1:1 an die Felix Burda Stiftung weitergeleitet wird, um Betroffenen unter anderem bei den Kosten für Arztfahrten und für Medikamente finanziell unter die Arme zu greifen.
Ebenfalls werden Kindern von Erkrankten, die meist unter der Diagnose seelisch mitleiden, kleine Wünsche erfüllt. Eine Übersicht der Wormser Sammelstationen finden Interessierte unter www.wormser-kronkorken.de.
Neue Aktion läuft bis Mai
Bereits seit Dezember 2019 läuft die so genannte "Lila-Blau-Challenge", bei der Fotos mit einem lila-blauen Rand gepostet werden können. Lila ist die weltweit bekannte Farbe, um auf Morbus Crohn und Colitis ulcerosa aufmerksam zu machen. Ulrike Röder bedauert, dass Darmerkrankungen noch immer ein Tabu-Thema seien, dem zu wenig Beachtung geschenkt werde. "Ich finde es erschreckend, dass es an Aufklärung fehlt, Menschen zu spät behandelt und häufig mit ihrer Diagnose alleine gelassen werden“. Wer Ulrike Röder unterstützen möchte, kann noch bis zum 19. Mai (Welt-CED-Tag) unter instagram.com/wormserkronkorken Fotos posten. „Erkrankte oder deren Angehörige dürfen auch gerne ihre Geschichte dazu schreiben, dies ist aber kein Muss“, freut sie sich auf viele schöne Bilder.