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  • Fr., 19. Juli 2013, 17:27 Uhr
    Mit dem Hessischen Hof erhalten die Rheindürkheimer ein wahres Juwel

    „Schmuckkästchen“ auf der Zielgeraden

    Von der Terrasse des Hessischen Hofes wird der Gast einen herrlichen Blick über den Rhein haben. Hier Vertreter der Politik aus Stadt und Stadtteil bei einem Pressetermin am Donnerstag. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Der Beginn hängt mit einer Krise zusammen. Denn ermöglicht wurde die Komplettsanierung des Hessischen Hofes in Rheindürkheim als Dorfgemeinschaftshaus durch das Konjunkturprogramm 2 im Jahr 2011. Wir erinnern uns, nachdem die Immobilienblase in den USA geplatzt war und eine Weltwirtschaftskrise drohte, wurden in Deutschland Zusatzinvestitionen zur Stabilisierung der Ökonomie getätigt. Diese Programme sollten zur energetischen Sanierung von Gebäuden genutzt werden. Und auf diesen Zug konnte der Hessische Hof gesetzt werden. Was jahrzehntelang nicht gelang, konnte quasi über Nacht realisiert werden.

    Der Wormser Oberbürgermeister und Rheindürkheimer Ortsvorsteher fackelten nicht lange, griffen zu und so wurde im August 2011 mit der Sanierung des Hessischen Hofes begonnen. Dann allerdings folgte eine kurze Phase der Ernüchterung, denn die Bausubstanz stellte sich als teilweise so marode heraus, dass nur der große Saal bestehen bleiben konnte, das Hauptgebäude hingegen musste abgerissen und neu gebaut werden. Doch konnte dies Klippe – auch in finanzieller Hinsicht – umfahren werden und die Arbeiten am Hessischen Hof nahmen kräftig Fahrt auf. Die Hälfte des Gebäudekomplexes wurde neugebaut, die andere Hälfte konnte saniert werden. Das Richtfest wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung am 30. April 2012 gefeiert.

    Eröffnung am 6. Dezember
    Am Donnerstag dieser Woche fand eine Ortsbegehung aller am Bau beteiligten Personen statt. Hierbei erläuterte Architekt Jochem Braun den Sachstand und zeigte sich optimistisch, dass bis zum Eröffnungstermin am 6. Dezember 2013 alle Arbeiten abgeschlossen sind. Zurzeit würde der Innenausbau erfolgen. Der Einbau der Heizungsanlage sei abgeschlossen und an der Elektrik werde mit Hochdruck gearbeitet. Was noch fehle, sei das Glasdach über dem Foyer, doch solle der Einbau in den nächsten Tagen und Wochen durchgeführt werden.

    270 Plätze im großen Saal
    Beim Rundgang durch den Gebäudekomplex wurde rasch sichtbar, dass es dort zwei „Sahnehäubchen“ geben wird. Dies sind einmal die große Terrasse mit Biergarten und Blick auf den Rhein und zum anderen der große Saal. Wo jetzt noch Baugerüste und Handwerksgerät stehen, werden einmal 270 Personen bei „Tischbestuhlung” Platz haben. Davon werden 195 Besucher im Saal und 75 auf der Empore sitzen können.

    Gaststätte mit gutbürgerlicher Küche
    Ganz zentral im Hessischen Hof wird die Gaststätte sein, die täglich geöffnet haben wird. Als Pächter wurde Jörg Louis gewonnen, dessen Vater ein bekanntes Restaurant am Eicher See besitzt. Mit einer gutbürgerlichen Küche soll der Wirt die Gaumen der Gäste erfreuen. Die Küche ist so konzipiert, dass die Kapazität ausreicht, um bei größeren Veranstaltungen im Saal die Besucher kulinarisch zu versorgen. Insgesamt nimmt die Gaststätte 22,5 Prozent der Grundfläche des Komplexes ein.

    Heimat der Vereine
    Ortsvorsteher Adolf Kessel erläuterte, dass der Hessische Hof in erster Linie die Heimat der 34 Vereine des Stadtteiles sein soll. Hierzu würde drei separate Räume in dem Gebäudekomplex zur Verfügung stehen. Am 21. August fände ein Treffen mit allen Clubs statt, um über die jeweilige Nutzung zu sprechen.

    Historisches Gebäude im Herzen des Ortes
    Oberbürgermeister Michael Kissel war von dem Fortgang der Arbeiten begeistert und sagte, dass Rheindürkheim ein wunderschönes, historisches Gebäude im Herzen des Ortes erhalte. Besonders angetan war der Oberbürgermeister von der Dachterrasse, die einen herrlichen Blick auf den Rhein und die vorbei fahrende Schiffe ermögliche. Weiter fügt das Stadtoberhaupt an, dass die mit dem Hessischen Hof gewählt Variante weitaus schöner sei, als eine Mehrzweckhalle auf der „grünen Weise“ außerhalb des Stadtteils, wie sie auch schon angedacht war.

    Kosten von über drei Millionen Euro
    Die Gesamtkosten werden sich auf über drei Millionen Euro belaufen. Davon sind 870.000 Euro aus dem Konjunkturpaket 2, das zu 80 Prozent Gelder des Landes beinhaltet. Darüber hinaus stammen 1,8 Millionen Euro aus dem so genannten Investitionsstock des Landes. Wobei das Land davon 60 Prozent und die Stadt Worms 40 Prozent trägt. Den Rest der Kosten muss die Stadt aufbringen.

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