WORMS: Neues Innovationszentrum offiziell eingeweiht / Bekenntnis zum Standort und zur Chemiebranche
Röhm stärkt Forschung
Auf der Dachterrasse des Innovationszentrums erschließt sich beim Blick auf die Anlagen die Dimension des weltweit größten Produktionsstandortes der Röhm GmbH, welcher nunmehr um Forschung und Entwicklung ausgebaut worden ist. Foto: Röhm GmbH
Nach nur 18 Monaten Bauzeit hat das Chemieunternehmen Röhm gemeinsam mit dem Investor, Generalunternehmer und Bestandshalter der Thelen-Gruppe sowie Gästen aus Politik und Wirtschaft sein neues Innovationszentrum am Standort Worms feierlich eröffnet. In dem hochmodernen Gebäudekomplex, der aus einem Laborgebäude und einem Technikum mit Pilotanlagen besteht, bündelt das Unternehmen seine europäischen Forschungsaktivitäten.
„Unser Innovationszentrum wird zu einem Inkubator für Zukunftstechnologien der Methacrylat-Chemie, der unsere führende Position in Europa stärkt“, sagte Geschäftsführer Michael Pack in seiner Rede. An den Feierlichkeiten nahm neben Oberbürgermeister Adolf Kessel auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer teil.
Hohe Energieeffizienz der Neubauten
Beim Bau wurde großer Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gelegt. „Wir haben den derzeit höchsten Energieeffizienz-Standard KfW 40 erreicht“, erläuterte Wolfgang Thelen, geschäftsführender Gesellschafter der Thelen-Gruppe. Die auf beiden Dächern geplante Photovoltaik-Anlage decke einen Großteil des Strombedarfs des Gebäudes, geheizt werde mit Wärmepumpen. Die Komplexität des Projektes zeigte Thelen unter anderem an der Länge der verlegten Stromleitungen auf: stolze 96 Kilometer versorgen die Labore und Pilotanlagen im neuen Gebäudeensemble mit Strom.
Lob für Stadtverwaltung
Ferner kontrastierte Wolfgang Thelen Fachkräftemangel in der Baubranche sowie Herausforderungen bei der Materialwirtschaft im Zuge des russischen Überfalles auf die Ukraine mit der kurzen Bauzeit - entsprechend bedankte er sich bei allen am erfolgreichen Bauprojekt beteiligten Akteuren. „Dass die Baugenehmigung so schnell wie hier erteilt worden ist, kommt sehr, sehr selten vor“, lobte Thelen in einem bundesweiten Vergleich abschließend explizit die Stadtverwaltung Worms.
Weitere 100 attraktive Arbeitsplätze
Angesiedelt am weltweit größten Produktionsstandort von Röhm werden Mitarbeiter aus Forschung und Produktion in Worms eng verzahnt zusammenarbeiten. Bereits in den vergangenen Jahren hatte Röhm am Standort signifikant investiert – etwa in neue Produktionsanlagen und Kapazitätserweiterungen. Mit dem Innovationszentrum wächst der Standort um weitere 100 attraktive Arbeitsplätze. Und auch die Nachwuchskräfte – rund 100 Azubis, die am Standort ausgebildet werden – dürften von dem Umfeld profitieren.
„Unsere Investitionen in den Standort Worms sind für uns auch ein Bekenntnis zum Industriestandort Deutschland“, so Pack. Als Unternehmen der energieintensiven Chemiebranche ist Röhm mit einem hohen Kostendruck bei Energien und Rohstoffen konfrontiert. „Eine nachhaltige Hilfe für energieintensive Industrieunternehmen, die deren Kostenposition international sichert, ist strategisch wichtig für die Zukunft“, so Pack. Bis 2050 will Röhm klimaneutral produzieren.
Nichts geht ohne Chemie
„Rheinland-Pfalz ist ein attraktiver Standort, der Heimat und Zukunft bietet für viele starke und innovative Unternehmen. Ich bin stolz, dass wir mit dem Innovationszentrum der Firma Röhm in Worms eine innovative und zentrale Forschungseinrichtung in unserem Land haben“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Rheinland-Pfalz sei der drittgrößte Chemiestandort Deutschlands und Chemie eine Schlüsselindustrie. „Wenn Europa hier konkurrenzfähig bleiben möchte“, so Dreyer weiter, „müssen wir in der EU Gas geben“.