Ferienzeit lässt Arbeitslosigkeit im Juli auf 8,2 Prozent ansteigen / Jugendliche nach Ausbildung auf Jobsuche
Rückgang der Arbeitslosigkeit hat sich nicht fortgesetzt
Die Arbeitslosigkeit in Worms ist von Juni auf Juli um 0,2 Prozent auf 8,2 Prozent angestiegen.
Durch den Beginn der Urlaubs- und Ferienzeit hat sich der seit Monaten anhaltende Rückgang der Arbeitslosigkeit in Worms im Juli erwartungsgemäß nicht fortgesetzt. Wie zu dieser Jahreszeit üblich kam es auch in diesem Jahr zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen. „Wie jedes Jahr haben sich auch jetzt wieder zahlreiche Jugendliche nach Abschluss ihrer Ausbildung arbeitslos gemeldet, entweder weil sie von ihren Betrieben nicht übernommen wurden oder weil sie von sich aus andere Wege einschlagen und beispielsweise ein ergänzendes Studium beginnen wollen“, sagt Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. „Viele der aktuellen Arbeitslosmeldungen stammen auch von Personen, die eine Qualifizierungsmaßnahme absolviert haben und nun auf der Suche nach einem Betrieb sind, der sie mit ihrem frisch erworbenen Wissen einstellt.“
Belastet wurde der Arbeitsmarkt im Juli laut Arbeitsagentur außerdem zunehmend durch geflüchtete Menschen, die sich bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet haben. Gezählt wurden im Juli insgesamt 142 Arbeitslose aus Asylzugangsländern, das waren knapp 4 Prozent aller Arbeitslosen. „Die meisten dieser Menschen brauchen eine relativ lange Vorbereitungsphase bis sie in Arbeit vermittelt werden können und absolvieren zunächst Orientierungs- und Kompetenzfeststellungsmaßnahmen“, so Decker. Einige hätten aber auch schon ein Praktikum bei einem Arbeitgeber absolviert.
Noch einmal zugelegt hat im Juli die Nachfrage nach Arbeitskräften. „Viele Stellen entstehen auch in unserer Region gerade wegen des Zuzugs von geflüchteten Menschen“, erklärt Decker. Für Jugendliche, die nach ihrer Ausbildung auf Jobsuche seien, böten sich damit sehr gute Perspektiven. Allerdings sollte frühzeitig die Initiative ergriffen werden. Gerade bei Jugendlichen könne eine enge Zusammenarbeit mit den Vermittlungskräften der Arbeitsagentur helfen, die individuellen Chancen auszuloten und eine zielgerichtete Bewerbungsstrategie zu entwickeln.
Im Juli waren in Worms insgesamt 3.661 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 107 mehr als im Juni und 179 oder 5,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber Juni von 8,0 auf 8,2 Prozent. Im Vorjahr hatte die Arbeitslosenquote bei 7,8 Prozent gelegen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit entfiel hauptsächlich auf die von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosengeld-I-Empfänger.
Die Betriebe meldeten im Juli 291 offene Stellen, 39 mehr als im Juni und 57 mehr als vor einem Jahr. Eine Zunahme von Stellen gab es vor allem im Bereich der öffentlichen Verwaltung und im Großhandel. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli betraf alle regionalen Arbeitsmärkte. Die Arbeitslosenquoten änderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 5,2 auf 5,4 Prozent, Stadt Mainz von 6,3 auf 6,5 Prozent, Stadt Worms von 8,0 auf 8,2 Prozent, im Landkreis Mainz-Bingen von 3,7 auf 3,87 Prozent und im Landkreis Alzey-Worms von 4,2 auf 4,3 Prozent.