TRULLO-RADWANDERUNG: Gäste aus nah und fern erlebten Hiwwel, Wind und Wetter
Rheinhessische Trulli im Rebenmeer
Die Radstrecke führte entlang der Trulli, welche die hiesige Landschaft ebenso wie die Weinberge prägen. Foto: Rudolf Uhrig
Von Rudolf Uhrig › „Radfahren macht gesund und glücklich“ so sagt es der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). Und offensichtlich kennen viele diesen Leitsatz, denn hunderte von Drahteseln, Stahlrössern und natürlich E-Bikes sah man am Sonntag mal die asphaltierten, betonierten, aber auch „normalen“ Feldwege im Rebenmeer des südlichen Wonnegaus auf einem 17 Kilometer langen Rundkurs.
Vinophile Genüsse
Zur traditionellen Trullo-Radwanderung am dritten Sonntag im Juni hatte der Verkehrsverein Südlicher Wonnegau e.V. in die Gemarkungen der Gemeinden Flörsheim-Dalsheim, Monsheim, Wachenheim und Mölsheim eingeladen. Mit einer „reinen Fahrtzeit“ von einer Stunde und 25 Minuten hatte der Veranstalter die Strecke veranschlagt. Dabei sollte es ja aber nicht bleiben, denn an sieben Stationen sollte zwischen 11 und 18 Uhr Halt gemacht werden. Einmal, um sich vielleicht zu erholen, durchzuatmen, Luft zu holen, auch mal dem Vor- oder/und dem Hinterreifen ebensolche zu gönnen. Und idealerweise gleichzeitig die kulinarischen Genüsse und die vinophile Götterwelt um Dionysos alias Bacchus oder die tollen Eiskreationen zu genießen. Der „Plan“ ging auf.
Ideales Wetter
Eine Radfahrerin aus Wachenheim empfand das Wetter als ideal, ganz im Gegensatz zum Vorjahr, wo glühende Hitze die Szenerie beherrschte. Eine Radlerhose und ein T-Shirt genügten ihr aber auch diesmal, obwohl sich oft die Sonne hinter Wolken verbarg, die oft dick und dunkel mit Regen drohten. Vor allem galt es aber dem Wind zu trotzen.
Für die launischen Witterungsbedingungen empfahlen sich also leichte und funktionelle Kleidungsstücke im Zwiebelsystem übereinander geradezu getreu dem Leitspruch: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung.“
Berühmte Weinlagen
Aber auch sie schob ihr „normales“ Rad zum „Trullo Nr. 15“ des Weingutes der Familie Feth, nicht weil der Volksmund so lapidar meint: „Wer sein Rad liebt, der schiebt“, mehr vielleicht weil 263 Höhenmetern über die gesamte Strecke überwunden werden mussten. Durchaus manchmal, auch für passionierte Radfahrer, eine kleine Herausforderung. Allerdings gab es ja keinen Zeitdruck, kein Wettbewerb und den Trost, dass es auch 242 Höhenmeter gemütlich rollend die „Hiwwel“ hinunter durch die berühmten Weinlagen ging.
Auch auswärtige Gäste fanden den Weg, wie auch eine Familie aus München, die bei der Monsheimer Künstlerin Barbara Schauß zu Gast waren. Apulien in Rheinhessen lockte also über Grenzen hinweg die Pedalritter an.