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  • Fr., 24. Januar 2020, 10:30 Uhr
    MÜLLMENGEN: Abfall-Tipp der ebwo AöR

    Recycling als Lösung?

    Deutschland ist stolz auf seine Mülltrennung. Mülltrennung ist die Grundlage für Recycling und die Recyclingquoten sind in Deutschland tatsächlich höher als in vielen anderen Ländern. Aber kann man allein durch Recycling das Müllproblem lösen? Und ist Deutschland wegen seiner Mülltrennung ein umweltfreundliches Land mit Vorbildfunktion? Für seine europäischen Nachbarn, für die ganze Welt? Immerhin ist die deutsche Mülltrennung ein Exportschlager. Trotzdem muss die Antwort auf beide Fragen ganz klar „Nein“ lauten. Recycling ist wichtig, kann aber allenfalls einen (relativ bescheidenen) Beitrag zur Lösung des Müllproblems leisten. Auch dort, wo das Recycling gut funktioniert, kann es keine Wunder vollbringen, beispielsweise beim Papier: Altpapier ist ein qualitativ hochwertiges Recyclingprodukt, das in fast allen Bereichen eingesetzt werden kann. Allerdings lässt sich Papier nur ca. fünfmal recyceln. Gleichzeitig wird in Deutschland mehr Papier verbraucht als in Afrika und Südamerika zusammen und das liegt nicht am besseren Schul- oder Verwaltungssystem, sondern eher am Boom des Internetversandhandels. Kein Recycling kann dieses Missverhältnis ausgleichen. Im Gegensatz zu Papier lassen sich viele Kunststoffverpackungen schlecht oder gar nicht, auf jeden Fall aber nur mit hohem Qualitätsverlust recyceln. Neue Verpackungen werden daraus in den allerseltensten Fällen.

    Müllaufkommen in Deutschland

    Recycling kann viel und muss auf jeden Fall weiter gefördert werden. Es ist aber kein Freibrief, gedankenlos und ohne schlechtes Gewissen Abfall zu produzieren. Das Pro-Kopf-Müllaufkommen in Deutschland liegt weit über dem europäischen Durchschnitt; was den Verpackungsmüll betrifft, sind die Deutschen sogar Europameister. Und die Müllmengen steigen weiter. Es sind die Lebens-, Ess- und Konsumgewohnheiten der Menschen, die die Müllmengen anwachsen lassen. Nur noch selten kommen wiederverwendbare Gegenstände zum Einsatz, etwa Thermoskanne oder Frühstücksdose, Kleidung, Spielzeug, Elektrogeräte werden nicht mehr repariert und vor allem: Viele Menschen kaufen und besitzen von allem viel mehr, als sie brauchen. Aufräumen heißt häufig Ausmisten, wer das nicht kann, dessen Wohnung „vermüllt“ innerhalb kürzester Zeit. Wir kaufen und entsorgen, wir benutzen und werfen weg. Die Abfallwirtschaft kann hier nur Schadensbegrenzung betreiben.

    Gründe für den Anstieg der Müllmenge
    Grundsätzlich lassen sich drei Gründe nennen, die zu den steigenden Müllmengen führen:
    1. Der gesteigerte Konsum: Wo viel konsumiert wird, fällt auch viel Abfall an.
    2. Kürzeren Nutzungsdauer der einzelnen Gegenstände: Die schnelle Entwicklung insbesondere im Bereich der Elektronik lässt die Geräte schnell veralten. Oft werden sie noch nicht einmal genutzt, bis sie kaputt sind. Der Trend geht in allen Bereichen zum Einwegprodukt. Und wo etwas neu gekauft, häufig auch im Internet bestellt wird, fällt auch immer viel Verpackungsmaterial an.
    3. Die Zunahme von Verpackungen

    Guter Vorsatz Müllvermeidung
    Momentan ist das Thema sehr präsent, auch in der Politik. Einige Einwegplastikprodukte werden verboten. Genauso wichtig wie diese politischen Schritte sind jedoch Veränderungen bei den einzelnen Konsumenten. Auch das lässt sich nicht von heute auf morgen reformieren: Es fällt schwer, alte Gewohnheiten abzulegen. Aber letztendlich sind es nur Gewohnheiten und keine Naturgesetze. Gerade hat ein neues Jahr angefangen. Viele nehmen dies zum Anlass, gute Vorsätze zu fassen. Warum also nicht auch im Bereich der Abfallvermeidung an sich arbeiten? In den drei Abfalltipps, die die ebwo AöR im Laufe der nächsten Wochen veröffentlicht, wird darum jeder der drei genannten Gründe einzeln beleuchtet und Vorschläge zur Abfallvermeidung gemacht. Eigeninitiative ist gefragt und der Wille, sich für sein eigenes Müllaufkommen verantwortlich zu fühlen. Denn da alle durch Lebens-, Ess- und Konsumgewohnheiten die Müllberge wachsen lassen, können auch alle zur Lösung beitragen.

    Noch Fragen zum Thema?
    Die Abfallberatung der ebwo AöR beantwortet Fragen gerne unter Telefon 06241/910070 von 8 bis 12 Uhr (montags bis freitags) und von 14 bis 16 Uhr (montags bis donnerstags) oder per E-Mail an abfallberatung@ebwo.de

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