Mo., 21.09.2026
Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Di., 03. März 2015, 17:35 Uhr
    Das 20-köpfige Gremium wird einen Querschnitt der Bevölkerung bilden und über Flüchtlingsfragen diskutieren

    »Runder Tisch Asyl« soll Ängste nehmen

    Präsentation des "Runden Tisches Asyl". Von links: Dezernet Waldemar Herder, Oberbürger,eiter Michael Kissel dun Prof.. Dr. Karl-Rudolf Körte. Foto: gernot Kirch


    Von Gernot Kirch In Worms sind momentan 350 Flüchtlinge untergebracht, die ihre Heimat in erster Linie aus Not, Verzweiflung und Angst um das nackte Überleben verlassen haben. Im Laufe des Jahres sollen rund 300 „neue“ Asylbewerber in der Nibelungenstadt eintreffen, wobei von den „alten“, zurzeit 350 Flüchtlingen, auch wieder viele Worms verlassen. Dennoch bleibt klar, dass die insgesamte Zahl steigen wird und dazu weitere Unterkünfte benötigt werden. Darüber wird der Stadtrat am Mittwoch ab 15 Uhr diskutieren.

    Wie bereits bisher, strebt die Stadt einen Mix aus Gemeinschaftsunterkünften überwiegend für Männer und eine dezentrale Wohnungsunterbringung für Familien an. Ein erster Schritt wird dazu eine Containerunterkunft auf dem Gelände des sogenannten Motorpools, einer ehemaligen Liegenschaft der US-Armee, an der Bensheimer Straße sein. Diese könnte bis Mai 2015 fertiggestellt werden. Es ist beabsichtigt, dort rund 70 Personen unterzubringen.

    Weitere Unterkunft

    Über eine weitere Unterkunft wird der Stadtrat auf seiner heutigen Sitzung diskutieren. Dazu sollen 2,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Als wahrscheinlich gilt die Nutzung des Salamandergeländes am Kirchgartenweg. Aber auch andere Varianten werden von der Verwaltung geprüft.

    Runder Tisch Asyl

    Am Dienstag präsentierte Oberbürgermeister Michael Kissel, zusammen mit dem zuständigen Dezerneten Waldemar Herder und Profesor Dr. Rudolf Korte, die Initiative eines „Runden Tisches Asyl“. Dieser soll eines von mehreren Elementen sein, mit denen in Worms offen über die Fragen, Probleme und Chancen der Flüchtlinge diskutiert werden soll. Die Moderation des „Runden Tisches Asyl“ soll Prof. Korte übernehmen, der in Worms lebt und an der Universität Duisburg einen Lehrstuhl innehat. Es wurde bewusst eine neutrale Persönlichkeit und kein Politiker gewählt. Der „Runde Tisch Asyl“ soll erstmals am 16. April tagen. Das Gremium wird aus 20 Personen bestehen, die einen Querschnitt der Wormser Bevölkerungen darstellen sollen. Der Mix soll ein Garant dafür sein, dass in einer demokratischen Streitkultur offen diskutiert wird. Sowohl Kritiker als auch Unterstützer sollen ihre Meinung sagen können. Neben Teilnehmern bestimmter Institutionen oder Experten sollen in erster Linie „normale Bürger“ vertreten sein.

    Jeder kann sich bewerben

    Wer also Interesse hat, ist aufgefordert, sich um eine Teilnahme zu bewerben. Dazu können sich Wormser unter folgender E-Mail-Adresse melden: krkorte@uni-due.de An der Universität Duisburg werden dann die 20 Teilnehmer des „Runden Tisches Asyl“ ausgewählt. Prof. Korte möchte ein möglichst heterogen besetztes Gremium haben.

    Erste Sitzung am 16. April

    Der „Runde Tisch“ wird erstmals am 16. April in der Jugendherberge tagen. Die Zusammensetzung des „Runden Tisches“ wird immer gleich bleiben. Die Sitzungen sollen nicht-öffentlich sein, allerdings wird die Presse über die Diskussionen berichten. Pro Termin ist ein Zeitansatz von etwa 120 Minuten vorgesehen. Im weiteren Verlauf soll der „Runde Tisch“ jeden Monat bis ins nächste Frühjahr hinein tagen. Es ist an acht Sitzungen gedacht. Wichtig ist die Anbindung an die städtischen Gremien wie etwa dem Stadtrat. So soll häufig, nicht erst nach der achten Sitzung, an den Stadtrat berichtet werden.

    Ängste nehmen

    Ein konkretes Ziel hat der „Runde Tisch“ nicht, doch geht es um die frühzeitige Bürgerbeteiligung. Es soll informiert werden, aber auch Anregungen in den Diskussionprozess einfließen. Prof. Korte betonte, wie wichtig es sei, zu informieren, denn nichts sei so gefährlich wie das Nicht-Wissen. Und es dürfe keine Situation entstehen, in der sich niemand mehr traue für die Minderheit Partei zu ergreifen und sie zu verteidigen. Zweckmäßig sei es auch, wenn Flüchtlinge am „Runden Tisch“ teilnehmen, denn es sollte nicht über, sondern mit Asylberwerbern diskutiert werden. Wichtig sei es, dass in Worms eine offene Gesprächskultur zu dem Thema Flüchtlinge entstehe. Ein weiteres wichtiges Element der Bürgerbeteiligung wird eine Einwohnerversammlung für alle interessierten Wormser Bürger sein.

    Beitrag aus der Rubrik

    » Aus dem Nibelungenland
    » Worms und Ortsteile
    Anzeige Reifen Mast KN10123Anzeige Platten NOLLAnzeige Online StellenmarktAnzeige VHS
    Anzeige AmtsblattAnzeige Cecil Cycle KN18256Anzeige das Wormser
    Anzeige TicketshopAnzeige GABOAnzeige Tip Südhessen