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  • Mo., 21. März 2016, 13:15 Uhr
    Besucherzahlen rückläufig / Kosten für Sanierung und Modernisierung zu hoch / Sinnvolle Umgestaltung im Fokus

    Sauna im Heinrich-Völker-Bad schließt

    Die Besucherzahlen konstant rückläufig, die Anlage dringend sanierungsbedürftig, Fördermittel aus dem Bundesprogramm abgelehnt: Aufgrund der aktuellen Situation sieht sich die Stadt gezwungen, die Sauna im Heinrich-Völker-Bad zu schließen. Der Gesellschafterausschuss Freizeitbetriebe Worms hat den einstimmigen Beschluss gefasst, den Betrieb zum 3. Juli dieses Jahres einzustellen. In den letzten drei Jahren sind die Besucherzahlen deutlich gesunken, die Betriebs- und Personalkosten jedoch gestiegen. Mit durchschnittlich 25 Besuchern pro Tag verursacht die Saunalandschaft ein jährliches Defizit in Höhe von 90.000 Euro, das die Stadt aus Steuermitteln ausgleichen muss. Der Bereich ist demnach in hohem Maße unwirtschaftlich. Der Gesamtaufwand für das Jahr 2014 betrug 136.507 Euro: Hieraus ergibt sich auf Basis der Besucherzahlen ein notwendiger Kostendeckungsbeitrag von 14,37 Euro pro Besucher. „Diesen Eintrittspreis können wir aufgrund der Ausstattung der Saunaanlage nicht erreichen“, erklärt Dezernent Uwe Franz. Eine Erweiterung der Einrichtung ist jedoch aufgrund ihrer Lage nicht möglich, sodass die Stadt kein größeres Angebot, das einen höheren Eintrittspreis rechtfertigen würde, schaffen kann.

    Das Heinrich-Völker-Bad muss künftig ohne Saunabereich auskommen. Foto: Steffen Heumann


    Gesamtbereich sanierungsbedürftig

    Entscheidend ist allerdings, dass der gesamte Bereich dringend sanierungsbedürftig ist. Das Heinrich-Völker-Bad ist nach nahezu 50 Jahren Betriebszeit in die Jahre gekommen und muss alsbald umfassend saniert werden. Die städtischen Freizeitbetriebe als Betreiber rechnen mit einem Aufwand von rund acht Millionen Euro. Besonders das Warmwasserbecken und der darunter liegende Saunabereich sind betroffen. Eine Begehung mit einem Sachverständigen hatte bereits 2014 ergeben, dass der Saunabereich brandschutz- und sicherheitstechnische Mängel aufweist und auch die technische Ausstattung nicht mehr den neuesten Anforderungen entspricht.
    Ein beauftragtes Ingenieurbüro hatte die Einschätzung des Brandschutzexperten bestätigt und betont, dass eine reine Sanierung des Bestands keinerlei Aussichten auf gefahrenfreie Nutzung gewährleiste. Nötig wäre ein kompletter Umbau des nicht mehr zeitgemäßen Saunageländes, da aufgrund der räumlichen Gegebenheiten und der neuen Brandschutzbedingungen eine alleinige Sanierung des verschachtelten Altgebäudes nicht durchgeführt werden kann.

    Keine Mittel aus Bundesprogramm

    „Die Kosten einer Sanierung und Modernisierung würden in keinem vernünftigen Verhältnis zu den laufenden Betriebskosten, den sinkenden Besucherzahlen und den gleichzeitig sinkenden Umsatzerlösen stehen“, verdeutlicht Dezernent Franz. Die Stadt hatte sich um Mittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur beworben“ – ohne Erfolg. Das Programm sei um das 15-fache überzeichnet, heißt es seitens des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Die Stadt muss somit sämtliche Sanierungskosten alleine schultern. „Aufgrund dessen sehen wir keine andere Möglichkeit, als den defizitären Saunabereich zu schließen“, bedauert der Dezernent. Der Fokus liege nun auf einer sinnvollen Umgestaltung des frei werdenden Bereiches, so Franz. Ziel ist es, einen ausgewogenen Betrieb für die Allgemeinheit, Schulen und Vereine zu erreichen unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit, dem bestehendem Platzbedarf im Umkleidebereich und dem Bedarf an sanitären Anlagen. Nachhaltigkeit und soziale Aspekte erhalten einen besonderen Stellenwert bei diesen Überlegungen.

     Strukturelles Konzept erarbeitet

    „Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage – Sanierungsbedarf des Saunabereichs, hohe Nachfrage nach Lehrschwimmbecken und nach einem integratives Angebot in Form von Kursen, Anfragen nach Gesundheitskursen – hat die Geschäftsleitung der Freizeitbetriebe Worms ein strukturelles Konzept im Zuge der notwendigen Sanierungsarbeiten erarbeitet. Demnach sind umfangreiche Maßnahmen unumgänglich und zwingen den Betreiber zur erneuten Bewertung des aktuellen Sanierungs- und Modernisierungsbedarfs. Dies geschieht unter Berücksichtigung der zu erwartenden Kosten, den daraus resultierenden Nutzen für das Bad und dessen Besucher, des energetischen Einsatzes (Klimaschutz) und insbesondere im Hinblick auf die Bedeutung des Bades für eine funktionierende und zukunftsfähige soziale Infrastruktur mit Sport- und Kulturangeboten innerhalb der Stadt Worms“, betont Dezernent Franz.

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