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Mi., 19. Februar 2014, 17:29 Uhr
Nach dem Rücktritt von Heiner Boegler als Vorsitzender wählte der Seniorenbeirat am Mittwoch seine fünfköpfige Spitze neu
Renate Haag neue Vorsitzende des Seniorenbeirates
Oberbürgermeister Michael Kissel gratulierte der neuen Vorsitzenden des Seniorenbeirates, Renate Haag. Foto. Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Im Januar diesen Jahres ist der bisherigen Vorsitzendes der Wormser Seniorenbeirates, Heiner Boegler, für viele überraschend zurückgetreten. Der Grund war für ihn die mangelnde Unterstützung durch die Stadtspitze. Aus Solidarität zu ihrem Vorsitzenden trat daraufhin der verbliebende Restvorstand aus aus vier Personen ebenfalls zurück. Dies machte Neuwahlen des Vorstandes notwendig. Die Neuwahlen fanden am Mittwochmorgen im Rathaus im Rahmen einer öffentlichen Sitzung des 15köpfigen Seniorenbeirates statt, wobei nur zwölf Mitglieder anwesend sein konnten.
Renate Haag erhielt sieben Stimmen Die einzige Kandidatin für das Amt des bzw. der Vorsitzenden war Renate Haag. Sie erhielt in der geheimen Wahl sieben Ja-Stimmen bei zwei Nein-Stimmen und drei ungültig abgebenden Stimmzetteln. Zu den drei Stellvertretern wurden Marianne Bardong mit zehn Ja-Stimmen, Dieter Ulrich mit acht Ja-Stimmen und Marie-Luise Salini ebenfalls mit acht Stimmen gewählt. Schriftführer wurde Heinz Spieß mit zwölf Ja-Stimmen.
Marie-Luise Salini ganz neu Vergleicht man den alten mit dem neuen Vorstand fällt auf, dass es bis auf Heiner Boegler und Marie-Luise Salini eigentlich er alte ist. So schied Heiner Boegler aus und für ihn wurde Renate Haag, die zuvor Stellvertreterin war, auf den Posten der Vorsitzenden. Marianne Bardong und Dieter Ulrich waren bereits zuvor Stellvertreter, ebenso wie Heinz Spieß Schriftführer war. Einzig neu im Vorstand ist Marie-Luise Spieß.
Boegler nennt Gründe Bevor es zu den Wahlen kam erläuterte Heiner Boegler nochmals seine Gründe für den Rücktritt. Er betonte dabei, sein Entschluss sei nicht über Nacht gefallen und habe seine Ursache auch nicht in einem einzelnen Aspekt, sondern die negativen Erfahrungen hätten sich aufgestaut. Hier nannte er etwa das Rederecht im Stadtrat. So habe er nicht zu einem einzigen Tagesordnungspunkt dort sprechen können. Zu bemängeln hatte Heiner Boegler auch, dass es für die Mitglieder des Seniorenbeirates keine Möglichkeit zum kostenlosen Parken, etwa im Parkhaus an der Koehlstraße, zu den Sitzungen gegeben habe.
Ein weiters Bespiel war die Barrierefreiheit. Diesbezüglich sei nach Aussage von Heiner Boegler die Position des Seniorenbeirates zu wenig berücksichtigt worden und die städtischen Gremien hätten den Beirat in zu geringem Maß eingebunden. Als positive Ausnahme nannte er hier den Geschäftsführer der Wormser Verkehrs GmbH, Karl-Heinz Adelfinger, der ihn hinsichtlich des Öffentlichen Personennahverkehrs stets angesprochen und eingebunden habe. Mustergültig sei dies bei der Vergabe der Buslinien gewesen. Das Fass zum Überlaufen habe für ihn, Heiner Boegler, dann die Diskussion über den Augenärztlichen Notfalldienst gebracht, als Oberbürgermeister Michael Kissel und die Verwaltung ihn nicht in seinen Forderungen und Initiativen unterstützt habe. Nach gründlicher Überlegung sei er daher zu dem Entschluss gekommen zurück zutreten.
Kostenloser Transfer nach Mainz Oberbürgermeister nahm zu den Vorwürfe von Heiner Boegler in der Sitzung am Mittwoch Stellung. Er formulierte dabei, dass er ein offenes Wort schätze. Der Augenärztliche Notfalldienst sei jedoch ein eigens Thema, über das man ausführlich sprechen müsse. Es sei aber Fakt, dass letztlich die Kassenärztliche Vereinigung für die Sicherstellung verantwortlich und zuständig sei. Selbst die Landesregierung in Mainz könne hier nicht eingreifen und dies regeln. OB Kissel sagte aber, dass ein kostenloser Transferdienst von Worms nach Mainz in Uniklinik eingeführt werden soll, den die Wormser Augenärzte bezahlen würden.
Nicht der Nabel der Entscheidung OB Kissel führte weiter aus, dass bei allem Engagement der Seniorenbeirat nicht der „Nabel der politischen Entscheidungen” sei, sondern es sich nur um einen der Akteure handele. Der Seniorenbeirat sei dabei ein beratendes Gremium für Rat und Verwaltung, genauso wie das Jugendparlament oder rund ein Dutzend städtischer Beauftragter, etwa den für Behinderte oder Radfahrer. Bezüglich der kostenlosen Parkmöglichkeiten deutete OB Kissel an, dass man hierfür eine Lösung finden werde, ähnlich wie für die Stadtratsmitglieder, die kostenlose Tickets im Parkhaus am Koehlstraße erhielten.
Aber trotz aller Meinungsverschiedenheiten nehme der Seniorenbeirat eine wichtige Funktion in der Stadt wahr und vertrete die Interessen der älteren Mitbürger. Er habe auch den Rücktritt von Heiner Boegler bedauert, den er sehr geschätzt habe.