Mo., 07. Februar 2022, 09:41 Uhr
EVANGELISCHE KIRCHE: Dekanat wird Gesellschafter des Hospizes / Präses Alexander Ebert im Amt bestätigt
Regionales Kirchenparlament tagt digital
Das Ergebnis war deutlich: Mit großer Mehrheit wurde Alexander Ebert als Dekanatspräses bestätigt. 64 Delegierte aus 36 Kirchengemeinden des Evangelischen Dekanats Worms-Wonnegau wählten am vergangenen Mittwoch die Mitglieder des Dekanatssynodalvorstands (DSV) und weiterer Gremien. Die Legislaturperiode dauert sechs Jahre, eine Wahlsynode wird also erst im Jahr 2028 wieder stattfinden.
„Wir sind als Kirchengemeinden und als Dekanat zur Veränderung aufgerufen. Kirche wird anders werden“, wandte sich Alexander Ebert in seiner Rede zur Bewerbung um das Amt des DSV-Vorsitzenden an die Synodalen. Er betonte, dass man als Kirche „enger zusammenrücken“ und sich auf seine Stärken konzentrieren müsse. An den bevorstehenden Veränderungsprozessen wolle er gerne weiterhin in leitender Funktion mitwirken und dabei auch die Diskussion um das künftige Kirchenbild der Landeskirche begleiten. Ebert wurde 1977 in Worms geboren, in der Magnuskirche getauft und lebt heute in Osthofen; seit 2014 sitzt er der Dekanatssynode vor.
Ein weiteres prominentes Amt stand an diesem Abend zur Wahl und wurde ebenfalls mit dem bisherigen Inhaber besetzt: Pfarrer Thomas Ludwig bleibt stellvertretender Dekan. Mit der Wahl von Dekanin Jutta Herbert im März 2021, bis dato Stellvertreterin von Dekan Storch, wurde Thomas Ludwig im April zu ihrem Stellvertreter gewählt und nun in diesem Amt bestätigt. Der gebürtige Gießener studierte in Hamburg und Rom, seit 2004 ist er Gemeindepfarrer in Worms-Herrnsheim. Der 57-Jährige schätzt die Vielseitigkeit seiner Arbeit: „In Herrnsheim bin ich in Kontakt mit allen Generationen, unsere Gottesdienste erlebe ich als Zentrum der Gemeinde.“ Die Kinder- und Jugendarbeit liegt ihm dabei besonders am Herzen, dafür engagiert er sich auch als Mitglied des Dekanatssynodalvorstands. Derzeit wird ein neues Konzept für Jugendarbeit im Dekanat erarbeitet, das während der Sommersynode vorgestellt werden soll.
DSV wächst auf neun Mitglieder
Da die Synode den DSV von bisher sieben auf künftig neun Mitglieder erweitert hat, um den anstehenden Aufgaben gerecht werden zu können, hat dieses Gremium von nun an zwei neue Gesichter: Daniela Bleise aus Pfeddersheim, gehörte bereits während der vergangenen Amtsperiode der Dekanatssynode an und war zudem stellvertretendes Mitglied der Landessynode. Das Interesse der Sozialpädagogin gilt insbesondere dem Bereich Kinderkirche. Als ordiniertes Mitglied gehört in Zukunft auch Patrizia Pascalis dem DSV an. Die Neuhausener Gemeindepfarrerin ist davon überzeugt, „dass wir bei allem, was auf uns zukommt, gemeinsame Wege finden“.
Dem DSV gehören als nicht-ordinierte Mitglieder weiterhin an: Christian Berg (Wormser Luthergemeinde), Regina Vatter (Kirchengemeinde Eich) und Bernd Weirauch (Kirchengemeinde Hamm-Ibersheim). Ebenfalls im Amt bestätigt wurde Pfarrerin Christina Groß aus Gimbsheim; Dekanin Jutta Herbert sowie der stellvertretende Dekan Thomas Ludwig gehören dem DSV qua Amt an.
Zum stellvertretenden Vorsitzenden des DSV wurde Christian Berg gewählt, Bernd Weirauch und Alexander Ebert wurden abermals als Gemeindeglieder für die Kirchensynode beauftragt. Dr. Erika Mohri, Pfarrerin für Ökumene im Dekanat und Gemeindepfarrerin der Wormser Lukasgemeinde, ist seit 2013 ordiniertes Mitglied in der Kirchensynode und wurde auch für die kommenden sechs Jahre wiedergewählt. „Dies ist für mich eine große und verantwortungsvolle Aufgabe, gerade in einer Zeit, in der sich so viel in unserer Kirche ändert“, so Mohri. Als Stellvertretende der Gemeindeglieder für die Kirchensynode wurden erneut Jörg Bürgis (Wormser Luthergemeinde) und Daniela Bleise gewählt. Yvonne Siegel-Körper, Pfarrerin in Worms-Hochheim, vertritt Pfarrerin Dr. Erika Mohri in der Kirchensynode.
Als Vertreter in die Verbandsvertretung der Regionalverwaltung wurden gewählt: Ute Bayer-Petry, Christian Berg, Dekanin Jutta Herbert sowie Hans Wirth. Diese werden vertreten durch Bernd Weirauch, Alexander Ebert, Thomas Ludwig sowie Regina Vatter. Die Delegierten für den Landesausschuss Kirchentag sind Pfarrer Jürgen-Udo Arndt und Jörg Bürgis. Beauftragte für den Kindergottesdienst bleibt Andrea Schäfer, die theologische Begleitung übernimmt Pfarrer Matthias Faber aus Worms-Pfiffligheim.
Mitbegründung einer GmbH für Hospiz
Klaus Engelberty, Leiter Diakonischen Werkes Rheinhessen, berichtete schließlich über das geplante Hospiz in der Wormser Innenstadt, ein gemeinschaftliches Projekt des katholischen und evangelischen Dekanats, des Diakonischen Werks und des Caritasverbandes: Seit anderthalb Jahren sind die Baumaßnahmen im ehemaligen Hochstift-Krankenhaus im Gange, auf zwei Etagen werden zwölf Gäste Platz haben. Damit dieses Projekt weiter erfolgreich fortgeführt werden kann, beschloss die Dekanatssynode die Mitbegründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung durch das Evangelische Dekanat Worms-Wonnegau als Gründungsgesellschafter.
Nach diesem langen Wahlabend fasste die Dekanin zufrieden zusammen: „Ich freue mich, dass wir in dieser Mischung aus ‚alten Hasen‘ und Neulingen, aus Männern und Frauen, aus Jüngeren und Älteren, aus allen Gemeinden und Einrichtungen unseres Dekanats heute gemeinsam die offizielle Amtszeit beginnen und gemeinsam Verantwortung für die Zukunft unserer Kirche tragen.“