
Leicht und durchscheinend schweben Luftballonköpfe auf Podesten. Sie tragen Kopfhörer, und wer nahe genug herankommt, bemerkt Schallwellen in der Membran dieser leeren „Schädel“ und hört Musik und Sprechen. Sie sind Teil der Adventsaktion zum Thema „frohe Botschaft“, die am Rudi-Stephan-Gymnasium in den großen Pausen im Meditationsraum der Schule stattfindet. Die Kooperation von Kunstunterricht und Schulseelsoge hat an dieser Schule schon eine längere Tradition, auch in diesem Jahr werden die Ideen daraus in den ökumenischen Adventsgottesdienst einfließen, dafür sorgt Schulpfarrer Andreas Schätzel. Die Besonderheit der Installation liegt darin, dass nicht nur das Kunstkonzept, das Reinhard Tiemann als Kunsterzieher von einer Geräuschinstallation aus Leipzig mitbrachte, zählt. Auch jeder Schüler, der den Weg in den Meditationsraum findet, kann seine Ideen dort in Sand schreiben, mit Würfeln legen oder zeichnen. Sie erscheinen anderntags am Bildschirm.
„Die Birne freikriegen“ in einem Advent, der mit Klassenarbeiten, Konsum und Hektik vollgestopft ist. Denn nur die Leere, die eingehauchte Luft, macht den Ballonkopf fähig, von Klängen und Worten zu vibrieren. Ohne diesen Freiraum wäre nichts zu hören, nichts zu spüren. Darum ist auch am Raumeingang zu lesen: „Tritt leise näher, lege dein Ohr auf die Haut, merkst du es?“ Reinhard Tiemann
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