KREIS AHRWEILER: ASB Worms betreibt Notunterkunft für Hochwasseropfer
Sammelplatz für Betroffene
Die EVAK-Einheit des ASB Worms ist im Kreis Ahrweiler im Einsatz.
Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) des Landes Rheinland-Pfalz alarmierte am vergangenen Freitag um 7:34 Uhr die Katastrophenschutzeinheit EVAK des Arbeiter-Samariter-Bund Worms zur Unterstützung der Einsatzkräfte im Kreis Ahrweiler. EVAK steht für Evakuierungseinheit und mittels der in dieser Einheit vorgehaltenen Personalressourcen und Materialien, wie Feldbetten, Sitzgelegenheiten, Decken und Hygieneartikel, kann in kürzester Zeit eine Notunterkunft für hilfebedürftigen Menschen errichtet und betrieben werden.
Die Technische Einsatzleitung hat den ASB Worms nach Bad Neuenahr-Ahrweiler, Stadtteil Heimersheim, entsendet. Die dort ansässige Grundschule wurde im Laufe der Naturkatastrophe zu einem Sammelplatz für Betroffene umstrukturiert. Bevor die Wormser Samariter eintrafen, haben die Betroffenen auf dem Turnhallenboden oder auf Stühlen die Nacht verbracht. Strom und fließendes Wasser gab es nicht. Doch nicht nur die Errichtung der Strukturen zum Schlafen und zum Aufenthalt der Betroffenen gehörten zu den Aufgaben der Samariter: Besonders prekär war die Anzahl an Senioren mit einem Pflegebedarf, die zum Teil ohne Papiere, Medikamente und Kleidung in die Unterkunft gebracht wurden und um die sich die Samariter in den ersten Stunden nach Eintreffen besonders kümmern mussten, bevor ein Weitertransport in Pflegeeinrichtungen stattfinden konnte.
Mittlerweile ist in der 250 Betten fassenden Notunterkunft und Anlaufstelle so gut wie alles verfügbar. Private Sachspenden, wie Kleidung und Spielzeug, sind durch die überwältigende Anteilnahme der benachbarten Menschen in ausreichender Anzahl vorhanden. Die Versorgung mit Essen und Trinken ist durch die Versorgungseinheit des ASB Pirmasens sichergestellt. Netzstrom ist seit Sonntagmorgen wieder vorhanden und auch ein Duschcontainer wurde am Sonntagmittag bereitgestellt, denn nach wie vor ist die Wasser-/Abwasserversorgung noch nicht wieder gegeben.
Die Notunterkunft leert sich aktuell zusehends. Immer mehr von der Flut betroffene Menschen können mit Bussen in Hotels gebracht werden. Momentan sind noch rund die Hälfte der vorhandenen Kapazitäten belegt. Der für die Koordinierung zuständige Leitungsstab hat eine schnellstmögliche Räumung der Notunterkunft zugesagt, wann dies jedoch sein wird ist aktuell, aufgrund der zerstörten Infrastruktur, noch nicht absehbar. Die freiwerdenden Feldbetten sowie die Verpflegungsstation werden nun zur Anlaufstelle für private Helfer oder Helfer anderer Hilfsorganisationen, die auch einmal eine Pause brauchen.
Der ASB Worms hat für den Betrieb der Notunterkunft mehrere Teams mit jeweils 12 Helfern zusammengestellt. Nach 24 Stunden wird ein Team aus dem Einsatz gelöst und durch ein anderes ersetzt. Insgesamt sind 60 Samariterinnen und Samariter für die EVAK-Einheit im Einsatz. Die für die Stadt Worms vorgehaltene Schnelleinsatzgruppe Betreuung (SEG-B) ist davon nicht betroffen und nach wie vor alarmbereit.