
Der krönende Abschluss des Rheinhessen-Jubiläums der LandFrauen im Kreis Worms war ein köstlicher Mundartabend, zu dem Kreisvorsitzende Hannelore Reinheimer die drei Schwestern aus Partenheim, die in den Südzipfel von Rheinhessen, nach Pfeddersheim, eingeladen wurden und viele LandFrauen und Gäste aus ganz Rheinhessen begrüßen. Das „Gebabbel“ interpretierten auf ihre unnachahmliche Art Waltraud Emrich, Gisela Größ-Ahr und Hannelore Wingert: Zumeist selbst Erlebtes oder Aufgeschnapptes aus dem Bekanntenkreis brachten sie an diesem Abend unter dem Titel „Moi Schwesdern unn ich“ zu Gehör. Man konnte so richtig miterleben, wie beispielsweise Hannelore Wingert und Ehe-Mann nach Alzey fahren, vorbei an Äckern, auf denen gerade das Getreide aufgeht, an blühenden Rapsfeldern und austreibenden Reben. Dann weiter über Bingen, Rochuskapelle, vorbei am Bismarckturm. Rundum die Landschaft, die grünt und blüht. Ingelheim mit der Burgkirche. Dieser kleine Abstecher, ein Urlaubstag in der Heimat. Amüsant auch die Geschichte mit dem Telefon, das man oft im ganzen Haus sucht. Oder die Sache mit dem Portemonnaie, das nach langer Suche bei den weggeräumten Einkäufen im Kühlschrank auftaucht. All diese Dinge, die einem im Alltag begegnen, verstanden die drei Rheinhessinnen auf ganz unvergleichliche Art vorzutragen, dass sie so recht zu Herzen gehen und von vielen nachempfunden werden durften. Besonders authentisch hat Hannelore Wingert ihren „Heilische Owwend dahaam“ beschrieben. Wie sie trotz aller noch zu erledigender Vorbereitungen, „Esse richde, Besuch empfange Kuche backe mit kaputtem Herd, Chrischtbaam butze, Päckcher packe, die Eul in mehrere Kerche speele unn Krippespiel“ auch noch zur Bescherung mit der Familie kommt: „Weihnachde dehaam“. Eine ganz besondere Note haben die Anekdoten, die Gisela Größ-Ahr gekonnt, manchmal auch derb und kräftig vorträgt. Manchmal ist „Geistesgegenwart“ von Nöten, die Wahl des richtigen Zeitpunkts spielt eine Rolle oder auch die frühere Art der „Ehevermittlung“ bot viel Amüsantes und wird auch nach mehrmaligem erzählen nicht langweilig. Zwischen den einzelnen Beiträgen kam auch das Publikum zum Zuge, denn Hannelore Wingert kann nicht nur Orgel- sondern auch Klavierspielen und alle durften die von ihr ausgesuchten und begleiteten Lieder mitsingen was auch viel Spaß machte, denn wann singt man mal gemeinsam mit fast 100 Mitsänger/Innen aus voller Kehle. Für das anschließende „Gemungel“ hatten die Pfeddersheimer LandFrauen gesorgt und beim rustikalen „Fingerfood-Büffett“ schmeckten Schmalz-oder Latwerge-Brot und andere herzhafte oder süße Leckereien zu Wein oder Tee. Auch der Rheinhessen-Quilt konnte noch mal von denjenigen bewundert werden, die ihn noch nicht gesehen hatten. Eine runde Sache also, die auch außerhalb des Jubiläumsjahres eine Wiederholung finden könnte.
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