So., 22. September 2013, 10:07 Uhr
Onkologisches Team um Professor Dr. Thomas Hitschold erneut ausgezeichnet
Rheinland-Pfälzischer Gynäkologentag 2013
Auf dem diesjährigen Rheinland-Pfälzischen Gynäkologentag, der am vergangenen Wochenende in Mainz zum 20. Mal stattfand, hat das interprofessionelle onkologische Team um Prof. Dr. Thomas Hitschold erneut einen Wissenschaftspreis erhalten.
Der Beitrag „Onkologisches Pflegeassessment mittels ESAS (Edmonton Symptoms Assessment Scale) – Effekte im stationären und ambulanten onkologischen Bereich“ wurde als bester Beitrag in der Sektion „Gynäkologische Onkologie“ prämiert. Das Besondere an diesem Projekt ist die Beteiligung von Mitarbeitern aus vier verschiedenen Berufsgruppen: Bärbel Ofenloch als Fachkrankenschwester für Onkologie und leitende Pflegekraft der ambulanten onkologischen Therapieeinheit am Klinikum, Gabriele Reichel als diplomierte Pflegewirtin und Mitglied der Pflegedienstleitung am Klinikum, Dr. Julia Spiegel als Diplom-Psychologin und Psychoonkologin und Prof. Dr. Thomas Hitschold als Frauenarzt und Ärztlicher Leiter des Brust- und Onkologie-Zentrums am Klinikum Worms.
Die vier Autoren haben im Rahmen der Implementierung eines fachübergreifenden onkologischen Pflegekonzeptes eine strukturierte Befragung aller onkologischen Patientinnen und Patienten eingeführt, bei der die wesentlichen Symptome aus dem körperlichen und seelischen Bereich mit Punkten von 0 bis 10 je nach Schweregrad der Ausprägung versehen werden. Die Patientinnen und Patienten notieren diese Werte täglich selbst auf entsprechenden Tabellenblättern, so dass man sehr genau erkennen kann, wie die onkologischen Medikamente vertragen wurden, wie die Begleitmedikation gewirkt hat und wie die seelische und körperliche Verfassung ist.
Durch diese Selbsterfassung aller relevanten onkologischen Symptome wird auch eine gezielte Therapieanpassung und damit insgesamt eine bessere Verträglichkeit für die Patienten erreicht. Das konnte in verschiedenen Auswertungen zum psychoonkologischen Behandlungsbedarf und zur Behandlung gegen Übelkeit, eine der Haupt-Nebenwirkungen unter einer ambulanten Chemotherapie mit signifikanten Ergebnissen aufgezeigt werden.
Dieses Modell der Erfassung der Befindlichkeit onkologischer Patienten hat Modell- und Vorbildcharakter für andere Einrichtungen, wie die Diskussion nach dem Vortrag in Mainz gezeigt hat. Die Jury in Mainz, die aus den Kongressteilnehmern und der wissenschaftlichen Kongressleitung bestand, lobte besonders den interdisziplinären und interprofessionellen Ansatz dieses Projektes zum Wohle onkologischer Patienten. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt im ganzheitlichen onkologischen Therapieansatz im Klinikum Worms getan.