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  • Sa., 18. Juli 2026, 08:00 Uhr
    DOPPELBELASTUNG: Trockenheit und Niedrigwasser nehmen zu – Hochwasserrisiken bleiben

    Rhein-Lage zum Recherchieren und Nachschlagen

    Wenn Flüsse dauerhaft zu wenig Wasser führen, können Schiffe weniger oder gar keine Ladung mehr transportieren.
    Archivfoto: Robert Lehr

    Von Florian Helfert › „Das Binnenschiff trägt den Hauptanteil des Gütertransports am Rhein – noch vor Schiene und Lkw. Der Rhein ist die bedeutendste und umweltfreundlichste Transportroute Deutschlands, das Binnenschiff selbst ein Transportgigant“, so das Bundesministerium für Verkehr vor sieben Jahren.

    Doch wenn Flüsse dauerhaft zu wenig Wasser führen, können Schiffe weniger oder gar keine Ladung mehr transportieren, leiden Unternehmen unter unterbrochenen Lieferketten, verfügen Kraftwerke und Industrie über weniger Kühlwasser, kämpfen Landwirte mit Trockenheit und Ernteausfällen und gerät die Trinkwasserversorgung regional unter Druck. Gleichzeitig erwärmen sich Flüsse stärker, die Wasserqualität verschlechtert sich und Tiere und Pflanzen verlieren ihren Lebensraum.

    Niedrigwasser tritt öfter ein

    Aufgrund des Klimawandels treten Niedrigwassersituationen nach Angaben des Bundesumweltministeriums zunehmend häufiger und intensiver auf. Häufiger auftretende Wetterextreme mit andauernder Trockenheit führen zu lang anhaltenden niedrigen Wasserständen in Flüssen und beim Grundwasser. Mehr Druck auf die Wassernutzung ist die logische Konsequenz. Um einen zuverlässigen Überblick in Deutschland zu erhalten, ging am 15. Juli das Niedrigwasserinformationssystem (NIWIS) unter https://niwis-online.de an den Start.

    Bislang liegen entsprechende Informationen nämlich nur regional fragmentiert und methodisch uneinheitlich in der Darstellung vor. Die neue, zentrale Informationsplattform NIWIS schließt diese Lücke, indem sie die Daten tagesaktuell aus Bund und Ländern zusammenführt und die Niedrigwasserlage – sowohl an Flüssen als auch für das Grundwasser und im Boden – erstmals bundesweit einheitlich und vergleichbar in einer Online-Plattform bereitstellt. Fachleute, Behörden und die Öffentlichkeit erhalten so verständlich aufbereitete Informationen und einen umfassenden Überblick.

    Enorme Schäden für Volkswirtschaft

    Im Vergleich zu Hochwasserereignissen bekommen Niedrigwasser weniger mediale Aufmerksamkeit, da sie sich über längere Zeiträume erstrecken und oft weniger spektakulär sind. Die volkswirtschaftlichen Schäden allerdings bewegen sich laut Umweltbundesamt oft ebenfalls in Milliardenhöhe. 

    Neuer Rheinatlas veröffentlicht

    Wer sich hingegen über hochwassergefährdete Gebiete entlang des Rheins von den Alpen bis zur Nordsee informieren möchte, kann auf den neuen Rheinatlas der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) zurückgreifen. Seit rund einem Monat liegt die neue Fassung des Rheinatlas mit aktualisierten Daten vor. Bürgerinnen und Bürger können sich darüber informieren, ob sie in einem potenziell hochwassergefährdeten Gebiet entlang des Rheins leben und mit welchen Wassertiefen sie bei einer Überschwemmung rechnen müssen. Dabei stehen drei Szenarien (häufiges, mittleres und extremes Hochwasser) zur Verfügung.

    Die Karten enthalten auch Zusatzinformationen wie die Flächennutzung, die Anzahl der betroffenen Einwohner bei einem Hochwasserereignis, die Lage potenziell umweltgefährdender Industrieanlagen sowie Kulturgüter in den betroffenen Gebieten. So stehen allen Menschen über nationale Grenzen hinweg konsolidierte und einheitliche Informationen zu Hochwasser am Rhein zur Verfügung. Darüber hinaus enthält der Atlas Links zu den Informationsseiten der zuständigen Behörden der Staaten und Regionen im Einzugsgebiet.

    Der Rheinatlas ist ein Kooperationsprojekt aller Rheinanliegerstaaten und trägt dazu bei, das Risikobewusstsein und die Hochwasservorsorge zu stärken. Die IKSR gibt ihn in Kooperation mit der deutschen Bundesanstalt für Gewässerkunde seit 2001 heraus – früher in gedruckter Form, heute als Online-Kartendienst unter https://geoportal.bafg.de/karten/rheinatlas/ 

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