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  • Mi., 17. Juli 2019, 08:29 Uhr
    Exkursion der IG Pfrimm zur Kläranlage in Monsheim / Nicht alle Chemikalien können abgebaut werden

    Sauberes Wasser für die Pfrimm

    Die Fahrradtour der IG Pfrimm zur Kläranlage in Monsheim musste wegen des Regens ausfallen. Trotzdem fand sich eine Gruppe Interessierter ein, die sich informieren wollte, wie aus verschmutztem Abwasser wieder sauberes Flusswasser wird.

    Werkleiter Ralf-J. Schmidt erläuterte sachkundig in einer rund 2stündigen Führung die Funktion und den Ablauf des Klärwerks, das zum Abwasserzweckverband Mittleres Pfrimmtal gehört.

    Dazu zählen die Verbandsgemeinden Kirchheimbolanden, Göllheim und die Orte Mölsheim, Monsheim und Wachenheim. Die Kläranlage ist ausgelegt für 46 500 Einwohner. Sie besitzt eine mechanische und biologische Reinigungsstufe, die auch Stickstoff und Phosphor eliminiert. In verschiedenen Stufen erfolgt die Reinigung. Durch die Schneckenpumpe, einer Wasserhebeanlage, wird das Abwasser zuerst einmal auf den höchsten Punkt der Station befördert, damit es anschließend frei durch die Kläranlage fließen kann. Rechen und Siebe sorgen dafür, dass große Teile, die im Wasser schwimmen, entfernt werden.

    Bakterien reinigen Wasser
    In einem Sandfangbecken wird Sand abgesetzt, der dann wieder als Grundlage für Baustoffe eingesetzt wird. Alle 14 Tage ist ein Container voll. In einem Vorklärbecken wird schon ein Drittel der Stoffe entfernt, die nichts in einem sauberen Wasser zu suchen haben. Der Klärschlamm wird abgepumpt und direkt der Schlammbehandlung zugeführt. Im Belebungsbecken sorgen fleißige Mitarbeiter in Form von Bakterien (Mikroorganismen) für die weitere Reinigung des Abwassers.

    Der Schmutz bildet die Nahrungsgrundlage für die Mikroorganismen. Dort können aber auch biologische Abbauprodukte aus Eiweiß entstehen und sind der Grund dafür, dass manchmal Schaum auf dem Pfrimm schwimmt, der immer mal wieder von Spaziergängern beobachtet wird und schon öfter für Aufregung gesorgt hat.

    Werkleiter Schmidt konnte beruhigen: „Dieser Schaum ist nicht gefährlich“. In einem Faulbehälter wird dann der Klärschlamm zu Faulgas umgewandelt, woraus wiederum Methan gewonnen wird. Dies wird zum Heizen und zur Stromerzeugung verwendet. Schmidt konnte in diesem Rundgang zeigen, was alles getan wird, dass das Abwasser gereinigt in die Pfrimm gelangt.

    Einen Wermutstropfen gab es allerdings: Nicht alle organischen Chemikalien können derzeit in den Kläranlagen abgebaut werden. Wirkstoffe aus Medikamenten, Wasch- und Reinigungsmittel, sogenannte Spurenstoffe, gelangen wieder in den Wasserkreislauf.

    Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen resistent werden gegen Antibiotika. Aber jeder kann dazu beitragen, dass es nicht soweit kommt, denn Medikamentenrückstände gehören nicht ins Gewässer und jeder sollte verantwortungsvoll mit Arzneimitteln umgehen!

    Interessiert lauschten die Teilnehmer der Exkursion den Ausführungen von Werkleiter Ralf-J. Schmidt.


     

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