Mi., 13. März 2019, 07:46 Uhr
Literarischer Abend bei Turkuaz e.V. mit Historikerin Dr. Gabriele Ziethen am Dienstagabend
Scheherazade mit Wiener Charme
Am Dienstag, dem 12. März 2019, lud das Bildungsnetzwerk Turkuaz e.V. anläßlich des Weltfrauentages in Worms zu einer Lesung ein. Die Historikerin Dr. Gabriele Ziethen las aus dem Text der 1916 erstmals in Wien aufgeführten Operette „Die Rose von Stambul“.
Die Lesung wurde von Erläuterungen zu den historischen Zusammenhängen umrahmt, aus denen Julius Brammer und Alfred Grünwald zur Musik von Leo Fall den Text verfaßt hatten. Die Einordnung des vorgestellten Textes arbeitete die historischen Zusammenhänge vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges heraus.
Fragen der Emanzipation eingeflochten
„Einerseits lenkte der elegant anmutende Rahmen das Publikum von den Kriegsereignissen ab, andererseits wurden von den damaligen Autoren jedoch Fragen der Emanzipation in der europäischen Gesellschaft und in der Oberschicht des Osmanischen Reiches in das Geschehen eingeflochten“, betonte Gabriele Ziethen.
Eine Braut in Istanbul besteht darauf, eigene Ansichten zu haben und fordert entsprechenden Respekt ein. Die ansprechende und unterhaltsam dargebotene Form der Textvorlage transportiert jedoch gesellschaftliche Themen, die in abgewandelter Form auch in unserer Zeit aufhorchen lassen, wie zum Beispiel die Äußerungen der Braut über Fragen der Partnerwahl, der Kleiderordnung und der eigenen Entscheidungen.
Dass zu guter Letzt die Liebe siegt, gehört zur Operette, deren Thema auch heute noch aktuellen Gesprächsstoff bietet. Dem widmeten sich auch die zahlreich erschienenen Gäste bei türkischem Tee und Kulinaria. Der Erlös des von Emine Sahin moderierten Abends wird einem Schulprojekt in Nepal zugute kommen.