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  • Mi., 27. Januar 2016, 18:13 Uhr
    Arie Rosen ermöglicht „Kulturelle Begegnungen“ im Rudi-Stephan-Gymnasium am 27. Januar

    „Schabbat – Ruhetag – Sonntag“

    Arie Rosen zeigt die Tora-Rolle. Fotos: Barbara Steuer


    „Tschiri biri biri biri bom bom bom !“ Erst ein wenig verhalten, dann immer mutiger ertönte der Refrain des Schabbatliedes aus dem Mund der Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen des RSG, mit dem sie die freudige Begrüßung des Schabbats als Braut erwiderten.

    Nach der Begrüßung des Gastes Arie Rosen durch den Schulleiter des Rudi-Stephan-Gymnasiums, Dr. Burkard Keilmann, begannen zwei besondere Schulstunden, während derer Arie Rosen viel Neues und Wissenswertes für die Jugendlichen über den Ursprung und die Besonderheit des jüdischen Ruhetages erläuterte und Verbindungen herstellte zum christlichen Sonntag und muslimischen Ruhetag. Es gibt diese Gemeinsamkeit der Religionen, die ihren Ursprung im Gebot der Torah hat, den 7. Tag als göttlich gebotenen Ruhetag zu halten und zu heiligen. Arie Rosen stellte den Schabbat sehr anschaulich und in einer die Jugendlichen ansprechenden Weise vor, unterstützt von den für eine häusliche Schabbatfeier nötigen Gegenständen wie Schabbatleuchter, Kidduschbecher, Besamimbüchse, Havdalah-Kerze und vieles mehr.

    Sogar zwei Challot, die unentbehrlichen Hefezöpfe gab es, über die dann auch der Brotsegen gesprochen wurde, bevor sie verspeist werden durften. Was eine Mesusa ist, was Tallit, Tefillin und Zizit sind, das ist für mehr als fünfzig Schülerinnen und Schüler des RSG nun nichts Unbekanntes mehr. Arie Rosen hielt aber nicht nur einen Vortrag, sondern die Jugendlichen konnten auch Fragen stellen, die der Referent in sehr persönlicher und offener Weise beantwortete. Auch die aktuelle Situation in Israel und Jerusalem wurde angesprochen, und dass es eine Diskrepanz gibt zwischen der tatsächlichen Lage und der Darstellung in den Medien. Es wird vor allem darüber berichtet, wenn wieder “etwas“ passiert ist, weniger darüber, dass es auch ein friedliches Miteinander der Religionen gibt.

    Lehrerin Barbara Steuer vermittelte
    An das Rudi-Stephan-Gymnasium kam Arie Rosen durch die Vermittlung von Barbara Steuer, Lehrerin für Geschichte und Hebräisch. Tatkräftig unterstützt wurde sie durch die Kollegen aus der Fachschaft evangelische und katholische Religion- Andreas Schätzel und Marco Schweighoffer.

    Arie Rosen, Sohn der auch in Worms nicht unbekannten Lea Fleischmann (Autorin u.a. des Buches „Schabbat“) hat es sich zusammen mit seiner Mutter seit 2012 zur Aufgabe gemacht, in dem Projekt mit dem programmatischen Titel „Kulturelle Begegnungen“ dazu beizutragen, dass jüdisches Leben und religiöse Bräuche Kindern und Jugendlichen in Deutschland bekannt gemacht werden und damit Unkenntnis, Fremdsein und eventuelle Vorurteile angebaut werden können. Ein echter Dialog der Religionen und Kulturen kann nur zustande kommen, wenn man möglichst viel voneinander weiß und sich verstehen kann und will.

    Das Projekt „Kulturelle Begegnungen“ ist ein wichtiges Anliegen angesichts des zum Teil wieder offen gezeigten Antisemitismus.

    Kultgegenstände für den Schabbat.


    Arie Rosen ist in Frankfurt geboren und mit seiner Mutter 1979 nach Israel umgezogen. In seiner Jugend eher säkular eingestellt, begann er sich immer intensiver mit seinem Jüdischsein auseinanderzusetzen und das religiöse Leben für sich und seine Familie anzunehmen. Arie Rosen bekennt aber auch freimütig, dass er die Schabbatregeln nicht ganz so streng befolgt- die Familie fährt schon auch mal mit dem Auto an diesem Tag.

    Seit drei Wochen arbeitet Rosen in ganz Deutschland in sehr unterschiedlichen Schulen. Worms ( hier waren es vier Schulen) ist seine vorerst letzte Station – er freut sich jetzt auch darauf, wieder nach Jerusalem zu kommen zu seiner Frau und den drei Kindern.

    Finanzierung dank der Sponsoren
    Das Projekt „Kulturelle Begegnungen“ finanziert sich einzig über Spenden. Für die Schulen in Worms sind die Hauptsponsoren das Bildungsministerium des Landes Rheinland-Pfalz und die Sparkasse Worms-Alzey-Ried. Diesen Sponsoren gebührt ein herzlicher Dank, denn nur so waren die beiden Schulstunden möglich, die auf Lernende und Lehrende einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben.

     

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