Mo., 31. März 2014, 14:04 Uhr
Der FDP-Kreisverband äußert sich zu den Gründen für die Absage des Flughafenfestes
„Schilda lässt grüßen“
Anbei die Pressemitteilung des FDP Kreisverbandes vom 31. März 2014 im Wortlaut:
„Kommunen regulieren und administrieren sich zu Tode!
Ausfall des Flughafenfestes kein Einzelfall: siehe Motorradsegnung Eich!
Mit völligem Unverständnis reagiert der wirtschaftspolitische Sprecher des FDP-Kreisverbandes Worms, Christoph Noeller, auf die Mitteilung das beliebte Flughafenfest 2014 müsse wegen bürokratischer Hürden ausfallen.
Noeller, selbst 12 Jahre als externer Dienstleister im Organisationsstab der Nibelungenfestspiele sowie „Worms: Jazz& Joy“ Worms, weiß wovon er spricht.
Schon seit Jahren ist bei kommunalen Entscheidungsträgern ein deutlicher Trend hin zu mehr Bürokratie und Vorschriftshysterie bei Genehmigungsverfahren öffentlichen Veranstaltungen zu erkennen.
Möglichst viel an Verantwortung weiter reichen, abarbeiten stur nach Vorschrift, und dabei nur keine Fehler machen, das ist die Realität.
Zu stark sind die Aus- und Nachwirkungen von Katastrophen wie der Love-Parade in Duisburg 2010, die ein solches kommunales Verhalten rechtfertigen und dadurch das Umsetzen von Festen und Veranstaltungen, auch von noch so kleinen Vereinen, mittel-bis langfristig sowohl finanziell als auch administrativ nahezu unzumutbar bis unmöglich werden lassen.
„Ob Dezibel, Müll, Feuerwehr, Statik, Rettungswege, Sanitäter, Hygienevorschriften, Sicherheitskräfte: es findet sich immer etwas, um möglichst hohe Hürden zu erschaffen, hinter denen sich der geneigte Amtsschimmel verschanzen kann und vor denen dann zunehmend viele Veranstalter einfach resignieren.“
Noeller schlägt vor, doch einfach mal die Kirche im Dorf zu lassen, und Verein Verein sein zu lassen.
„Natürlich müssen Vorschriften eingehalten werden, natürlich müssen Rettungswege frei gehalten werden, und natürlich spielt die Sicherheit der Besucher einer Veranstaltung eine übergeordnete Rolle.
Aber muss das gleich heißen: wir brauchen pro 100 Besucher eine Anzahl x von Toiletten, muss das gleich heißen, jeder selbstgebackene Kuchen braucht eine keimfreie Ausgabezone, muss das gleich heißen, für jede Speise und für jedes Getränk einen separaten Kühlschrank, und muss das gleich heißen, siehe Flugplatzfest, aus Sicherheitsgründen ist das Aufstellen von Absperrgittern durch den Veranstalter verboten.
Noch irrsinniger geht´s nicht“ meint Noeller, und fügt hinzu: „Hier stemmen ehrenamtliche Vereinsmitglieder in ihrer Freizeit eine Veranstaltung, um dann bürokratisch ausgeknockt zu werden.“ Schilda lässt grüßen.
„Das Zauberwort heißt: Ermessenspielraum! Und der, in Verbindung mit dem Einsatz des gesunden Menschenverstandes.
Ein wunderbares und erfolgreiches Gespann!“
Noeller meint, anstatt den Vereinen zunehmend administrative Hürden aufzubauen, durch behördliche Auflagen das Leben schwer zu machen, und sich selbst auch aus finanziellen Gründen aus der Verantwortung zu stehlen, wären die Kommunen gut beraten, Vereine gerade in ihrem Bestreben auch künftig ihren Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander bei zutragen, zu unterstützen.
Es ist auch kommunale Verpflichtung, die Vereinskultur in ihrer Stadt oder Gemeinde aufrechtzuerhalten und zu unterstützen.
Gerade für kleinere Vereine, deren tragende Säulen Ihres Weiterbestehens das Ehrenamt ist, und die sich im Wesentlichen durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanzieren, stellt eine eigene Veranstaltung, ein erheblicher Teil der jährlichen Einnahmen da. Die wiederum sind zwingend notwendig, um eine vernünftige Vereinskultur aufrecht zu erhalten.
Aber das Flughafenfest ist kein Einzelfall. Bereits vor einigen Wochen konnte man der Presse entnehmen, dass auch die Motorradsegnung in Eich bürokratischen Hürden und Vorschriften zum Opfer fallen wird.
Schon seit Jahren ist genau das das Problem, auch der Wormser Veranstaltungsszene.
Wer sich mit dem Thema intensiver beschäftigt, registriert sehr wohl einen schleichende Verschlechterung der Veranstaltungen wie z.B. J&J und NS, bei letzterer vor allem außerhalb des künstlerischen Bereichs, also auf der Party-und Flaniermeile.
Und dazu abschließend noch einmal Noeller: „Unsere Gesellschaft braucht den Verein. Vereine sind ein Stück weit Brauchtumspflege, Erziehungswerkstatt, Heimat, Freizeitgestaltung – und Freizeitvergnügen:
und das soll es bitteschön auch bleiben. Dazu gehört unabdingbar natürlich auch eine gepflegte Festkultur. Und eine Gesellschaft ganz ohne Vereinsleben möchte ich mir nicht vorstellen und auch nicht meinen Kindern und Enkelkindern hinterlassen.“