
Mit einer Feier hat der Warbede Frauennotrufe e.V. das fünfjährige Bestehen seines Frauennotrufs in Alzey gefeiert. Trotz hochsommerlicher Temperaturen waren zahlreiche Unterstützerinnen, Netzwerkpartnerinnen und politische Vertreter zusammen, um die Arbeit der Beratungsstelle für von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen und Mädchen zu würdigen. Das Jubiläum wurde musikalisch begleitet vom Gesang der Künstlerin Anna Philoan.
Anke Gilpatrick, Mitarbeiterin des Frauennotrufs Alzey, dankte Landrat Heiko Sippel für die enge Zusammenarbeit zwischen dem Warbede Frauennotruf, der Kreisverwaltung und der Gleichstellungsstelle des Landkreises Alzey-Worms. Umgekehrt dankte Landrat Heiko Sippel dem Team des Warbede Frauennotrufs für die engagierte Arbeit.
Zudem erinnerte Landrat Heiko Sippel an die schwierige Startphase: Die Corona-Pandemie und die Schließung des vorherigen Frauenzentrums Alzey im Jahr 2020 hatten den Landkreis enorm herausgefordert. Dank schneller Kontakte über die Gleichstellungsstelle konnte mit Warbede jedoch rasch eine neue Hilfestruktur aufgebaut werden. „Wir benötigen eine Nulltoleranz in unserer Gesellschaft für jegliche Form der Gewalt an Frauen und Mädchen. Die Scham muss die Seite wechseln“, betonte der Landrat mit Verweis auf die Frauenrechtsaktivistin Gisèle Pelicot.
Klaus Kübler, der Erste Beigeordnete der Stadt Alzey, wünschte der Beratungsstelle für die Zukunft, im positiven Sinne, möglichst wenige Anrufe, als Zeichen einer gewaltfreieren Welt. Annette Diehl, unabhängige Landesbeauftragte gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen, bescheinigte den Alzeyer Kolleginnen großartiges Engagement: „Die Menschen sind hier gut aufgehoben.“
Ronja Scheu, Geschäftsführerin des Warbede Frauennotrufe e.V., zog eine nachdenklich stimmende Bilanz der bisherigen Arbeit: „In den vergangenen fünf Jahren haben wir rund 400 Menschen in über 1000 Gesprächen beraten.“ Sie betonte, dass der Notruf Betroffenen Schutz und Glaubwürdigkeit biete. „Die Arbeit ist nicht immer leicht zu verkraften und ist mitunter auch belastend, wichtig ist aber das gemeinsame Ziel: Dass Frauen ohne Angst und mit Unterstützung sicher leben können.“ Da sexualisierte Gewalt ein Tabuthema bleibe, versprach Scheu, sich auch in Zukunft lautstark für die Betroffenen einzusetzen.
Im vergangenen Jahr suchten laut dem aktuellen Tätigkeitsbericht 89 Menschen in 172 persönlichen, telefonischen oder schriftlichen Gesprächen Unterstützung. Die meisten Personen holten sich Rat aufgrund erlebten sexuellen Missbrauchs in der Kindheit, gefolgt vom Thema Vergewaltigung. Dabei richtet sich das Angebot an Menschen ab 14 Jahren. Frauen, Mädchen und auch zunehmend u.a. Angehörige sowie Fachkräfte nehmen die Hilfemöglichkeit wahr.
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