Schenkung vereinbart: Historische Furnierpresse aus Leiselheim findet demnächst Weg ins Technische Museum Berlin
Schatz der Schreinerei Pfeiffer wird geborgen
Ein Schmuckstück, das schon bald ins Technische Museum nach Berlin verbracht wird. Ruth Pfeiffer, Heiner Bock (re.) und Johann Nock vor der historischen Furnierpresse in der ehemaligen Werkstatt von Heinz Pfeiffer. Foto: Steffen Heumann
VON STEFFEN HEUMANN Manche Raritäten bleiben unentdeckt und schlummern einen Dornröschenschlaf auf Dachböden oder in Scheunen. Ein Gerät zur Holzbearbeitung, das vom Zeitgeist traditionellen Schreinerhandwerkes zeugt, und durch Druck und Temperatur Holz beklebt und veredelt, war im Besitz der Leiselheimerin Ruth Pfeiffer und wird künftig für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Die Witwe des im letzten Jahr verstorbenen Schreinermeisters Heinz Pfeiffer, der bis 1969 das Unternehmen seines Vaters, die Möbelwerkstätte Wilhelm Pfeiffer, weiter führte, löste des Bestand der früheren Werkstatt auf.
Kleinere Devotionalien fanden bereits einen Abnehmer, aber wohin mit der tonnenschweren Furnierpresse, die einst von der Maschinenfabrik Adolf Pfeiffer in Mannheim gefertigt wurde? Die zündende Idee, einen Interessenten zu finden, hatte Christian Franck, der die Maschine kurzerhand auf ebay einstellte. Kurze Zeit später wurde das Technische Museum Berlin auf die Insertion aufmerksam. Schnell war der Kontakt zu Ruth Pfeiffer hergestellt und eine Schenkung vereinbart.
„Irgendwann wird die Presse aus unserer Werkstatt in Berlin zu sehen sein”, freut sich die 87-jährige über die sinnvolle weitere Verwendung des historisches Exponates auf der bekannten Museumsinsel. Demontage und Abtransport werden durch Fachfirmen erledigt. Kurzfristig muss hierfür die Winzerstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Das soll Ende August der Fall sein. Eine Entscheidung ganz im Sinne von Heinz Pfeiffer, der auch Mitglied im örtlichen Heimatverein war.
Deren Vorsitzender Heiner Bock und Ortsvorsteher Johann Nock hätten den Schatz gerne auch im Ort behalten. Ein Museum bzw. eine geeignete Örtlichkeit hierfür ist aber nicht vorhanden. Die ehemalige Pfeiffersche Werkstatt hätte mit ihrem Maschinenpark sowie Werkzeug, darunter eine alte Gehrungssäge, die anno 1880 patentiert wurde, bestimmt erfüllt. In Berlin sei die Presse, nebst Ofen und Transportkarren aber bestens aufgehoben. Und vielleicht, so hoffen Ruth Pfeiffer, Heiner Bock und Johann Nock, fährt bald ein Bus aus Leiselheim Richtung Hauptstadt, um das restaurierte Großgerät im Museum zu bewundern.