Wormser Erlebnisgarten: Klangpfad ist um eine Attraktion reicher
„Resonanzen und Dissonanzen"
Der Klangpfad im Erlebnisgarten ist um ein fernöstliches Kulturgut, einer Klangschale, reicher geworden. Foto: Rudolf Uhrig
Von Rudolf Uhrig > Der Wormser Erlebnisgarten, direkt neben dem Tiergarten gelegen, ist mittlerweile zu einem festen Begriff geworden. Er hat sich zu einem Umweltbildungszentrum entwickelt, das facettenreiche Nutzungsmöglichkeiten für Schulen, Kindergärten, Umweltverbände und interessierte Bürger für die Bildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bietet. Anschauliche Biotopstationen wie eine Streuobstwiese und einen Teich, beispielhafte Kulturen wie Kräuterspirale, Baumschule oder Bienenstöcke sowie Anlagen für erneuerbare Energien, wie Sonnentrockner und Reflektorkocher, um nur einen Teil zu nennen, sind dort hautnah zu erleben.
„Unverzichtbar für die umweltpädagogische Arbeit, jeder kann hier Natur und Umwelt mit allen Sinnen erfassen und genießen“, sagt Bürgermeisterin Stephanie Lohr, in deren Verantwortungsbereich der Erlebnisgarten fällt. Denn sie konnte zusammen mit dem Leiter, Dennis Waltenberg, auf dem Klangpfad, den der Besucher gleich am Eingang empfängt, eine neue Attraktion einweihen: eine Klangschale. „Neben den Stationen wie Barfußpfad, Tastkästen und Duftbeete unterstützt dieser die intensive Sinneserfahrung“, beschreibt Waltenberg. „Da ist der Summstein, ein Gong, ein Holzxylophon eine Triangel, und nun ergänzt die Klangschale das Ensemble“, so Waltenberg weiter.
Seit 2011 existiert dieses Akustikerlebnis, an dem maßgeblich die Sparda-Bank Worms mit ihrem Sponsoring beteiligt ist. „Selbstverständlich sponsern wir viele Events im sportlichen wie kulturellen Bereich, aber ganz bewusst auch diesen Klangpfad“, sagt Stefan Ahlert, Leiter der Bank-Filiale. „Denn hier ist etwas Einmaliges, Nachhaltiges entstanden, das wir ganz gezielt unterstütz haben. Unser Engagement geht aber, gerade im Erlebnisgarten, noch länger zurück. Wir fühlen uns dieser tollen Umwelt-Einrichtung einfach eng verbunden, denn sie ist sinnstiftend“, so der Bank-Chef weiter.
„Sinnhaftigkeit als Gesamtheit"
Die halbkugelförmige Klangschale mit einem flachen Boden und nach innen geneigten Rändern ruht auf einem Pfälzer Sandstein. Das Ensemble hat der Hochheimer Bildhauer Martin Schäfer geschaffen, wie schon einige andere Werke im Erlebnisgarten. „Der Sandstein ist hier allgegenwärtig in den Natur- und Kulturdenkmälern der Pfalz zu finden“, erklärt Schäfer, „er ist zugleich ein solider Untergrund“. Ihn ziert ein Ornament, das der Künstler fallenden Regentropfen nachempfunden hat. „So ergänzt es die Sinnhaftigkeit als Gesamtheit“, sagt Schäfer. Innen ist sie mit einem Drahtseilkonstrukt mit dem Stein fest verbunden. Reibt man die Griffe der mit Wasser halbgefüllten Schale mit feuchten Handflächen, so erzeugt sie, je nach Reibedruck und Intensität verschiedene Töne und Klänge. Es entstehen eben Resonanzen und Dissonanzen, wie in der Musik. Stephanie Lohr schaffte es sogar bei ihrem ersten Versuch eine kleine musikalische Komposition zu kreieren.