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  • Sa., 24. Juli 2021, 17:16 Uhr
    BRUTERFOLG: Hochschul-Möwen haben Nachwuchs / NABU-Kooperationsprojekt mit der Hochschule Worms

    „Rheinmöwe“ ist zurück

    Schnappschuss der Möwencam der Hochschule. Foto: Hochschule Worms


    Vogelfreunde erlebten dieses Jahr beim Blick auf die Seite der Möwen-Webcam der Hochschule Worms ein Wechselbad der Gefühle. Denn es schien sich wie bereits im Vorjahr kein Bruterfolg bei den Möwen einzustellen. Dabei waren doch alle Vorbereitungen getroffen. Erst durch Zufall gelang nun ein Schnappschuss von einer jungen Möwe. Doch der Reihe nach mit einem Blick zurück: Im Sommer 2019 hatte sich eine Vermutung aus den Vorjahren bestätigt. Mittelmeermöwen, eine Großmöwenart, die sich vom Süden kommend den Rhein abwärts ausgebreitet hat, brüteten auf dem Flachdach des N-Gebäudes der Hochschule Worms. Durch Reparaturarbeiten an der Klimaanlage gestört, stürzten sich noch vor ihrem Flüggewerden drei Jungmöwen in die Tiefe. Von den NABU-Mitgliedern Oliver Weiss und Iris Schneider wurden die Jungmöwen gerettet, aufgepäppelt und später flugfähig am Rheinhafen in die Freiheit entlassen.

    Mehr Sicherheit bei der Brut bieten

    Auf Anregung der Möwenkundigen entstand der Plan für die Brutsaison 2020, den Möwen mehr Sicherheit bei der Brut zu bieten. Gespräche mit der Sprecherin der Hochschule, Dorothea Hoppe-Dörwald, und dem NABU Vorstand führten zu einer Kooperationsvereinbarung des NABU Worms-Wonnegau und der Hochschule Worms: Der NABU nutzt die Webcam der Wetterstation der Hochschule als Möwen-Webcam mit Blick auf einen speziell dort aufgestellten Nistkasten, um die Vögel in den Folgejahren beobachten zu können. Eine Projektgruppe von Studierenden, geleitet von Prof. Herbert Thielen, Prodekan und Studiengangleiter Angewandte Informatik, überarbeitete die Software der Wetterinformation und installierte eine neue Kamera. Diese wurde durch den NABU Worms-Wonnegau gesponsert. Doch leider kam es zu keinem Bruterfolg.

    Flachdach statt Möwen-Luxushaus

    Die Webcam Kamera arbeitet für das Wetter-Monitoring sehr gut. Doch auf eine Brut 2021 deutete nichts hin, der Nistkasten blieb leer. Dann kam die überraschende Meldung des Möwenexperten Oliver Weiß: Eine Jungmöwe mit bräunlichem Federkleid schaute über die Brüstung des O-Gebäudes der Hochschule Richtung Bebelstraße und die Eltern fütterten es. Statt des Möwen-Luxushauses auf dem Dach des N-Gebäudes hatten sich die Möwen das Flachdach des O-Gebäudes ausgesucht, um im Kiesbett von der Kamera nicht erfasst ein Küken aufzuziehen. Hilmar Kienzl setzte sich sofort mit Herbert Thielen in Verbindung, der umgehend reagierte und mit der hervorragenden Zoomoptik der neuen Kamera den Blick auf das Dach des Gebäudes O in Richtung Wasserturm lenkte. Gerade zum richtigen Zeitpunkt war die Netzwerkverbindung aufgebaut. Es gelang ihm, einen der Elternvögel mit dem Jungvogel auf der Brüstung und vielleicht sogar beim Erstflug in den Wormser Himmel im Video festzuhalten. Dieses Video ist jetzt als Link zur Wetterkamera der Hochschule zu sehen. „Damit ist die Brutsaison 2021 als Teilerfolg zu werten“, freut sich Dr. Kienzl, „die Möwe als Symbol für Freiheit und Heimkehr, das passt zur Hochschule und dem Fachbereich Touristik!“

    INFO: Unter wetter.hs-worms.de findet man weitere umfassende und aktuelle Informationen zur Möwen-Webcam mit Film.

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