Mit dem Schimmel kommt oft der Zoff zwischen Mieter und Vermieter – Haus & Grund Worms-Alzey gibt Tipps, wie sich beides vermeiden lässt
Schimmel in der Wohnung – wer ist schuld?
„Hilfe! Schimmel!“ – dieser Ausruf gehört leider genauso in die stille Jahreszeit, wie die Vorfreude auf Weihnachten. Denn Schimmelpilze mögen es feucht und kalt, im Winter finden sie ideale Bedingungen. Und mit dem Schimmel kommt oft der Streit zwischen Vermieter und Mieter.
Die Eigentümerschutzgemeinschaft Haus & Grund Worms-Alzey hat deshalb in ihrer jüngsten Info-Veranstaltung Antworten rund um die ungeliebten schwarzen Flecken gegeben.
„Das Thema ist nach wie vor sehr gefragt“, sagte der Vorsitzende, Hans-Joachim Lock, angesichts der gut 70 Interessierten, die ins Info-Center der Volksbank nach Osthofen gekommen waren. Die Besucher wussten knapp zwei Stunden später gut Bescheid über die Hintergründe zum Streitthema Schimmel.
Gerichts-Gutachter Munstein informierte
„Schimmel in der Wohnung – wer ist schuld?“ unter diesem Titel berichtete der Guntersblumer Architekt Wolfgang Munstein, der auch Gerichts-Gutachter für Gebäudeschäden ist, wie er vorgeht, wenn er Gutachten erstellt. Munstein prüft zunächst, ob die Bausubstanz oder die Wärmedämmung des Gebäudes schlecht ist und Nässe in die Wohnung bringt. Gibt es Wärmebrücken durch Risse im Putz oder Mauerwerk? Undichte Fensterrahmen? Tropfende Wasserleitungen? Falls ja, so steht der Vermieter in der Verantwortung. Ebenso muss Munstein aber auch herausfinden, ob sich der Mieter falsch verhalten hat. Wurde korrekt gelüftet? Wurde genug geheizt?
Diese Fragen lassen sich, wie Munstein darlegte, auch bauphysikalisch beantworten und sogar rückwirkend berechnen. Schlechtes Lüften gilt demnach als eine Hauptursache für Schimmel. Doch wie oft gelüftet werden muss und wie lange, das hängt Munstein zufolge von vielen Faktoren ab, beispielsweise vom Alter des Hauses und der Art der Dämmung. Einen Hinweis gibt die Luftfeuchtigkeit, die über ein Hygrometer gemessen werden kann.
Faustregel: Nicht mehr als 55 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit sind ratsam bei 20 bis 22 Grad Raumtemperatur. Auch handwerkliche Fehler, etwa bei der energetischen Modernisierung, oder Planungsfehler können zu Schimmel führen, wie Munstein ausführte. Wer beispielsweise seine Fenster erneuere, der mache die Gebäudehülle dichter, weshalb öfter gelüftet werden müsse als zuvor. „Ein neues Haus braucht in jedem Fall ein Lüftungskonzept!", erklärte der Fachmann, der mit Schmunzeln, aber dennoch dringend dazu riet, dazu „einen Sachverständigen, keinen Schwachverständigen“, zu beauftragen.
Handfeste Infos
Handfeste Infos zum Nachlesen bekamen die Besucher ebenfalls an die Hand: „Richtig Heizen und Lüften“, „Verhalten bei Schimmel in der Wohnung“, sowie „Schimmel selbst beseitigen“ – zu diesen Themen hat Hans-Joachim Lock Infoblätter erstellt, in denen er Tipps für die Praxis zusammengefasst hat. Die Unterlagen können auch nachträglich noch kostenfrei über die Geschäftsstellen bezogen werden (in Worms in der Wilhelm Leuschner Straße 13, 3. OG, Telefon 06241/413591 und in Alzey in der Hospitalstraße 15, Telefon 06731/4936113).
Bekanntlich sind Haus & Grund Infotage keine Verkaufsveranstaltungen – eine kleine Ausnahme gab es diesmal jedoch: Wer wollte, konnte sich Schimmelschutz für nur ein paar Euro zulegen und einen Hygrometer mit Schimmelwarner erwerben. Die Geräte sind für 26 Euro auch jetzt noch über die Geschäftsstellen erhältlich.
Gutachter Wolfgang Munstein (stehend) informiert über ein Thema, das gerade zur kalten Jahreszeit die Gemüter zwischen Mietern und Vermietern erhitzt.