
VON FLORIAN HELFERT Ein Volk trauert und mit ihm eine Welt. „Leider müssen wir feststellen, dass fanatisch denkende und unmenschlich handelnde Personen ganz bewusst Dritten rücksichtslos Leid zufügen“, gedachte Wiesoppenheims Ortsvorsteher Karlheinz Henkes anlässlich des Volkstrauertages der jüngst mindestens 132 Todesopfern der brutalen Gewalt. Bedrückt um eine Schweigeminute bittend erinnerte Henkes am Ehrenmal zum traditionell zwei Sonntage vor dem ersten Advent begangenen Volkstrauertages an alle Kriegstoten der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts.
Aus einem Büchlein des Heimatdichters und Kriegsveteranen Klaus Schäfer berichtete Karl-Heinz Henkes von dessen Reise mit dem Zug und Fahrrad nach Frankreich, um die Schlachtfelder wie Verdun zu besuchen – Verdun, auf dessen Boden er kämpfen musste und Hunderttausende ihr Leben verloren hatten. Der eindringliche Aufruf des Wormser Heimatdichters habe ihn besonders beeindruckt: „Da es nun einmal ureigenstes Recht ist leben zu dürfen, liegt darin auch das unerbittliche Gesetz, des andern Rechte zu heiligen. Mögen sich daher […] überall zu diesem heiligen Zweck Menschen zusammenfinden und einsetzen für dieses unendlich erhabene Ziel“, zitierte Henkes mit Klaus Schäfer einen aus der Mitte Wiesoppenheims stammenden Zeitzeugen der Schrecken des Ersten Weltkriegs.
„Heute wissen wir, dass es noch eines weiteren Krieges bedurft hat, bis sich nach 1945 diese Erkenntnis ganz besonders zwischen den ehemaligen Erbfeinden Deutschland und Frankreich durchgesetzt hat“, so Henkes weiter. Möge die innere Einkehr des Volkstrauertages den Wert des Lebens im Sinne der Gefallenen ins Gedächtnis rufen.
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